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Observing Systems
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Cybernetics: Transactions of the Sixth Conference
Josiah Macy Jr. Foundation, New York
(1949)
Cybernetics: Transactions of the Seventh Conference
Josiah Macy Jr. Foundation, New York
(
Heinz von Foerster, Margaret Mead, Hans Lukas Teuber) (1950) 
Cybernetics: Transactions of the Eighth Conference
Josiah Macy Jr. Foundation, New York
(
Heinz von Foerster, Margaret Mead, Hans Lukas Teuber) (1952) 
Cybernetics: Transactions of the Ninth Conference
Josiah Macy Jr. Foundation, New York
(
Heinz von Foerster, Margaret Mead, Hans Lukas Teuber) (1953) 
Cybernetics: Transactions of the Tenth Conference
Josiah Macy Jr. Foundation, New York
(
Heinz von Foerster, Margaret Mead, Hans Lukas Teuber) (1955) 
Principles of Self-Organization
The Illinois Symposium on Theory and Technology of Self-Organizing Systems
(
Heinz von Foerster, G. W. Zopf Jr.) (1962) 

4. - 6. Februar 1994, Einsiedeln
(
Christiane Floyd, Heinz von Foerster, Henk Goorhuis, Hans Ruh, Helmut Schauer) (1994)

Kongreß "Die Schule neu erfinden", März 1996, Heidelberg
(
Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Fritz B. Simon) (1996)
Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen
Eine Selbsterschaffung in 7 Tagen
(
Heinz von Foerster, Albert Müller, Karl H. Müller) (1997)

Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners
Gespräche für Skeptiker
(Heinz von Foerster, Bernhard Pörksen) (1998)

Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen
Heinz von Foerster: Ein Portrait des Mitbegründers der Kybernetik
(
Heinz von Foerster, Hermann Rotermund) (1998)

Eine Autobiographie des Radikalen Konstruktivismus
(
Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld) (1999)
Texte von Heinz von Foerster 
| Jahr | Volltext | Text | Texttyp |
|---|---|---|---|
| Die Magie der Sprache und die Sprache der Magie | Text | ||
| Some Remarks on Changing Populations | Text | ||
| 1958 | Basic Concepts of Homeostasis erschienen in Homeostatic Mechanisms, Brookhaven National Laboratory | Text | |
| 1960 | On Self-Organizing Systems and Their Environments erschienen in Self-Organizing Systems, Marshall C. Yovits und Scott Cameron | Text | |
| 1960 | | Doomsday: Friday, November 13, AD 2026 ( L. W. Amiot, Heinz von Foerster, P. M. Mora) erschienen in Science 132*29, S. 1291-1295, 1960 | Text |
| 1960 | Some Aspects in the Design of Biological Computers erschienen in Second International Congress on Cybernetics, Procedings, Namur, S. 240-255, 1960 | Text | |
| 1960 | A Predictive Model for Self-Organizing Systems ( Heinz von Foerster, Gordon Pask) erschienen in Cybernetica 3 & 4 | Text | |
| 1961 | Population Density and Growth ( L. W. Amiot, Heinz von Foerster, P. M. Mora) erschienen in Science 133, S. 1931-1937 | Text | |
| 1961 | Doomsday ( L. W. Amiot, Heinz von Foerster, P. M. Mora) erschienen in Science 133, S. 936-946 | Text | |
| 1962 | Communication Amongst Automata erschienen in American Journal of Psychiatry 118, S. 865-871 | Text | |
| 1967 | | Time and Memory erschienen in Annales of the New York Academy of Sciences, 138(2), 1967, p. 866-873 | Text |
| 1967 | | The Logic Structure of Evolution and Emanation ( Heinz von Foerster, Gotthard Günther) erschienen in Annals of the New York Academy of Sciences (Band 138 (1967) 874-891) | Text |
| 1970 | Thoughts and Notes on Cognition erschienen in Cognition: A Multiple View, P. Garvin | Text | |
| 1970 | Bionics, Critique and Outlook erschienen in Principles and Practice of Bionics, H. E. von Gierke, W. D. Keidel and H. L. Oestreicher | Text | |
