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Beats Biblionetz - Bücher

Digitale Demenz

Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Manfred Spitzer ,    
Buchcover

iconEmpfehlungen

Ein in Buchform gebrachter Talkshow-Krawall.
Von Christian Weber im Text Zum zerebralen Weltuntergang (2012)
In erster Linie ist es ein ärgerliches und schludriges Buch.
Von Werner Bartens im Text Missionar der Medienkritik (2012)
"Digitale Demenz" ist ein miserables, ein semi-seriöses Buch, das der Rezensent misslaunig zum Altpapier schubsen würde, wenn es nicht derzeit weit oben auf der Bestsellerliste stehen würde.
Von Christian Weber im Text Zum zerebralen Weltuntergang (2012)

iconZusammenfassungen

Computer machen dumm. Dick. Süchtig. Einsam. Gewalttätig. Und lauter andere gefährliche Dinge. Auf dreihundertfünfzig Seiten versammelt Spitzer in seinem neuen Buch noch einmal die beliebtesten Merksätze und Borniertheiten des Genres: Lesen lernt man nur durch Lesen. Multitasking funktioniert nicht. Echte Freunde sind besser. Googeln ist nicht denken.
Von Harald Staun im Text Mein Kopf gehört mir (2012)
Hilft analoge Ignoranz wirklich weiter, um Handlungsbedarf zu erkennen und Korrekturen dort einzuleiten, wo sie notwendig sind? Spitzer scheint bewusst mit den Ängsten der Menschen zu spielen, vor allem der Eltern. Seine Thesen sind ein Stakkato des Schreckens: Erstens machen Computer süchtig und einsam. Zweitens machen Computer dumm. Und deshalb - drittens - sollten Kinder vom Computer ferngehalten werden. Stattdessen empfiehlt Spitzer Fingerspiele. Dabei kann es im Jahr 2012 nicht mehr ernsthaft um die Frage gehen, Computer ja oder nein. Die Antwort kann nur lauten: Computer ja, aber bitte richtig.
Von Dieter Kempf im Text Analoge Ignoranz spielt mit den Ängsten der Menschen (2012)
Zunächst die Essenz von Manfred Spitzers Buch im O-Ton: „Meiden Sie die digitalen Medien. Sie machen, wie vielfach hier gezeigt wurde, tatsächlich dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich.“ Nachzulesen in Spitzers unlängst veröffentlichtem Pamphlet „Digitale Demenz“.
Spitzer umschreibt die Wirkung des Konsums digitaler Medien mit fast denselben Worten, die er vor Jahren für seine Thesen zum Fernsehen benutzte. Er müsse das so sagen, betont der Ulmer Psychiater, schließlich sollen seine Warnungen Schlimmeres verhindern. Es gehe ihm um die jungen Leute, deren junge Köpfe „wir“ mit diesem Internet- und Computergefummel „systematisch (. . .) vermüllen“. Weil Politiker, Medien, Kirchen und sogar die Bundesverwaltung schon selbst ganz benebelt seien, fänden sich die Wahrheit und der Weg zum Glück nur bei ihm.
Von Jan Georg Plavec im Text Dick, dumm, aggressiv, einsam, krank (2012)
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
Von Klappentext im Buch Digitale Demenz (2012)
Manfred Spitzer hat sich nicht nur als ausgezeichneter Vermittler von Einsichten der neueren Hirnforschung einen Namen gemacht, sondern ist auch auf dem Gebiet der Medienkritik zu einer führende Stimme in der Republik geworden. Jedenfalls füllt er mit seinen didaktisch geschickt aufbereiteten und zugespitzten Thesen mühelos Turnhallen mit verunsicherten Eltern und Lehrern und auch die Einschaltquoten seiner Wissenssendung können sich sehen lassen. Und mit seinem neuen Bestseller „Digitale Demenz“ stürmte er sogar auf Anhieb die Bestenliste des „Spiegel“. Wie macht er das?
 
Wo andere sich um ein klares Urteil drücken, kommt Spitzer auf den Punkt: „Digitale Demenz.“! Wir alle, so seine These, insbesondere aber unsere Kinder, seien dabei, uns das Hirn wegzuklicken, brächten uns so gewissermaßen um den Verstand und zwar in einem sich selbst verstärkenden Suchtzyklus, an dessen Ende sogar die „Grundlagen unserer Gesellschaft in Gefahr“ seien. Ein dramatischeres Bedrohungsszenario ist kaum denkbar.
 
Was Wunder, dass viele seriös forschende Wissenschaftler ihn nicht ernst nehmen und dass die Netzgemeinde ihn inzwischen für einen ahnungslosen Halbirren hält. Doch so einfach ist die Sache nicht. In 14 leserfreundlich geschriebenen Kapiteln, beleuchtet Spitzer wesentliche Gefahren und Wirkungen überzogener Mediennutzung, wobei er sich auf eine Vielzahl einschlägiger Studien berufen kann, die er so auswählt, dass sie seine Thesen stützen. So erhalten wir einen guten Überblick über belegte, aber zum Teil auch behauptete negative Wirkungen, deren Ursachen sowohl in der Logik digitaler Medien, aber auch in der einseitigen und überzogenen Nutzung liegen. Die Dosis macht das Gift.
 
So erfahren wir, nicht nur, warum Fernsehen und Computer nichts für kleine Kinder sind, sondern auch, warum man sich – aus Sicht der Hirnforschung - den verstärkten Einsatz von Computern, Bildschirmmedien und Whiteboards in der Schule, sehr gut überlegen sollte. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass die behaupteten neue Lehr-/Lernmöglichkeiten nicht nur nicht erreicht werden, sondern dass ganz im Gegenteil Schüler in ihren schulischen Leistungen zurückgeworfen werden. Die Probleme des Multitaskings und der damit verminderten Aufmerksamkeitskontrolle werden ebenso behandelt, wie Sinnverlust, Depression, Übergewicht und Schlafstörungen als mögliche Folgen überzogener Mediennutzung. Dies alles ist gut dargestellt, weitgehend belegt, aber auch nicht gerade neu.
 
