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Beats Biblionetz - Begriffe

digital dividedigital divide

iconDefinitionen

Die Kluft zwischen denjenigen, die auf die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zugreifen und diese wirksam einsetzen können, und denjenigen, die dies nicht können.
Von Europäische Kommission im Text Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen (2001)
The well-known phrase “digital divide” describes the gulf between individuals who have access to information technology and individuals who do not have access to information technology. Like so many negative phenomena, the digital divide discriminates disproportionately against people of lower socioeconomic status.
Von David A. Wiley, John Hilton III in der Zeitschrift International Review of Research in Open and Distance Learning (2009) im Text Openness, Dynamic Specialization, and the Disaggregated Future of Higher Education
Philippe WampflerDie digitale Klu- oder digital divide bezeichnet das Phänomen, dass gewisse Menschen oder soziale Gruppen die Möglichkeiten digitaler Kommunikation und der Datenverarbeitung intensiv nutzen können, andere Menschen und Gruppen jedoch nicht, weil ihnen der Zugang zur Infrastruktur, die notwendigen Geräte oder Kompetenzen fehlen.
Von Philippe Wampfler im Buch Generation »Social Media« (2014) im Text Einleitung auf Seite 35
Heike SchaumburgEnde der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass die Expansion der Nutzung digitaler Medien entlang sozioökonomischer Grenzlinien erfolgt. Wirtschaftlich besser gestellte soziale Gruppen bzw. soziale Gruppen mit höherem Bildungsniveau waren zunächst mit digitalen Medien besser ausgestattet und nutzten diese intensiver als wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsteile und Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau (Groebel und Gehrke 2002). Unter dem Schlagwort digital divide wurde die Befürchtung einer digitalen Spaltung geäußert, bei der sozial schwächere Gruppen aufgrund des fehlenden Zugangs zu digitalen Medien benachteiligt werden, weil ihnen hiermit der Zugang zu Information und damit zu gesellschaftlicher Partizipation erschwert wird (zusammenfassend in Zillien 2009). Inzwischen verfügt die große Mehrheit der deutschen Haushalte über einen Internetzugang und eine Fülle digitaler Endgeräte (s. Kapitel 2.1), sodass von einer digitalen Spaltung im Sinne fehlender Zugangsmöglichkeiten (zumindest in Deutschland) keine Rede mehr sein kann. Dennoch sprechen verschiedene Autoren weiterhin von digitaler Ungleichheit (Henke, Huster und Mogge-Grotjahn 2012; Kutscher 2014; Niesyto 2010). Damit ist gemeint, dass trotz vergleichbarer technischer Ausstattung Unterschiede darin bestehen, wie digitale (und nichtdigitale) Medien genutzt werden.
Von Heike Schaumburg im Buch Individuell fördern mit digitalen Medien im Text Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule (2015)

iconBemerkungen

Die digitale Spaltung ist also insgesamt nur ein Sekundärphänomen, sie ist nicht selbst ein Problem. Die sozialen Unterschiede, denen entlang sie verläuft, bestehen zwischen gut und schlecht Verdienenden oder zwischen gut und schlecht Gebildeten - und diese Ungleichheit besteht eben nicht wegen der ungleichen Internetnutzung auf den beiden Seiten, geschweige denn könnte sie aufgehoben oder gelindert werden durch den Zugang aller zum Netz.
Von Guido Mingels im Text Die Revolution, die keine war (2005)
Die Rede vom «digitalen Graben» hat öfter nur zugedeckt, dass der Graben – mindestens in unseren Breitengraden – eher eine diskursive Konstruktion oder etwas salopper gesagt, ein Grübchen ist. Die Gleichung Zugang zur Bildung ist Zugang zum Internet stimmt, mindestens für die Schweiz nicht, auch wenn die Medien, sekundiert von Technologie- Experten dies eine Zeitlang suggerierten. Ein wirklicher Graben droht dort, wo es an Neugier, Interesse und möglicherweise an noch viel handfesteren Dingen wie Lesefähigkeit mangelt.
Von Dominik Landwehr in der Zeitschrift Bildung Schweiz 10a/2006 (2006) im Text Nicht das Internet, die Neugier ist entscheidend
Vor einigen Jahren verstand man unter digitalem Graben noch die Kluft, welche die Informationstechnologie zwischen solchen schafft, die Zugang dazu haben und jenen, die keinen Zugang haben. Immer mehr zeichnet sich ab, dass das Problem an ganz anderer Stelle liegt. Fast alle haben die Möglichkeit heute, aber nicht alle nutzen sie auf sinnvolle Weise. Der digitale Graben öffnet sich zwischen jenen, die Technologie zur persönlichen Entwicklung zu gebrauchen verstehen, und jenen, die damit einzig aus der Realität flüchten. Der Fachausdruck dafür heisst Eskapismus. An sich ist das kein neues Phänomen. Schon bisher gibt es beispielsweise Leser von Büchern, die daraus nichts lernen (in einem weiten Sinn verstanden) und nur ihre Zeit totschlagen, und solche, die privat, beruflich und/oder in ihrer Sozialkompetenz aus Büchern lernen. Die neuen Technologien mit ihrem immensen Potenzial verstärken diese Kluft in der Wissensgesellschaft, wo Informationen zwar vorhanden sind wie nie zuvor, diese an sich aber noch nichts nützen, wenn man nicht versteht, aus Informationen sinnvolle Inhalte zu destillieren.
Von Georges T. Roos im Text Das iPhone in der Schultheke (2009)
Unter dem Schlagwort 'digital divide' fand in den zurückliegenden Jahren eine umfangreiche öffentliche Auseinandersetzung um den Einfluss der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen und somit auf die Gewährleistung von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit in der Informationsgesellschaft statt. Ausgangspunkt der Diskussion ist die empirisch beobachtbare Tatsache, dass diese Technologien, und dabei insbesondere das Internet, sich zwar mit grosser Geschwindigkeit ausbreiten, diese Ausbreitung allerdings sozial sehr heterogen erfolgt. Die sich daraus ergebenden Differenzen im Technologiezugang verschiedener sozialer Gruppen werden als Zugangsklüfte bezeichnet. Problematisch an diesen Zugangsklüften ist, dass vor allem solche sozialen Gruppen von den Anwendungsmöglichkeiten von Computer und Internet ausgeschlossen bleiben oder zumindest in der Gruppe der Nutzer unterrepräsentiert sind, die ohnehin schon zu den unterprivilegierten Schichten der Gesellschaft gehören. Aus der Deutung dieser Zugangsungleichheiten als Vorboten einer neuen Zweiklassengesellschaft, mit einer technologieaffinen Informationselite auf der einen Seite und einer technologieabstinenten Informationsparia auf der anderen Seite, ergibt sich ein Bedrohungsszenario, dem auf der Policy-Ebene mit zahlreichen Fördermassnahmen begegnet wird, deren generelles Ziel in der Gewährleistung eines Internetzugangs für alle Bürgerinnen und Bürger besteht.
Von Mirko Marr in der Zeitschrift Medien im Lebenszusammenhang (2003) im Text Soziale Differenzen im Zugang und in der Nutzung des Internet

