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Definitionen von Heinz von Foerster

Auf dieser Seite sind alle im Biblionetz vorhandenen Definitionen von Heinz von Foerster aufgelistet.

Emergenz
Epistemologie (Erkenntnistheorie)
Erkennen
  • Erkennen bedeutet, dass innerhalb des Nervensystems Zusammenhänge zwischen verschiedenen Empfindungen hergestellt werden. Um ein Beispiel zu geben: Man sieht ein Etwas, es läuft herum, besitzt sechs Füsschen und hat auch noch Flügel. Und dieses Etwas brummt, erzeugt ein Geräusch. Es sticht und verursacht Schmerz. Wie lässt es sich benennen? Die Erkenntnis dessen, worum es sich handelt, ist das Ergebnis der Wechselwirkung dieser verschiedenen Empfindungen und Wahrnehmungen: Man korreliert den Schmerz eines Stiches, die Seh- und Brummerfahrung und sagt dann zu einem anderen Menschen: Mich hat gerade eine Wespe gestochen!
    von Heinz von Foersterim Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (1998) im Text Biologie der Wahrnehmung
  • Erkenntnis sind die Prozesse, die vergangene und gegenwärtige Erfahrungen integrieren, um neue Tätigkeiten auszubilden, entweder als Nerventätigkeit, die wir innerlich als Denken und wollen wahrnehmen können, oder aber als äusserlich wahrnehmbare Sprache und Bewegung.
    von Heinz von Foersterim Buch Wissen und Gewissen im Text Zukunft der Wahrnehmung: Wahrnehmung der Zukunft (1971) auf Seite 4
Erklärung
  • Bitte erinnern Sie sich, dass ich eine Erklärung als eine semantische Brücke beschrieben habe, die zwei Beobachtungen miteinander verknüpft. Sie ist ein Phänomen der Sprache.
    von Heinz von Foersterim Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (1998) im Text Kybernetik auf Seite 109
Erklärungsprinzip
Gödelsches Theorem
  • Das Gödelsche Theorem sagt zwei Dinge:
    1. Innerhalb der Regeln eines Systems, etwa der Arithmetik, kann die Konsistenz dieses Systems nicht bewiesen werden ("Inkonsistenz").
    2. Mit den Regeln eines Systems, z.B. der Principia, können bestimmte Aussagen innerhalb dieses Systems nicht bewiesen werden ("Unvollständigkeit").
    von Heinz von Foersterim Buch Wissen und Gewissen (1993) im Text Verstehen verstehen auf Seite 288
Heterarchie
  • Das Wort Heterarchie geht [...] auf die griechischen Wörter heteros (der andere) und archein (herrschen) zurück. Heterarchie bedeutet: die Herrschaft des anderen. Es ist nicht mehr der Heilige, der von oben herab regiert, es hat keinen Sinn mehr, von absoluten werten zu sprechen; jeder ist an der Herrschaft beteiligt, die Herrschaft wird zirkulär.
    von Heinz von Foersterim Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (1998) im Text Management auf Seite 87
Information
Konsensueller Bereich
  • Der "konsensuelle Bereich" ist, wenn ich beobachte: "Die beiden Tänzer tanzen." Oder: Ich bin einer der beiden Tänzer. Wir tanzen jetzt. Dann haben wir nach Maturana einen "konsensuellen Bereich" etabliert. Ich würde sagen: "Jetzt tanzen wir."
    von Heinz von Foersterim Buch Teil der Welt (2002) im Text Dritter Akt: Bedeutung auf Seite 346
Konstruktivismus
Kybernetik
  • Wie im allgemeinen bekannt ist, spricht man von Kybernetik, wenn Effektoren, wie z.B. ein Motor, eine Maschine, unsere Muskeln usw. mit einem sensorischen Organ verbunden sind, das mit seinen Signalen auf die Effektoren zurückwirkt.
    von Heinz von Foersterim Buch KybernEthik im Text Ethik und Kybernetik zweiter Ordnung (1990)
Maschine, triviale
Metaphysik
  • Ein Metaphysiker ist einer, der über prinzipiell unentscheidbare Fragen für sich entscheidet.
    von Heinz von Foersterim Buch Teil der Welt (2002) im Text Vorhang auf: Erster Akt auf Seite 12
Numarete
  • Diese Maschine bestand aus vierhundert kleinen Fotozellen, die im Quadrat von zwanzig angeordnet waren. Wenn du auf dieses quadratische Fotozellensystem irgendwelche Gegenstände gelegt hast [...] hat die Maschine unabhängig von der Beleuchtung und unabhängig von der Grösse, der Position und der Form dieser Gegenstände die Anzahl der Gegenstände ausgerechnet.
    von Heinz von Foersterim Buch Teil der Welt (2002) im Text Zweiter Akt: 'Ich bin Teil der Welt' auf Seite 218
Ontologie
System
Turing-Test
  • Man stelle sich vor: Da ist ein kleines Theater mit einem roten Samtvorhang. Und hinter diesem Vorhang ist etwas, befindet sich eine nicht näher bekannte Entität. Vor dem Vorhang sitzen mehrere Gelehrte mit Zwickern, Brillen und langen Bärten. Diese Gelehrten dürfen jetzt diesem Etwas, dieser Entität Fragen stellen. Nach einiger Zeit werden sie sagen, dass sich hinter dem Vorhang eine Maschine oder ein Mensch befindet oder dass diese Frage unentscheidbar ist. Wenn sie aufgrund der gegebenen Antworten glauben, dass sich hinter dem Vorhang ein Mensch befindet, es sich aber um eine Maschine handelt, dann muss der Maschine Intelligenz zugesprochen werden.
    von Heinz von Foersterim Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (1998) im Text Pädagogik