Spitzers Überlegungen münden in klare Verhaltensorientierungen, die letztlich darauf abzielen, den Einfluss der digitalen Medien zurückzudrängen. Lehrer und Eltern, sollten sie so wenig möglich einsetzen und „natürlichen“, „ganzheitlichen“ Lehr-/Lernumgebungen den Vorzug geben. Auch diesen, sehr allgemein gehaltenen Empfehlungen kann ich als Erziehungswissenschaftler weitgehend zustimmen. Und doch bleibt nach der Lektüre ein Unbehagen.
 
So scheint an vielen Stellen seines Buches ein geradezu grotesk erscheinender missionarischer Eifer durch, aufgrund des Furors mit dem er gegen jede Form der Nutzung digitaler Medien wettert und er das Hohelied traditionellen Lernens und Lehrens singt. Das geht natürlich an der schulischen Alltagswirklichkeit vorbei. Schlimmer noch: Bisweilen wirkt seine Mahnungen sogar karrikaturenhaft – etwa, wenn er sich als einsamer Rufer in der Wüste stilisiert, umgeben von ahnungslosen Technokraten aus Politik, Wirtschaft und Teilen der Lehrerschaft.
 
Ohne Zweifel ist es sein Verdienst, das wachsende Problem überzogener Mediennutzung in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt zu haben, doch überzieht er mit seiner einseitig negativen Zuspitzung, die Insider nicht ernst nehmen können. Denn natürlich bieten die neuen Medien eine Vielzahl von Chancen, Gelegenheiten, neuen Zugangsweisen zu Wissen und Wirklichkeit, zur Erschließung kreativer Potenziale und vielem mehr - wie jeder von uns - der mit ihnen arbeitet, täglich erfährt. Und das weis auch Manfred Spitzer, der eine eigene Fernsehsendung nutzt, seine Vorträge per DVD vertreibt, sein neues Buch als e-book, herausgibt, überdies seinen ausgiebigen e-mail Verkehr als Quelle für seine Beispiel nutzt und in digitalen Medien präsent ist, wie kaum ein anderer.
 
Und hier wird auch deutlich, warum der Alarmismus seiner Darstellung nur begrenzt überzeugen kann: Mit seiner überzogenen Schwarz-Weiß-Malerei erfüllt er zwar das Bedürfnis nach einfachen Antworten, aber sie lässt Lehrer, Eltern und Entscheider letztlich allein. Für die, die auf der Suche sind, nach konstruktiven, produktiven und potenzialerweiternden Möglichkeiten aktiver Mediennutzung und Gestaltung ist die Parole „Abschalten“ zu wenig. Bewahrpädagogik und Verbote haben noch nie funktioniert.
 
Im Sinne einer „Positiven Pädagogik“ Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglückginge es vielmehr darum, sich so – wie es Spitzer verdientermaßen getan hat, mit den negativen Wirkungen und dem Suchtpotenzial zu beschäftigen, aber darüber dürfen wir Gestaltungschancen nicht aus den Augen verlieren. „Medienkompenz“, die er abfällig als Illusion von Pädagogen betrachtet, zeigt sich nicht in simpler Verweigerung, sondern darin, dass man Kindern und Jugendlichen die Gefahren aufzeigt und sie dazu befähigt, die neuen Werkzeuge sinnvoll, produktiv und kreativ zu nutzen.
 
Fazit: Engagierte, einseitige Streitschrift für kritische Diskussionen
Von Olaf-Axel Burow, erfasst im Biblionetz am 08.04.2014