iconVerwandte Objeke


Aussagen
Behauptung 24: Mit dem Internet droht sich die Gesellschaft in zwei Klassen zu spalten: die Informationselite und die Nichtvernetzten.
icon
Verwandte Begriffe
(Cozitation)
Medienkompetenz/media literacymedia literacy, Internetinternet, E-GovernmentE-Government, ICTICT, Chancengleichheit

iconHäufig erwähnende Personen

iconStatistisches Begriffsnetz Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

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iconBlahfasel-Generator (Beta)

Digital divide - ein prominenter Schlüsselbegriff unserer Gesellschaft
"digital divide" ist zu einem Schlüsselbegriff der vergangenen Jahre geworden. Es wird darum der Versuch unternommen, einige einführende Erläuterungen retrospektiv beleuchtet zu beschreiben.
Ein erstes Mal diskutiert wurde das Thema 1997. Wer erinnert sich noch genau an diese Zeiten?
Ein Blick auf die Begriffsgenese ist zielführend. Die aktuellste Definition des Begriffs von Heike Schaumburg von 2015 lautet: "Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass die Expansion der Nutzung digitaler Medien entlang sozioökonomischer Grenzlinien erfolgt. Wirtschaftlich besser gestellte soziale Gruppen bzw. soziale Gruppen mit höherem Bildungsniveau waren zunächst mit digitalen Medien besser ausgestattet und nutzten diese intensiver als wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsteile und Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau (Groebel und Gehrke 2002). Unter dem Schlagwort digital divide wurde die Befürchtung einer digitalen Spaltung geäußert, bei der sozial schwächere Gruppen aufgrund des fehlenden Zugangs zu digitalen Medien benachteiligt werden, weil ihnen hiermit der Zugang zu Information und damit zu gesellschaftlicher Partizipation erschwert wird (zusammenfassend in Zillien 2009). Inzwischen verfügt die große Mehrheit der deutschen Haushalte über einen Internetzugang und eine Fülle digitaler Endgeräte (s. Kapitel 2.1), sodass von einer digitalen Spaltung im Sinne fehlender Zugangsmöglichkeiten (zumindest in Deutschland) keine Rede mehr sein kann. Dennoch sprechen verschiedene Autoren weiterhin von digitaler Ungleichheit (Henke, Huster und Mogge-Grotjahn 2012; Kutscher 2014; Niesyto 2010). Damit ist gemeint, dass trotz vergleichbarer technischer Ausstattung Unterschiede darin bestehen, wie digitale (und nichtdigitale) Medien genutzt werden."Aehnlich lautet die Definition von Philippe Wampfler aus dem Jahr 2014 : "Die digitale Klu- oder digital divide bezeichnet das Phänomen, dass gewisse Menschen oder soziale Gruppen die Möglichkeiten digitaler Kommunikation und der Datenverarbeitung intensiv nutzen können, andere Menschen und Gruppen jedoch nicht, weil ihnen der Zugang zur Infrastruktur, die notwendigen Geräte oder Kompetenzen fehlen.". Hier zeigen sich nun sowohl verbindende und trennende Aspekte. ...

iconZitationsgraph

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iconErwähnungen Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconAnderswo finden

iconVolltexte

LokalAuf dem WWW Elliott Masie on Third World and Technology Catching up?: RealMedia Video (lokal: 10560 kByte; WWW: Link OK 2016-01-11)

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