| 1984 | Erkenntnistheorien und Selbstorganisation erschienen in Der Diskurs des radikalen Konstruktivismus (Seite 133 - 158) | Text | |
| 1985 | Entdecken oder Erfinden - Wie lässt sich Verstehen verstehen ? erschienen in Einführung in den Konstruktivismus (Seite 41 - 88) | Text | |
| 1987 | | Abbau und Aufbau erschienen in Lebende Systeme (Seite 19 - 33) | Text |
| 1989 | Begegnung mit Gotthard Günther erschienen in Lebenslinien der Subjektivität, Kybernetische Reflexionen | Text | |
| 1990 | Carl Auer und die Ethik der Pythagoräer erschienen in Carl Auer: Geist or Ghost | Text | |
| 1992 | Self-Organization and Software Development ( Christiane Floyd, Heinz von Foerster) erschienen in Software Development and Reality Construction (Seite 75 - 85) | Text | |
| 1997 | | Interview mit Heinz von Foerster ( Heinz von Foerster, Albert Müller, Karl H. Müller) erschienen in Konstruktivismus und Kognitionswissenschaft (Seite 221 - 234) | Text |
| 2004 | Systemik - oder Zusammenhänge sehen ( Christiane Floyd, Heinz von Foerster) erschienen in Die andere Intelligenz | Text |
Interviews mit Heinz von Foerster 
| Jahr | Volltext | Text |
|---|---|---|
| 2001 | In jedem Augenblick kann ich entscheiden, wer ich bin (Bernhard Pörksen, Heinz von Foerster) erschienen in Abschied vom Absoluten (Seite 19 - 45) |
Definitionen von Heinz von FoersterVon Heinz von Foerster gibt es im Biblionetz insgesamt 20 Definitionen zu den Begriffen Emergenz, Epistemologie (Erkenntnistheorie), Erkennen, Erklärung, Erklärungsprinzip, Gödelsches Theorem, Heterarchie, Information, Konsensueller Bereich, Konstruktivismus, Kybernetik, Maschine, triviale, Metaphysik, Numarete, Ontologie, System, Turing-Test
Bemerkungen von Heinz von FoersterVon Heinz von Foerster gibt es im Biblionetz Bemerkungen zu:
Biographien
Bemerkungen über Heinz von Foerster
I became increasingly impressed by how Heinz avoided referring to any fixed theoretical framework. Rather, the emphasis was on showing theories as emerging, shaped by the choices made by their authors, tried and used by others, and found to be more or less useful.
Zeitleiste von Heinz von Foerster
CoautorInnenL. W. Amiot, James W. Beauchamp, Monika Broecker, Christiane Floyd, Ernst von Glasersfeld, Henk Goorhuis, Gotthard Günther, Margaret Mead, P. M. Mora, Albert Müller, Karl H. Müller, Gordon Pask, Bernhard Pörksen, Hermann Rotermund, Hans Ruh, Helmut Schauer, Fritz B. Simon, Hans Lukas Teuber, G. W. Zopf Jr.
Zitationsnetz 
Begriffswolke von Heinz von Foerster
Zitate von Heinz von Foerster
im Buch Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen (1997) im Text Fünfter Tag auf Seite 173
Man muss sich einfach klarmachen, dass jede Vorstellung von einem Gesetz eine hemmende Wirkung besitzt.
Schon von Ludwig Wittgenstein wissen wir, dass der Glaube an den Kausalnexus ein moderner Aberglaube ist.
Es ist weitaus bequemer, ein Menschliches Sein (human being) als ein Menschliches Werden (human becoming) zu sein.
Wenn der Begriff der Wahrheit überhaupt nicht mehr vorkäme, könnten wir vermutlich alle friedlich miteinander leben.
Wäre es nicht möglich, so denke ich manchmal, den Verweis auf die Wahrheit durch die Idee des Vertrauens zu ersetzen?
Aber nur die Fragen, so lautet mein metaphysisches Prinzip, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden.
Wir werden zu Metaphysikern, ob wir uns so nennen oder nicht, wenn wir Fragen entscheiden, die prinzipiell unentscheidbar sind.
Die Welt als eine Erfindung aufzufassen, heisst, sich als ihren Erzeuger zu begreifen; es entsteht Verantwortung für ihre Existenz.