iconBemerkungen zu diesem Buch

Das Buch Digitale Demenz ist in unserer Einschätzung keine solide wissenschaftliche Abhandlung, die uns in unserer medienpädagogischen Arbeit voranbringt.
Von Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur im Text Digital dement vs. medienkompetent? (2012)
Bedauerlicherweise wird im Buch Digitale Demenz der Forschungsstand zur Thematik nur selektiv und vor allem nur eindimensional aus einer kulturpessimistischen Sicht und mit einem bewahrpädagogischen Duktus geschildert.
Von Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur im Text Digital dement vs. medienkompetent? (2012)
Martin LindnerEs gibt keine saubere Begriffsbildung und Argumentation, nirgends. Beginnend mit “digitale Demenz” selbst: Nirgends trägt Spitzer zusammenhängend eine solid begründete These vor. Man muss sich alles aus Fragmenten zusammenreimen.
Von Martin Lindner im Text Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz" (2012)
Martin Lindner[Das Buch] liest sich über weite Strecken wie eines dieser osburen Bücher im Eigenverlag, mit denen selbsternannte Warner und Weltretter in der untergegangenen Gutenberg-Galaxis ihre wirren Meinungen mikropublizierten, vor der Erfindung des Blogs.
Von Martin Lindner im Text Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz" (2012)
Martin LindnerBis auf die Alzheimer- und die Hirnmessungs-These lassen sich alle diese Thesen Spitzers auch ohne “Hirnforschung” aufstellen. Und alle lassen sich mit vielen guten Gründen bestreiten. Er selbst wägt übrigens fast nie das Für und Wider seiner Thesen ab – auch ein deutliches Zeichen für unredliche Argumentation.
Von Martin Lindner im Text Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz" (2012)
Nun weiß Spitzer zweifellos eine ganze Menge, nur kann er diesen Informationswust nicht kohärent ordnen und strukturieren. Damit zeigt er in seinem Buch aufs anschaulichste jene dissoziativen Symptome, die seiner Theorie zufolge durch übermäßigen Medienkonsum drohen: Oberflächlichkeit und fehlende Orientierung.
Von Werner Bartens im Text Missionar der Medienkritik (2012)
Beat Döbeli HoneggerDie Seiten 216 bis 220 im Buch Digitale Demenz unter dem Untertitel "E-Books statt Lehrbücher" sind identisch mit dem Artikel E-Bücher statt Lehrbücher? aus der Zeitschrift Nervenheilkunde 2012; 31: 407–408. Es wird bei keiner Publikation darauf hingewiesen, dass dieser Text bereits anderswo publiziert worden ist.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 06.08.2012
[Manfred Spitzer] bleibt einseitig und schreibt nicht wissenschaftlich, sondern montiert populistisch zusammen, was nicht zusammenpasst. Dass er sich als Hirnforscher bezeichnet, ist angesichts seiner in der vergangenen Dekade fast nur populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen fast so gewagt, als würde sich Michael Schumacher als Maschinenbauingenieur bezeichnen.
Von Werner Bartens im Text Missionar der Medienkritik (2012)
Philippe WampflerUnd letztlich störe ich mich an einem selektiven Umgang mit Studien: Studien, die Spitzers Aussagen belegen, werden aus dem Zusammenhang gerissen, vereinfacht dargestellt, mit zusätzlichen Annahmen versehen und mit anderen Aussagen verbunden; Studien, die den Nutzen von digitalen Medien belegen – die kaum erwähnt werden – hingegen methodisch kritisiert und umgedeutet.
Von Philippe Wampfler im Text Rezension: Manfred Spitzer - Digitale Demenz (2012)
Beat Döbeli HoneggerSpitzers Aussage auf der ersten Seite des Buches, die tägliche Mediennutzungszeit bei Neuntklässlern betrage 7.5 Stunden ist unklar zitiert. Dies trifft für männliche Neuntklässler zu gemäss zitierter Literatur, bei den weiblichen Neuntklässlern beträgt die Nutzungszeit gemäss der gleichen Quelle 6h10min, so dass im Schnitt 6h53min resultieren.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 08.08.2012
Beat Döbeli HoneggerIm Kapitel Laptops im Kindergarten greift Manfred Spitzer mehrfach zum Strohmann-Argument, z.B. wenn er behauptet, es gäbe Leute, die im Kindergarten Fingerspiele durch Laptops ersetzen möchten (S. 168) oder wenn er Wolf-Rüdiger Wagner unterstellt, er befürworte die ausschliessliche Welterschliessung durch Mausklick (S.180).
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 06.08.2012
Martin LindnerDer Text genügt selbst in keiner Weise den Maßstäben, die die bildungsbürgerliche Kultur an Argumentation und Stil stellt. (Obwohl ausdrücklich dem Lektor für den Schliff an diesem “Rohdiamanten” gedankt wird!) Aber das macht nichts, weil es keine/r liest, außer denen, denen dieser Erguß aus der Seele spricht. Ansonsten ist das ein Talkshow-Buch: Kein Moderator und kein Mit-Diskutant kann das wirklich gelesen haben.
Von Martin Lindner im Text Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz" (2012)
Beat Döbeli HoneggerDie Tabelle zur Mediennutzungszeit deutscher Jugendlicher auf Seite 12 enthält einen Fehler. Die in der zitierten Literatur auf Seite 15 erwähnten 370 Minuten werden zu 6:50. Dass dies nicht stimmen kann, ist auch erkennbar, wenn man in der Tabelle in der Spalte "Mädchen" die einzelnen Zeiten addiert. In der Folge stimmt auch die errechnete Durchschnittszeit von 7h 14min nicht. Korrekt wären 6 Stunden und 53 Minuten.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 07.08.2012
Spitzer bedient einigermaßen geschickt die digitalen Urängste einer analogen Generation, der letzten vermutlich. Man begreift das alles, was da passiert, nicht so wirklich, man arrangiert sich lediglich irgendwie. So, wie das schon bei unzähligen anderen Dingen war, der Elektrizität, dem Auto und dem Dampfradio. Die Masse misstraut der Neuerung und irgendwo findet sich sicher jemand, der einen Beleg dafür findet, dass das Neue auch gefährlich ist.
Von Christian Jakubetz im Text Computer machen dumm und das Leben endet tödlich (2012)
Die von Manfred Spitzer formulierten Empfehlungen - unter anderem die Verweigerung digitaler Medien im Alltag - gehen an den Lebenswirklichkeiten von Heranwachsenden und auch den gesellschaftlichen Anforderungen moderner Gesellschaften komplett vorbei. Sie torpedieren zugleich das vielfältig vorhandene medienpädagogische Engagement, Kindern und Jugendlichen einen kreativen und chancengleichen Umgang, nicht zuletzt für Bildungszwecke, zu ermöglichen.
Von Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur im Text Digital dement vs. medienkompetent? (2012)
Ich bin der festen Überzeugung, dass Medienkompetenz ein zentraler Faktor in einem Land sein muss, dessen wichtigste Ressourcen Wissen und Bildung sind. Kindern und jungen Menschen die Möglichkeiten einer digitalen Welt und ihrer Werkzeuge nicht nur vorzuenthalten, sondern in einer kategorischen Warnung vor Gefahr und Verderben jegliche Berechtigung abzusprechen, ist nicht nur unverantwortlich, sondern würde unserem Land auch massiven wirtschaftlichen Schaden zufügen.
Von Dorothee Bär im Text Macht das Internet dumm? (2012)
Der entscheidende Fehler in dieser ganzen Demenz-Debatte für Gehirnforscher und Feuilletonisten: Die Spitzers und Schirrmachers übersehen, dass anstelle dieser Fähigkeit (sich beispielsweise lange und per se sinnlose Zahlenketten merken zu können) eine andere rückt, nämlich der Umgang mit einer digitalen Technik. Ist es schlimm, wenn man weiß, wie man sich Wissen besorgen kann (nämlich über Google)? Natürlich nicht. Das ist in etwa so, als würde man dem Brockhaus vorwerfen, den Menschen zu verdummen.
Von Christian Jakubetz im Text Computer machen dumm und das Leben endet tödlich (2012)
Beat Döbeli HoneggerDas Literaturverzeichnis ist unvollständig. Es fehlen die mindestens folgende Literaturbelege:
  • Flechsig 1920, zitiert auf Seite 160
  • Fuster, 1995, zitiert auf Seite 161
  • Chang & Merzenich 2003, zitiert auf Seite 169
  • ...
