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Eine Dienstleistungsgesellschaft braucht nicht disziplinierte, obrigkeitshörige Arbeiter, die nie aufmucken, sondern Leute, die selbstständig denken und handeln.
Leitziel Nr. 5: Das Bildungswesen muß sich intensiv um die Vermittlung eines angemessenen Freizeitverständnisses und die Fähigkeit zur Gestaltung der Freizeit bemühen.
Leitziel Nr. 3: Das Bildungswesen muß sich intensiv bemühen, Qualifikationen des Menschen zu entwickeln, die deutlich jenseits der Möglichkeiten der Informationstechnik liegen.
Leitziel Nr. 2: Jeder Bürger muß in den Stand versetzt werden, die breiten Möglichkeiten der Informationstechnik als Erweiterung seiner persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten aktiv nutzen zu können.
Die Fähigkeit, fremdes Wissen und Informationen auf deren Wert, deren Reichweite und Bedeutung zu überprüfen, gehört zu den eigentlich bildenden Schlüsselkompetenzen in der modernen Wissensgesellschaft.
Leitziel Nr. 4: Es muß Ziel zukünftiger Bildungsbemühungen sein zu vermitteln, daß der Einsatz menschlicher Arbeit in Zukunft in den Industrienationen zur Basislebenserhaltung nicht unbedingt notwendig ist.
Leitziel Nr. 6: Es sollte Aufgabe des Bildungswesens werden, grundsätzlich an der Gestaltung des Zugangs und der Verfügbarkeit von Wissen aller Art mitzuwirken - weit über den heutigen, nur auf die personale Lehre begrenzten Rahmen hinaus.
Leitziel Nr. 1: Das Bildungswesen muß sich insgesamt verstärkt um die Qualifizierung des Lernenden für ein individuell-menschliches Leben bemühen - auf Kosten der Vernachlässigung des Trainings rational-intellektueller Fakten und Prozeduren.
«Was soll gelernt werden, wenn die Informationstechnik wichtige Teile des menschlichen Handelns und Denkens übernimmt und wenn jeder einzelne in den Industrienationen einen leichten und billigen Zugriff zu technisch verfügbarer Information und Informationsverarbeitungsleistung hat?»
It is widely accepted that certain core competences are essential for individuals to participate
successfully within a knowledge-based society. These core competences, which learners’ should
strive to acquire, are: self-direction and creativity, critical thinking and problem-solving skills,
collaborative team-work and communication skills.
Genau diese Frage ist bisher nie breit diskutiert worden. Ich bin der Meinung, dass wir lange Zeit eine sehr gute Volksschule hatten. Doch sie war auf die Bedürfnisse der Industriegesellschaft ausgerichtet. Heute leben wir in einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft, sie braucht Menschen mit anderen Kompetenzen. Eine Gesellschaft, die auf den einzelnen Menschen und nicht mehr auf die Masse setzt, braucht einen individualisierten Schulunterricht.
Er braucht im Wesentlichen menschliche Qualifikationen,
d.h. die alten Dinge, die wir früher als
Metaqualifikationen bezeichnet haben, solidarisch
miteinander umgehen können, kommunizieren können,
Überblickswissen zu haben, sein affektives und
emotionales Verhalten unter Kontrolle zu kriegen. Das
sind Dinge, die wir mehr und mehr brauchen, weil die
kognitive Last von Informationstechnik uns abgenommen
wird und immer mehr abgenommen werden wird.
Im Zeitalter der Anwenderpakete wird damit das Programmieren nicht mehr nur als Werkzeug benötigt, sondern als Gedankengut, das den vernünftigen Einsatz der Werkzeuge ermöglicht, die von anderen erstellt wurden. Eine ähnliche Aussage
gilt für jede Art von Allgemeinbildung. Denn darunter versteht man Gedankengut, das man selten für direkten Nutzen einsetzt, das einem aber eine Geisteshaltung erlaubt, um Detailkenntnisse von transienter Bedeutung im Tagesgeschäft vernünftig einzusetzen.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es für das Individuum wie für die Gesellschaft das Beste ist, wenn der Einzelne seine Stärken möglichst gut verwirklichen kann, die in ihm schlummern. Ich bin gegen die Züchtung jeglicher Monokulturen in der Schule, ob das nun Dienstleister oder Informatiker seien, denn niemand kennt die Bedürfnisse der Gesellschaft in zwanzig Jahren. Orientieren wir uns also an den Fähigkeiten des einzelnen Kindes und machen eine Schule, die diese möglichst fördert und dadurch kompetente und selbstbewusste Menschen heranzieht.
Die Vermittlung der Fähigkeit, Informationen auszuwählen, zu strukturieren und zu interpretieren, wird zur Kernkompetenz von Lehrpersonen. Die PISA-Studie 2003 hat gezeigt, dass gerade Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Schichten auf den Erwerb solcher Kompetenzen an den öffentlichen Schulen in der Schweiz angewiesen sind, damit sie nicht von den Chancen der Informationsgesellschaft abgekoppelt werden.
In der Vergangenheit entwickelte Gewissheiten darüber, welche Kenntnisse der nachfolgenden Generation in welcher Reihenfolge weiterzugeben seien, sind heute fragwürdig geworden. Mit der Wissensgesellschaft, schon mit dem Fernsehen und insbesondere mit dem Internet wird die Vorstellung eines geordneten und verantwortlich arrangierten Zugangs zu den Informationen der Erwachsenenwelt Illusion. Eltern und Lehrerinnen können heute weniger denn je kontrollieren, was Kinder und Jugendliche wann lesen, sehen und aufnehmen; sie wissen dies nicht einmal dann, wenn sie noch zu denen gehören, die ihren Kindern eine kontrollierte Umgebung organisieren können.
Informatikwissen ist aber keineswegs grundsätzlich von Kurzlebigkeit, Wirtschaftsdruck und ungenügender Systematik geprägt, im Gegenteil. Beim Informatikwissen ist zwischen Produktewissen und Konzeptwissen zu unterscheiden. Während das Produktewissen gerade bei den häufig verwendeten Standardprogrammen sehr kurzlebig sein kann (höchstens wenige Jahre), hat das Konzeptwissen auch in der Informatik einen langfristigen Horizont. Informatik-Freaks unter den Schülern glänzen gerne mit Produktewissen ("die Spezialitäten der Version X des Textverarbeitungsprogramms Y"; "der neue Befehl Z") - und verwerten dieses nicht selten bereits lukrativ in ihrer Freizeit bei dankbaren Kunden. Aufgabe einer Lehrperson auf Gymnasialstufe ist es aber, das zugehörige Konzeptwissen zu vermitteln. Damit sollen allen Schülern Zusammenhänge erschlossen werden, die auch manchen Computer-Freaks kaum bekannt sind.
Begriffe | Informationsgesellschaft |


) (1984)
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