Die Suche nach einer Definition freut mich nicht besonders, da auf diese Weise stets eine konzeptionelle Grenze ins Leben gerufen wird.
Ich habe überhaupt keine Erkenntnistheorie, sondern ich staune, ich lasse mich von der Welt faszinieren - und versuche, sie zu verstehen.
Aufgabe der Pädagogik: Enttrivialisierung, auf andere Antworten aufmerksam machen, zu einer Vielfalt der Lösungen und Sichtweisen anregen.
Heinz von Foersters Theorem Nr. 1: Je tiefer das Problem, das ignorier wird, desto grösser sind die Chancen, Ruhm und Erfolg einzuheimsen.
Heinz von Foersters Theorem Nr. 3: Die Naturgesetze werden von Menschen geschrieben. Die Gesetze der Biologie müssen sich selbst schreiben.
Eine die Verantwortung sichtbar machende Formulierung müsste lauten: 'Es ist so, wie Du es sagst.' und nicht: 'Ich sage es, weil es so ist."
Mich beschäftigt nicht irgendeine Epistemologie, sondern meine gesamte Erkenntnistheorie ist eigentlich, wenn man so will, eine Neugierologie.
Mit diesem so beliebten Gesellschaftsspiel, die eigene Verantwortung irgendwie wieder loszuwerden, möchte ich ausdrücklich nichts zu tun haben.
Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, Prozess und Substanz, Relation und Prädikat, und schliesslich Qualität und Quantität zusammenzuwerfen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich nicht so sehr ein expliziter Erkenntnistheoretiker bin, sondern ein Mensch, der nach seinem eigenen Gewissen handelt.
Mein Ziel ist es, den grossen Worten zu entgehen, überall Löcher in diese Wortballons zu pieksen und auch zu einer Skepsis gegenüber dem Konstruktivismus zu inspirieren.
Die drei Begriffe der Regelung, der Entropieverzögerung und des Rechnens bilden somit ein in sich verknüpftes Begriffsnetz, das für mich das Wesen der Kybernetik ausmacht.
In dem Moment, in dem man von Wahrheit spricht, entsteht ein Politikum, und es kommt der Versuch ins Spiel, andere Auffassungen zu dominieren und andere Menschen zu beherrschen.
Die Referenz auf die Aussenwelt und das Gegebene lässt sich, so behaupte ich, wunderbar verwenden, um die eigene Verantwortung zu eliminieren. Das ist der tiefe Schrecken der Ontologie.
In jedem meiner Gespräche über, sagen wir, die Wissenschaft, Philosophie, Epistemologie, Therapie usw. bin ich bemüht, meinen Sprachgebrauch so im Griff zu haben, dass Ethik impliziert ist.
Die übliche Vorstellung von einem Lehrer ist, dass er alles weiss - und die Kinder, die Schüler, nichts wissen. Lernen wäre demnach als die schrittweise Beseitigung von Unwissen zu begreifen.
Worauf es ankommt ist, dass ethische Fragen nicht zurückgelehnt im Lehnstuhl besprochen werden können; sie ergeben sich in einer konkreten Situation, sie sind nicht abgehoben und losgelöst debattierbar.
Ich mag Differentialgleichungen, weil sie das geometrische mit dem algebraischen Denken verbinden. Formalismen dieser Art sind für mich wie Fahrradfahren oder Schwimmen, eigentlich lernt man das von alleine.
Wenn jemand von Gesundheit spricht, wenn das Wort Therapie oder unter den Anhängern eines New Age der Begriff der Heilung auftaucht, wird sofort die Idee der Krankheit eingeführt und der andere implizit pathologisiert.
Meine Vorstellung ist dagegen, dass das Wissen von einem Menschen selbst generiert wird und es im wesentlichen darauf ankommt, die Umstände herzustellen, in denen diese Prozesse der Generierung und Kreation möglich werden.
Aber [...] [es] ist nicht mein Problem, wenn ein anderer sich in die Blindheit gegenüber der Vielzahl der Möglichkeiten flüchtet, damit muss dieser Mensch selbst fertig werden. Ich würde niemals versuchen, ihn zu überzeugen.