  • Longchamp et al. 2005, zitiert auf Seite 180
  • Longchamp et al. 2008, zitiert auf Seite 180
  • Longchamp et al. 2011, zitiert auf Seite 181
Vermutlich fehlen sämtliche Literaturbelege des Kapitels 7, die nicht auch in anderen Kapiteln zitiert werden.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 06.08.2012
Das Unerträgliche an Manfred Spitzers Buch sind freilich weniger die Kritik selbst oder ihr pseudowissenschaftlicher Stil. Aggressiv macht die voreingenommene Haltung des Autors: "Ich weiß es besser als ihr." Es bleibt zu hoffen, dass dieser Prediger des Rückwärtsgewandten nur zur Belustigung gelesen wird, dass sein quasi-religiöser Furor aber nicht noch mehr Menschen dazu bringt, sich der größten Medienrevolution seit der Einführung des Rundfunks weiter zu entziehen, nur weil sie ad hoc nicht verstehen, was die anderen mit diesem Internet eigentlich machen.
Von Jan Georg Plavec im Text Dick, dumm, aggressiv, einsam, krank (2012)
Manfred SpitzerHierzulande wird mit Medienkonsum mehr Zeit zugebracht als in der Schule (knapp vier Stunden). Eine ganze Reihe von Studien zum Medienkonsum zeigt mittlerweile überdeutlich, dass dies im höchsten Maße Anlass zur Besorgnis geben sollte. Darum habe ich dieses Buch geschrieben. Es wird in den Augen vieler Menschen ein unbequemes Buch sein, ein sehr unbequemes. Als Psychiater und Gehirnforscher kann ich aber nicht anders. Ich habe Kinder und möchte nicht, dass sie mir in zwanzig Jahren vorhalten: »Papa, du wusstest das alles - und warum hast du dann nichts getan?«
Von Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (2012) im Text Macht Google uns dumm? auf Seite 12
Philippe WampflerDie Opposition von »Aufklärung« und »Verharmlosung« nimmt die Züge einer Verschwörungstheorie an. So zitiert Spitzer immer wieder fiktionale Kritiker seines Buches und macht sogar eine Vorhersage, dass die Regierung mit unseriösen Experten und unseriösen Quellen sein Buch angreifen wird (283f.). Grund dafür, so Spitzer selbst, sei keine Verschwörungstheorie (25), sondern der glaube daran, eine Industrie wolle »mit digitalen Produkten sehr viel Geld verdienen« (25) – was natürlich absolut richtig ist, aber als Einsicht nicht dazu geeignet ist, sämtliche Kritiker Spitzers zu desavouieren.
Von Philippe Wampfler im Text Rezension: Manfred Spitzer - Digitale Demenz (2012)
"Digitale Demenz" ist ein unleserliches Buch, ein aus rostigen Studien, lahmen Alltagsweisheiten und gebrauchten Papers zusammengeschweißtes Konvolut, und wenn man ihm die Ferne zu seinem Gegenstand nicht auf jeder Seite ansehen würde, würde man ein Computerprogramm aus dem Internet für seinen Autor halten. Vielleicht wäre es wirklich das Beste, wenn man kein Wort mehr darüber verlöre. Dummheitsbücher haben Konjunktur, das wird sich so schnell nicht ändern. Doch leider ist Spitzers Beitrag nicht einfach der übliche Kulturpessimismus; es ist Kulturpessimismus im Gewand der Naturwissenschaft.
Von Harald Staun im Text Mein Kopf gehört mir (2012)
Beat Döbeli HoneggerPraktisch zum Standardwerkzeug gehört bei Manfred Spitzer die rhetorische Figur des falschen Dilemmas, auch Entweder-Oder-Taktik genannt. Spitzer präsentiert eine (aus seiner Sicht) gute Variante ohne digitale Medien und eine (aus seiner Sicht) schlechte Variante mit digitalen Medien. Dann versucht er nachzuweisen, dass die erste Variante besser ist als die zweite. Dass eine Mischung der ersten beiden Varianten (Nutzung von digitalen und nichtdigitalen Werkzeugen in einem gesunden Verhältnis) evtl. die optimale dritte Alternative wäre, erwähnt er nie.
Beispiele:
  • Laptops oder Fingerspiele im Kindergarten (S. 168)
  • Bleistift oder Tastatur (S. 180-184)
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 06.08.2012
Martin LindnerDas Buch ist nicht ernst zu nehmen. Aber es hat keinen Sinn, sich über Spitzers Talkshow-Triumphzug lustig zu machen. Alle, die dazu lustig twittern, sollten sich an die eigene Nase fassen: Wir sind nämlich selber schuld.
Warum haben wir, die Web 2.0-Fraktion, diese Leerstelle gelassen, in die er sich jetzt so begeistert wirft? Warum kann ein ernsthaft besorgter Mensch sich kein Buch kaufen, in dem wir uns vernünftige Gedanken über all das machen: Werden Jugendliche, die (auch digitale) Schriftkultur nicht können, jetzt vollends abgehängt? Was machen faschistoide Ich-ballere-alles-ab-Stirb-langsam-Spiele und Überall-Porno in den Köpfen? Auch die Frage, was mit dem Selberschreiben wird, ist nicht von vornherein lächerlich.
Von Martin Lindner im Text Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz" (2012)
Solange Hirnforscher die falschen Fragen stellen, solange kann man diese Antworten kaum erwarten. Bis es so weit ist, kann jeder aus gefälligen Einzelstudien sein eigenes Weltbild zusammensetzen, im Notfall mit Papier und Schere. Spitzers wissenschaftliche Ambitionen aber sind so gering, dass er sich über seine Methoden keine allzu großen Gedanken macht. Es ist ihm nicht einmal zu blöd, im Zweifelsfall auf die Werkzeuge des Satans zurückzugreifen. Seinen Kritikern, die zweifeln, dass es so etwas wie „digitale Demenz“ überhaupt gibt, empfiehlt er in seinem Buch, den Begriff doch einfach einmal zu googeln. Auf Deutsch erhalte man etwa 8.000 Einträge. Das war vor der Veröffentlichung. Heute sind es 1.040.000. Sein Buch muss sehr viele Menschen krank gemacht haben.
Von Harald Staun im Text Mein Kopf gehört mir (2012)
Weil viele Eltern anlässlich der Gier ihrer Kinder nach iPad, Wii oder Laptop hilflos sind, hat Spitzer immensen Erfolg. Aufrufe zum Verzicht und eine Pädagogik der Mäßigung waren immer populäre Themen der Sachbuchliteratur. Gepaart mit Medienkritik und der Sehnsucht, durch Ausschalten auch abzuschalten und zu inniger Kontemplation sowie Konzentration auf das Wesentliche zu finden, haben sich die Werke von Neil Postman ("Wir amüsieren uns zu Tode) bis Nicholas Carr ("Wer bin ich, wenn ich online bin. Und was macht mein Gehirn solange?") gut verkauft.
Diese Bedürfnisse bedient Spitzer zuverlässig und immer mit dem Impuls des Weltenretters. Nur argumentiert er dabei so bizarr, oberflächlich und mit verzerrten Bezügen, dass es selbst den glühendsten Anhängern seiner Ideen schwerfallen sollte, ihm in diesem Buch zu folgen.
Von Werner Bartens im Text Missionar der Medienkritik (2012)
Spitzer führt zahlreiche wissenschaftliche Studien an - natürlich vor allem jene, die seine Überzeugung stützen - und scheut sich nicht zu polemisieren. Das kann, wenn es tatsächlich als Streitkunst daherkommt, durchaus zu fruchtbaren Diskussionen und Erkenntnissen führen: Allein, beim Lesen von «Digitale Demenz» sieht man sich statt mit einer stringenten eher mit einet verschwörungstheoretischen Argumentation konfrontiert. Sie gipfelt unter anderem in der Behauptung, wer digitale Medien in der Volksschule einsetze, fixe junge Menschen mit einer gefährlichen Suchtdroge an. Die Lehrerin als Dealerin? [...] Mit seiner polemischen Abrechnung trägt Spitzer nichts bei zur tatsächlich eminent wichtigen Debatte rund um die Frage, wie Handy, Internet, iPod und iPad didaktisch sinnvoll zum Lernen einsetzbar sind. Schade.
Von Franziska Meister in der Zeitschrift Bildungsbeilage WOZ 2012 (2012) im Text Ist die Lehrerin eine Drogendealerin?
Der Computer ist seit seiner Erfindung mehrmals als der leibhaftige Gottseibeiuns bürgerlichen Bildungsstrebens diskreditiert worden, als etwas das „dumm, dick, süchtig, einsam, gewalttätig“ (Staun 2012) macht. Zuletzt ist dies durch Manfred Spitzer geschehen, Psychiater und Hirnforscher in Selbstbeschreibung, der in seinem aktuellen Bestseller Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (Droemer), vor „Verflachung, Vergesslichkeit und Vereinsamung“ (vgl. Bartens 2012) durch digitale Gadgets warnt. Dass diese „Kampfschrift“ (Bartens 2012) des „Krawallwissenschaftlers“ (Staun 2012) Spitzer ein „ärgerliches und schludriges Buch“ ist (Bartens 2012) soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Das ist im Medienhype, das es ausgelöst hat, hinlänglich geschehen (vgl. auch Kempf 2012; Gaulhofer 2012; Staun 2012).
