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Vorsicht Bildschirm!Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft
Manfred Spitzer, 2005
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Lohnt es sich also, das Buch zu lesen? Sicher ja, wenn man die Argumentation der Gegner der Bildschirmmedien kennen lernen will. Um sich selbst ein sachlich fundiertes Urteil bilden zu können, sicherlich nein, denn dazu hat der Autor viel zu sehr seine subjektive Sichtweise in den Vordergrund gestellt. Da sollte man doch lieber die Originalliteratur lesen.
Zu viel Medienkonsum macht unsere Kinder dick, dumm und gewaltbereit: Das ist die
Hauptthese meines Buches "Vorsicht Bildschirm", das sich kritisch mit Fernsehen und
Computerspielen auseinander setzt. Bei meiner Argumentation habe ich mich auf publizierte
Studien und die Erkenntnisse der Neurobiologie zu impliziten Lernprozessen sowie zur
Gehirnentwicklung gestützt - also auf wissenschaftliche Ergebnisse, die jeder nachvollziehen
kann.
Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig! Diese drei Themengebiete werden in dem Buch ausführlich behandelt, wobei der Autor auf zwei Dinge Wert legt: auf den Zusammenhang von Mediennutzung und Gehirnentwicklung sowie auf eine auf empirische Studien basierenden Argumentation. Und genau diese beiden Punkte machen es notwendig, sich mit dem Buch auseinander zu setzen. Denn viele andere, ähnlich argumentierende Werke beanspruhen keine wissenschatlich empirische Absicherung.
Bildschirm-Medien machen dick und krank, wirken sich in der Schule ungünstig auf die Aufmerksamkeit und das Lesenlernen der Kinder aus und führen zu vermehrter Gewaltbereitschaft sowie tatsächlicher Gewalt. Diese unbeabsichtigten Folgen der Bildschirm-Medien haben wir alle zu tragen. Sie betreffen auch denjenigen, der Bildschirm-Medien nicht benutzt. Es ist daher höchste Zeit, dass wir uns darüber Gedanken machen, was wir tun können, um den ungünstigen Auswirkungen erfolgreich zu begegnen.
Vorsicht Buch!: Es gibt Unmengen von Schundliteratur die vor Gewalt und Pornographie nur so strotzt. Sollten unsere Kinder zu viel vor diesen Büchern sitzen, dann droht ihnen körperliche und geistige Verarmung. Lesen Sie keine Bücher, auch nicht das Buch Vorsicht Bildschirm von Spitzer, denn teilweise argumentiert der Autor etwa auf diesem Niveau, zwar immer gespickt mit wissenschaftlichen Quellen und Grafiken, aber manchmal unsauber in den daraus gezogenen Schlüssen. Was Spitzer anspricht, sind ja wichtige Themen, aber leider schüttet er oft das Kind mit dem Bade aus und versucht eine Bewahrpädagogik wissenschaftlich zu verpacken.


![]() Nicht erwähnte Begriffe | Acetylcholin, Amygdala / Mandelkern, Counterstrike, Nervensystem, Neuronales Netz, PISA 2000, Serotonin |
Teilweise interessante Studien, Thesen und Argumente, teilweise unseriöse und plakative Pauschalisierungen.
Die Vielzahl der empirischen Studien [...] ist scheinbar überzeugend. Doch der Fachmann kann erkennen, dass die Auswahl dieser Studien genau der ideologischen Argumentationslinie des Autors folgt. Jene Studien, die keinen oder auch nur schwachen Zusammenhang zwischen Mediennutzung und etwa Gewaltbereitschaft aufzeigen, werden nicht erwähnt.
Trotz des komplexen Sachverhalts hat die Öffentlichkeit überraschenderweise meine
Medienkritik zur Kenntnis genommen, und mein Buch tauchte mehrfach in Bestsellerlisten auf.
Die Resonanz war nahezu ausnahmslos positiv; meine Argumente wurden ebenso verstanden
wie die Tatsache, dass wir handeln müssen, um gesellschaftlichen Schaden abzuwenden.
Ob die auf den Neurowissenschaften aufbauende Argumentation zutreffend ist, soll hier nicht entschieden werden, denn dies bedarf einer intensiven Auseinandersetzung mit deren Methoden und Verallgemeinerungen. Es soll nur angemerkt werden, dass doch viele ihrer Ergebnisse auf Tierversuchen beruhen, die unbedarft auf den Menschen übertragen werden.
Das Problem dieser Kampagnen ist, dass mit der Kritik an bestimmten Praxen gleichzeitig eine Stimmung gegen Erneuerung und Wandel erzeugt wird. Es wird ein autoritär-restriktives Verhalten von Eltern gegen das Computerhandeln ihrer Kinder propagiert, und all jenen, die sich eh schon gegen Modernisierung von Schule gewandt und sich mit den Digitalen Medien unter Veränderungsdruck gesehen haben, wird recht gegeben.

Fernsehen tötet: Buchbesprechung bei Telepolis
( : 2009-12-28)
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Wer seinem Kind in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht etwas Gutes tun will, der kaufe ihm keinen Computer!
Bildschirm-Medien machen dick und krank, wirken sich in der Schule ungünstig auf die Aufmerksamkeit und das Lesenlernen der Kinder aus und führen zu vermehrter Gewaltbereitschaft sowie tatsächlicher Gewalt. Diese unbeabsichtigten Folgen der Bildschirm-Medien haben wir alle zu tragen. Sie betreffen auch denjenigen, der Bildschirm-Medien nicht benutzt. Es ist daher höchste Zeit, dass wir uns darüber Gedanken machen, was wir tun können, um den ungünstigen Auswirkungen erfolgreich zu begegnen.
Wie das Fernsehen auch liefern Computer eine flache, verarmte Realität, insbesondere dann, wenn der Benutzer die wirkliche Realität noch nicht kennt und sie beim Betrachten eines Bildschirms also noch nicht ergänzen kann. Damit sind Computer für die ganz Kleinen besonders schädlich. Computer trainieren ebenso wenig das, was man in der Schule brauchen kann, weswegen sie auch in der Schule nicht angebracht sind. Dass Kinder und Jugendliche dann später von den Bildschirmen vor allem Gewalt lernen, wurde sehr ausführlich diskutiert. Aus all dem folgt: Wer glaubt, er tue seinen Kindern mit einem Computer etwas Gutes, der denke noch einmal genau nach.
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| Titel | Bez. | Verlag | Auflage | Jahr | ISBN | ||||||
![]() | ![]() | ![]() | Vorsicht Bildschirm! | D | - | - | - | 1 | 2005 | 3120101702 | |
![]() | ![]() | ![]() | Vorsicht Bildschirm! | D | Paperback | - | - | 1 | 2006 | 3423343273 |
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Erster Eintrag : 19.02.2005
Letzter Eintrag: 28.09.2006
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