Der Begriff der Wahrheit ist, wenn man es genau nimmt, ein Chamäleon der Philosophiegeschichte mit einer - je nach Benutzer - immer etwas anderen Färbung- Bei Descartes hat das Wort Flecken, bei Kant Streifen, bei Schopenhauer Punkte.
Wissen lässt sich nicht vermitteln, es lässt sich nicht als eine Art Gegenstand, eine Sache oder ein Ding begreifen, das man - wie Zucker, Zigaretten, Kaffee - von A nach B transferieren kann, um in einem Organismus eine bestimmte Wirkung zu erzeugen.
Mein Ziel ist es vielmehr, den Begriff der Wahrheit selbst zum Verschwinden zu bringen, weil sich seine Verwendung auf eine entsetzliche Weise auswirkt. Er erzeugt die Lüge, er trennt die Menschen in jene, die recht haben, und jene, die - so heisst es - im Unrecht sind.
Ich möchte lernen, meine Sprache so zu beherrschen, dass Ethik, ganz gleich, ob es um Politik, Wissenschaft, Poesie oder was auch immer geht, implizit bleibt und es mir gelingt, meine eigene Person stets als Bezugsquelle meiner jeweiligen Beobachtungen sichtbar zu machen.
Mein Wunsch wäre es, meine Sprache so zu beherrschen, dass Ethik in jedem Dialog - ganz gleich ob es um Politik, Wissenschaft, Poesie oder was auch immer geht - implizit bleibt, so dass ich, wenn ich einen bestimmten Satz gesagt habe, immer noch ein anständiger Mensch bin.
Es ist kein Wunder, dass ein Bildungssystem, welches den Prozess der Erzeugung neuer Prozesse mit der Verteilung von Gütern, genannt 'Wissen' verwechselt, in den dafür bestimmten Empfängern grosse Enttäuschung hervorrufen muss, denn die Güter kommen nie an: es gibt sie nicht!
Denken Sie doch an unsere Kinder, die absolut nicht-triviale Maschinen sind. Also man fragt: Wie viel ist zwei mal zwei, da sagt er: grün. So geht das nicht weiter, da schickt man ihn sofort in eine staatliche Trivialisationsmaschine, da wird er trivialisiert: zweimal zwei ist vier!
Aus den Entdeckern werden höchstwahrscheinlich Astronomen, Physiker und Ingenieure; aus den Erfindern Familientherapeuten, Poeten und Biologen. Und für alle wird das Zusammenleben ebenfalls unproblematisch sein, solange die Entdecker die Erfinder entdecken, und die Erfinder die Entdecker erfinden.
Nehmen Sie nur die Frage: Was ist Sprache? In dem Moment in dem man diese Frage stellt, wird Sprache erzeugt. Sprache läßt sich nicht ontologisch und mit dem Hinweis auf irgendein merkwürdiges Organ, von dessen Existenz der Linguist Noam Chomsky ausgeht, erklären, sondern nur ontogenetisch. Sprache ist nicht, sie geschieht.
Ich möchte den Glauben an [...] [die] absolute Gültigkeit [von Gesetzen] irritieren. Sie möchten wissen, dass es eine Zeit in meinem Leben gab, in der die Gesetze so komplett wahnsinnig waren, dass man einfach hätte sagen müssen: Diese widerlichen Gesetze müssen weg, sie passen nicht zu einem menschlichen Miteinander, die Gesetzgeber gehören eingesperrt.
Meine Auffassung ist in der Tat, dass die Rede von der Wahrheit katastrophale Folgen hat und die Einheit der Menschheit zerstört. Der Begriff bedeutet - man denke nur an die Kreuzzüge, die endlosen Glaubenskämpfe und die grauenhaften Spielformen der Inquisition - Krieg. Man muss daran erinnern, wie viele Millionen von Menschen verstümmelt, gefoltert und verbrannt worden sind, um die Wahrheitsidee gewalttätig durchzusetzen.
Wenn wir uns [...] als die Erfinder und Erzeuger unsrer Umwelt verstehen, dann existiert das Problem der Anpassung überhaupt nicht. Es verschwindet. Denn man kann doch nicht etwas erfinden, was man nicht erfinden kann und was nicht zu einem passt. Also sind wir immer und in jedem Fall angepasst. Und diese Einsicht ist es, die, so meine ich, den Menschen näher zum Menschen bringt: Er wird zum Vater oder zur Mutter aller Dinge und aller Erscheinungen.