Von Johanna F. Schwarz im Text Lernen digital. (2012)
Eine der prominentesten Aussagen von Manfred Spitzer ist die, dass Computer in der Schule nichts verloren hätten, weil man die Kinder damit "anfixen" würde. Er zieht damit bewusst und wiederholt die Parallele zu Alkohol und harten Drogen – spricht davon, dass man den Kindern schließlich auch nicht das Biertrinken in der Schule anerziehen würde, warum also solle man sie mit dem Einsatz von digitalen Medien in eine unvermeidliche Sucht und damit in persönliches Verderben treiben?
Das Gefährliche an Theorien wie dieser ist, dass sie nicht nur unendlich undifferenziert sind, sondern auch noch verletzend, geradezu zynisch wirken und vor allem Eltern und Menschen mit Erziehungsverantwortung ein Gefühl der Machtlosigkeit und der Inkompetenz vermitteln - also ganz bewusst mit der Angst der Menschen spielen und diese bis zum Äußersten schüren.
Von Dorothee Bär im Text Macht das Internet dumm? (2012)
Seine Empfehlungen (“Ernähren Sie sich gesund! Täglich eine halbe Stunde Bewegung. Helfen Sie anderen. Meiden Sie die digitalen Medien“) sind nicht falsch, aber wohlfeil und gleichen dem Plädoyer für Maß und Mitte, wie es Spitzer der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar in der Fernsehtalkshow von Günther Jauch entgegenhielt. Dabei könnte es Spitzer belassen, doch mäandert sein Ton und kippt immer wieder ins Schrill-Maschinenstürmerische. Und die Märtyrer-Pose, in die Spitzer mehrfach verfällt, zu Beginn und gegen Ende seines Buches - „Herr Spitzer, Sie kämpfen gegen Windmühlen - nein, gegen ganze Windfarmen. Machen Sie bitte weiter!“ zitiert er eine Zuschrift im Vorwort -, ist für einen gelernten Psychologen und Neurowissenschaftler erstaunlich selbstmitleidig, um nicht zu sagen nervtötend. Den Shitstorm, den er zwangsläufig heraufbeschwört, sollte Manfred Spitzer schon aushalten.
Von Michael Hanfeld im Text Ein grober Keil auf einen groben Klotz (2012)
Philippe WampflerDie Pflicht, Aufklärung betreiben zu müssen kann wohl auch andere Schwächen von Spitzers Methodik erklären: Der wirre Aufbau, bei dem nie deutlich wird, welche Thesen er vertritt oder welche Fragestellungen er genau untersucht. So kann er die Auswirkungen des One Laptop per Child Projekts in Nigeria beschreiben und dann direkt übergehen zur Behauptung, Menschen würden im Internet mehr lügen als in der realen Welt (74f.). Der Mangel an Klarheit betrifft auch die Begriffsverwendung von zentralen Begriffen, Spitzer klärt nie, was er mit »Sucht« meint, was er unter »Medien« oder »digitalen Medien« versteht, skizziert sein Verständnis von »digitaler Demenz« nur ansatzweise oder macht dazu »educated guesses« – also Mutmassungen (302). Um die Relevanz des Begriffs zu zitieren, git er an, Google finde dazu 8000 Einträge (16) – eine Methode, die nicht nur unwissenschaftlich ist, sondern auch dem Geist des ganzen Buches widerspricht.
Von Philippe Wampfler im Text Rezension: Manfred Spitzer - Digitale Demenz (2012)
Philippe WampflerAllem Wohlwollen zum Trotz hat mich das Buch verärgert. Und zwar ziemlich schnell. Spitzer inszeniert sich auf eine Art und Weise, die mir unseriös erscheint. Er tritt nicht als Experte, Psychiater und Lernforscher auf, sondern als Wissender, der den Unwissenden seine Botschaft verkündet. Schon auf der ersten Seite des Buches hält er fest, es gehe um »die Wahrheit« (7), in der Einführung stellt er sich vor, dass ihm seine Kinder später vorhalten könnte, er habe »das alles« gewusst und nichts getan (12). Das hängt mit seinem Wissenschaftsverständnis zusammen, wie gegen Schluss des Buches ersichtlich wird (288ff.): Wissenschaft ist für Spitzer nicht die Überprüfung von Thesen oder die Erfassung komplexer Zusammenhänge, sondern die Vereinfachung im Dienste der »Aufklärung« (ebd.), der gegenüber alles andere »Verharmlosung« ist – z.B. die Aussage, es gäbe keine widerspruchsfreie Theorie der Sucht, weil sie in komplexen Lebensbedingungen entstehe.
Von Philippe Wampfler im Text Rezension: Manfred Spitzer - Digitale Demenz (2012)
Es hat schon seinen Grund, warum dieses Buch seit seinem Erscheinen auf Platz eins der Sachbuchbestsellerlisten steht: Man liest es und fühlt sich alle paar Abschnitte bestätigt. Bei jeder zweiten Seite aber schüttelt man den Kopf.[...]
Mit der sogenannten Internetgemeinde, den Gamern, den Technik-Freaks und Bildungspolitikern, die nicht mehr von Unterrichtsinhalten reden, sondern von Computerausstattung, legt sich Manfred Spitzer mit seiner „digitalen Demenz“ also auf das fröhlichste an, aber leider auch - mit vielen anderen. Denn seine Verdammung des Computers in Bausch und Bogen führt nicht weit. Seine Kombination aus Erkenntnissen der Hirnforschung und empirischer Sozialbeobachtung ist ein Flickenteppich, der keine eindeutige Beweisführung ist und sein absolutes Urteil nicht trägt. Zwischen Smartboards in der Schule und der Abhängigkeit von Ballerspielen liegt noch eine ganze Strecke. Spitzer hingegen sieht in jedem digitalen Ding das Symptom eines Syndroms.
Von Michael Hanfeld im Text Ein grober Keil auf einen groben Klotz (2012)
Allein in Berlin wurden innerhalb kurzer Zeit ein halbes Dutzend neuro-kritische Tagungen abgehalten. Wissenschafter verschiedenster Fachrichtungen organisieren sich im Netzwerk der «Critical Neuroscience». Hirnforschungsskeptische Internetblogs erfreuen sich grösster Beliebtheit, und auch in den Medien scheint der Wind gerade zu drehen. Ein aktueller Beleg dafür sind die durchwegs negativen Pressereaktionen auf Hirnforscher Manfred Spitzers polternden Bestseller «Digitale Demenz». Mit missionarischem Eifer erklärt uns darin der Ulmer Psychiater, wie brandgefährlich Computer, Internet und Smartphones für unser Gehirn seien. Und dass Computerspiele aus Kindern zwangsläufig einsame, verhaltensgestörte und gewalttätige Zombies machten. Sicher, die krude Machart des Buches lädt förmlich zur Demontage ein. Bemerkenswert ist dennoch, dass der autoritäre Habitus des Hirnforschers nun plötzlich nicht mehr verfängt. Noch bis vor kurzem liess sich mit Verweis auf die «neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung» fast jede noch so spekulative These vertreten. Angefangen bei der «Illusion Willensfreiheit» bis hin zur Prognose, bald könne man der spezifischen funktionellen Beschaffenheit eines Gehirns ansehen, ob sein Träger ein potenzieller Gewaltverbrecher sei. Und dies, obwohl es für keine Aussage dieses Kalibers auch nur halbwegs belastbare empirische Daten gibt.
Auch für Spitzers alarmistische «Digitale Demenz»-These sind so gut wie keine harten experimentellen Daten verfügbar. Auf jeden Fall nicht aus der Hirnforschung. Wenn schon, sind es psychologische und soziologische Untersuchungen, die einem zu denken geben sollten. Neuerdings sticht die Trumpfkarte «Neuro» bei den Medien offenbar nicht mehr. Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» kritisiert, Spitzers Buch sei «nur das neueste Beispiel für den Aufstieg der Hirnforschung zur zuständigen Instanz für die Beantwortung gesellschaftlicher Fragen» und diagnostiziert, dass offenbar schon die Pose des Hirnforschers ausreiche, um Gemeinplätzen das Gewicht wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verleihen. Auch das Magazin der «Süddeutschen Zeitung» echauffiert sich über Spitzer und konstatiert: «Wir leben offensichtlich im Zeitalter einer Theologie des Gehirns.»
Von Felix Hasler im Text Die Neurowissenschaften versprechen revolutionäre Erkenntnisse und die Heilung von vielen Leiden (2012)