Wir müssen Vorträge, Bücher, Diapositive, Filme usw. nicht als Information, sondern als Träger potentieller Information ansehen. Dann wird uns nämlich klar, dass das Halten von Vorträgen, das Schreiben von Büchern, die Vorführung von Diapositiven und Filmen usw. kein Problem löst, sondern ein Problem erzeugt: Nämlich zu ermitteln, in welchen Zusammenhängen diese Dinge so wirken, dass sie in den Menschen, die sie wahrnehmen, neue Einsichten, Gedanken und Handlungen erzeugen.
Ich will noch einmal betonen, dass ich im Grunde genommen aus der gesamten Diskussion über Wahrheit und Lüge, Subjektivität und Objektivität aussteigen will. Diese Kategorien stören die Beziehung von Mensch zu Mensch, sie erzeugen ein Klima, in dem andere überredet, bekehrt und gezwungen werden. Es entsteht Feindschaft. Man sollte diese Begriffe einfach nicht mehr verwenden, da sie, so behaupte ich, durch blosse Erwähnung und auch durch die Verneinung oder Ablehnung am Leben erhalten werden.
Für mich ist Ethik der Atem, der all mein Tun und Handeln mit der Gewissheit belebt, dass niemand sonst, nur ich für mein Tun und Handeln verantwortlich ist. Ich versuche daher für mich folgende Regel einzuhalten: In jedem meiner Gespräche - sei es über Wissenschaft, Philosophie etc. oder im täglichen Leben - mich zu bemühen, meine Sprache so zu meistern, dass Ethik implizit bleibt. Warum? Weil ich fürchte, wenn Ethik auftaucht und explizit wird, ihr Atem erstickt in den Debatten über Moral.
Ob jemand, der einen Psychotherapeuten aufsucht, krank ist oder gesund - wer weiss das schon? Sicher ist doch lediglich, dass dieser Mensch an seinem Unglück leidet. Er kommt, um Hilfe zu suchen, nicht um geheilt zu werden. Und die Trauer über die eigene Verfassung oder den Zustand der Welt ist nicht notwendigerweise pathologisch, sondern womöglich viel eher ein Zeichen mentaler Gesundheit: Man merkt, dass irgend etwas nicht stimmt, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass es einen guten Grund gibt, um traurig zu sein.
Ich fände es angenehmer, wenn man mir zuhören würde, ohne mich mit irgendeiner Vokabel festzunageln, ohne gleich zu etikettieren: Heinz von Foerster, das ist ein Konstruktivist! Und das sind die Leute, die glauben, dass alles Illusion ist, dass in der Welt keine wirklichen Gegenstände herumkugeln. Mir würde es eher gefallen, wenn man sich fragen würde: wer ist dieser Heinz von Foerster? Natürlich ist er verrückt, das ist schon klar. Aber wer ist er? Was möchte er sagen? In dem Moment, in dem der andere sich diese Fragen stellt, beginnt er zuzuhören. Unser Gespräch bekommt eine Basis. Und der Tanz des gemeinsamen Dialogs kann beginnen.
Denken Sie nur an den gesellschaftlichen Umgang mit Kindern, die sich - zu unserem Schrecken - vielfach auf eine nichttriviale Weise verhalten. Man fragt ein Kind: "Was ist zwei mal zwei?" Und es sagt: "Grün!" Eine solche Antwort ist auf eine geniale Weise unberechenbar, aber sie scheint uns unzulässig, sie verletzt unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Berechenbarkeit. Dieses Kind ist noch kein berechenbarer Staatsbürger, und vielleicht wird es eines Tages nicht einmal unseren Gesetzen folgen. Die Konsequenz ist, daß wir es in eine Trivialisationsanstalt schicken, die man offiziell als Schule bezeichnet. Und auf diese Weise verwandeln wir dieses Kind Schritt für Schritt in eine triviale Maschine, das unsere Frage "Was ist zwei mal zwei?" auf immer dieselbe Weise beantwortet.
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