iconKapitel Unter den anklickbaren Kapiteln finden Sie Informationen über einzelne Teile des gewählten Werks.

iconDieses Buch erwähnt...


Personen
KB IB clear
Morgan Ames, Holden Bamford, Nicholas G. Carr, Shelia R. Cotten, Ulla G. Foehr, Thomas Fuchs, Elizabeth Hamel, Ulrich John, Matthias Kleimann, Anja Kreuzer, Aman Kumar, Lynn Meheula, Christian Meyer, Thomas Mößle, C. Nass, Matthew Nass, Eli Pariser, Roy Pea, Marc Prensky, Marcus Rance, Florian Rehbein, Victoria J. Rideout, Donald F. Roberts, Hans-Jürgen Rumpf, Douglas Rushkoff, Aneesh Simha, Benjamin Stillerman, Don Tapscott, Sherry Turkle, Wolf-Rüdiger Wagner, Mark Warschauer, Ludger Wößmann, Steven Yang, Michael Zhou

Fragen
KB IB clear
Ab welchem Alter sollen Kinder den Zugang zu Computern erhalten?
Fördern Computerspiele Gewalt?
Fördert Fernsehen Gewalt?
Fördert Mediengewalt reale Gewalt?
Macht das Internet einsam?
Was bringt Computereinsatz in der Schule?
Wie funktioniert Lernen?How does learning work?
Wie nutzen Kinder und Jugendliche Medien und ICT?
Wie sieht die Zukunft des Schulbuchs aus?What is the future of textbooks?

Aussagen
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Behauptung 53: Internet macht süchtig.
Behauptung 54: Internet macht einsam.
Behauptung 61: Das Internet erleichtert viele Straftaten - und jedermann kann davon betroffen sein.
Computer beeinflussen unser Verhalten
Computer sind teuer und veralten sehr rasch
Computerspiele machen süchtig
Das Internet macht unglücklich
Die Schule sollte ihr Geld für wichtigeres als für ICT ausgeben.
Eltern fühlen sich gedrängt, ihren Kindern Computer zu kaufen um deren Chancen zu erhöhen
Es braucht ein Fach 'Information und Kommunikation / Medienbildung / Medienkompetenz'
Facebook macht unglücklich
Gebildet sein, heisst Proportionen zu kennen
ICT beeinflusst Gesellschaft
ICT fördert Oberflächlichkeit
ICT führt dazu, dass wir unser Gedächtnis immer weniger benutzen
ICT in der Schule führt dazu, dass über Technik statt über Inhalt diskutiert wird
ICT schwächt Selbstkontrolle
Internet fördert Plagiarismus
Internet macht Wissen NICHT überflüssig.
Kinder benötigen reale und nicht virtuelle Erfahrungenchildren need real and not virtual experiences
Korrelation bedeutet nicht Kausalität
LehrerInnen benötigen Weiterbildung zur ICT-Nutzung im Unterricht (Didaktik).
Lernargument: ICT-Einsatz fördert das Lernen
Medienkompetenz ist wie Autofahrkompetenz
Multitasking führt zu Oberflächlichkeit
Schlaf fördert Lernen
Schreiben am Computer erleichtert die Überarbeitung von Textenwriting with a computer facilitates revisions of text
Schreiben am Computer führt zu verminderter Lesekompetenz
Selbstkontrolle fördert den beruflichen Erfolg
Selbstkontrolle ist lebenverlängernd
Soziale Medien machen unglücklich

Begriffe
KB IB clear
Adipositas, Alzheimer, Angstfear, Anonymitätanonymity, attention deficit hyperactivity disorder (ADHD)attention deficit hyperactivity disorder, Aufmerksamkeitattention, Bildungeducation (Bildung), Buchbook, Computercomputer, computer literacycomputer literacy, Computerspielecomputer game, Computervermittelte Kommunikationcomputer mediated communication, crowdsourcingcrowdsourcing, cyber-mobbingcyber-mobbing, delay of gratificationdelay of gratification, Depression, Digital ImmigrantsDigital Immigrants, Digital NativesDigital Natives, Digitalisierung, Dopamin, Ego-ShooterEgo-Shooter, Einsamkeit, E-LearningE-Learning, Elternparents, E-Maile-mail, EmbodimentEmbodiment, Episoden-Gedächtnis, facebook, Fernsehentelevision, Föderalismus, Gedächtnismemory, Gehirnbrain, Gesellschaftsociety, Gewaltviolence, Google, Handelnacting, information retrievalinformation retrieval, Informationstechnikinformation technology, Intelligenzintelligence, Intelligenztest / IQ, Interaktive Whiteboardsinteractive whiteboard, Internetinternet, Kinderchildren, Kindergarten, Knabenboy, Kommunikationcommunication, Körperbody, Kriminalität, Kulturtechnik, Kurzzeitgedächtnisshort-term memory, Langzeitgedächtnislong term memory, LAN-PartyLAN-Party, Lebenlife, Lebenslanges Lernenlifelong learning, Lernenlearning, Lesekompetenz, Mädchengirl, Marshmallow-TestDelay-of-Gratification Task, Mathematikmathematics, Medienmedia, Medienkompetenz/media literacymedia literacy, Mensch, Microsoft, Mobiltelefonmobile phone, MultitaskingMultitasking, Neuronneuron, Notebooklaptop, Notebooks an Schulennotebooks in schools, Oberflächlichkeit, OLPCOne Laptop per Child Project, Plagiarismusplagiarism, PowerPoint, Primärerfahrung, Programmierenprogramming, Raum / Ortspace / place, Reflex, Schlafsleep, Schreibenwriting, Schreiben am Computerwriting with a computer, Schreiben von Handhand writing, Schrift, Schriftspracherwerb, Schuleschool, Schulerfolgschool success, Selbstregulierung, SMSText messaging, Soziale Netzwerkesocial networking software, Sozialkompetenz, Sprachelanguage, Stressstress, studivz, Sucht, Suizidsuicide, Ultra-KurzzeitgedächtnisSensory memory, Unterricht, Verlagepublisher, World of Warcraft, Zufriedenheit / Glückhappyness
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Bücher
Jahr UmschlagTitelAbrufeIBOBKBLB
2004  Medienkompetenz revisited (Wolf-Rüdiger Wagner) 6, 12, 16, 14, 18, 8, 11, 10, 7, 28, 12, 2419153242157
2005    Generation M (Donald F. Roberts, Ulla G. Foehr, Victoria J. Rideout) 1, 1, 2, 1, 3, 3, 1, 2, 2, 1, 4, 822892
2006    The Media Familiy (Victoria J. Rideout, Elizabeth Hamel) 3, 3, 3, 3, 2, 2, 2, 4, 3, 2, 8, 2262124
2008   grown up digital (Don Tapscott) 1, 3, 2, 2, 1, 2, 2, 2, 4, 6, 4, 1015210235
2010    Generation M2 (Victoria J. Rideout, Ulla G. Foehr, Donald F. Roberts) 1, 2, 6, 2, 2, 1, 4, 2, 3, 8, 6, 620116211
2010   The Shallows (Nicholas G. Carr) 4, 1, 3, 4, 3, 1, 4, 2, 5, 10, 10, 1433714239
2010   Program or Be Programmed (Douglas Rushkoff) 6, 8, 5, 4, 1, 7, 5, 4, 11, 8, 2, 22379722408
2011   The Filter Bubble (Eli Pariser) 4, 8, 9, 8, 3, 5, 4, 6, 8, 14, 7, 14362514408
2011    Alone together (Sherry Turkle) 5, 10, 3, 5, 2, 2, 3, 2, 6, 18, 7, 16406216384
2011    The Digital Divide (Mark Bauerlein) 26, 57, 38, 37, 22, 25, 22, 28, 123, 44, 76, 188148341881039
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Texte
Jahr UmschlagTitelAbrufeIBOBKBLB
2001    Digital Natives, Digital Immigrants (Marc Prensky) 9, 12, 12, 12, 9, 6, 12, 10, 10, 14, 11, 381129382049
2001    Do They Really Think Differently? (Marc Prensky) 1, 4, 4, 4, 2, 4, 1, 1, 3, 4, 6, 816128593
2004    Computers and Student Learning (Thomas Fuchs, Ludger Wößmann) 6, 4, 4, 8, 5, 3, 3, 12, 6, 18, 5, 627961670
2008   Is Google Making Us Stupid? (Nicholas G. Carr) 3, 2, 2, 3, 2, 1, 2, 1, 2, 10, 5, 41964330
2009    Computerspielabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter (Florian Rehbein, Matthias Kleimann, Thomas Mößle) 1, 6, 4, 8, 6, 7, 3, 3, 4, 6, 6, 1061710274
2011    Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA) (Hans-Jürgen Rumpf, Christian Meyer, Anja Kreuzer, Ulrich John) 1, 1, 1, 3, 1, 2, 1, 2, 4, 10, 4, 4474174
2012    One Laptop per Child Birmingham (Mark Warschauer, Shelia R. Cotten, Morgan Ames) 1, 6, 3, 4, 9, 4, 6, 3, 4, 14, 7, 65346261
2012    Media use, face-to-face communication, media multitasking, and social well-being among 8- to 12-year-old girls (Roy Pea, C. Nass, Lynn Meheula, Marcus Rance, Aman Kumar, Holden Bamford, Matthew Nass, Aneesh Simha, Benjamin Stillerman, Steven Yang, Michael Zhou) 1, 2, 4, 2, 6, 5, 7, 1, 6, 12, 6, 46124266

iconDieses Buch erwähnt nicht... Eine statistisch erstelle Liste von nicht erwähnten (oder zumindest nicht erfassten) Begriffen, die aufgrund der erwähnten Begriffe eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, erwähnt zu werden.

iconZitate im Buch

Manfred SpitzerNach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen braucht man einen Computer zum Lernen genauso dringend wie ein Fahrrad zum Schwimmen oder ein Röntgengerät, um Schuhe anzuprobieren.
Von Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (2012) im Text Macht Google uns dumm? auf Seite 23

icon4 Einträge in Beats Blog

iconZitationsgraph

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iconErwähnungen Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconCo-zitierte Bücher

Buchcover

Payback

Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen

(Frank Schirrmacher) (2009)   
Buchcover

The Shallows

What the Internet Is Doing to Our Brains

(Nicholas G. Carr) (2010)   
Buchcover

Visible Learning

A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement

(John Hattie) (2009)    
Buchcover

Handygebrauch der Schweizer Jugend

Zwischen engagierter Nutzung und Verhaltenssucht

(Gregor Waller, Daniel Süss) (2012)    
Buchcover

Medienmündig

Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen

(Paula Bleckmann) (2012)   
Buchcover

Jedes Kind ist hoch begabt

Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen

(Gerald Hüther) (2012)   
Buchcover

Spielwiese Internet

Sucht ohne Suchtmittel

(Kai Müller) (2013)   
Buchcover

JIM-Studie 2013

Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland

(mpfs Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) (2013)    
Buchcover

Netzgemüse

Aufzucht und Pflege der Generation Internet

(Johnny Haeusler, Tanja Haeusler) (2012)
Buchcover

Cyberkrank!

Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert

(Manfred Spitzer) (2015)   
Buchcover

Digitaler Burnout

Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist

(Alexander Markowetz) (2015)   

iconVolltext dieses Dokuments

LokalAuf dem WWW Macht Google uns dumm?: Artikel als Volltext (lokal: PDF, 337 kByte; WWW: Link OK 2017-06-28)
LokalDigitale Demenz: Gesamtes Buch als Volltext (lokal: 1747 kByte)
LokalLaptops im Kindergarten?: Artikel als Volltext (lokal: PDF, 537 kByte)
LokalSchlaflosigkeit, Depression, Sucht & körperliche Folgen: Artikel als Volltext (lokal: PDF, 212 kByte)
LokalSchule: Copy and Paste - statt Lesen und Schreiben?: Artikel als Volltext (lokal: PDF, 1356 kByte)

iconStandorte Eine Liste von Orten, wo das Objekt physisch vorhanden ist.

Beat ( 06.08.2012), FHA Päd (302 ), PH Schwyz (756.1 SPIT ), PH-SO (071 SPIT ), PHZH (DW 4000 S761 )

iconBibliographisches Hier finden Sie Angaben um das gewählte Werk zu kaufen oder in einer Bibliothek auszuleihen.

Titel FormatBez.Aufl.JahrISBN      
Digitale DemenzD--03426276038SwissbibWorldcatBestellen bei Amazon.deBestellen bei ebook.de

iconBeat und Dieses Buch

Beat hat Dieses Buch während seiner Zeit am Institut für Medien und Schule (IMS) ins Biblionetz aufgenommen. Beat besitzt ein physisches und ein digitales Exemplar. (das er aber aus Urheberrechtsgründen nicht einfach weitergeben darf). Aufgrund der vielen Verknüpfungen im Biblionetz scheint er sich intensiver damit befasst zu haben. Es wird auch häufig von anderen Objekten im Biblionetz zitiert. Beat hat Dieses Buch auch schon in Blogpostings erwähnt.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.

Verweise auf Dieses Buch 24128823589644933362663442241432445923322216
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