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Je mehr Sinneskanäle beteiligt sind, desto grösser ist der Lernerfolg | ![]() |
BiblioMap zu "Je mehr Sinneskanäle ..." 
Beispielsweise gibt es keinen wissenschaftlich akzeptablen Beleg für die eingangs erwähnte Annahme, dass beim Zuhören 20%, beim Sehen 30% und bei Hören plus Sehen 50% behalten werden
Diese Darstellung ist die wohl populärste in der gesamten Medien- und Instruktionspsychologie. Eine wissenschaftliche Quelle wird man allerdings vergeblich suchen. Begrifflich geraten [...] Sinnesmodalität und Codierung durcheinander. Sehen und Hören sind moifische Aktivitäten, Lesen und Nacherzählen codespezifische Tätigkeiten (verbales Symbolsystem).
There is an old proverb that states, "Hear and forget; see and remember; do and understand." This proverb represents a rather simplistic theory of learning. But, like all good proverbs, it hints at a deeper and more complex truth. Many of our riebest learning experiences grow out of situations in which we are engaged in designing and constructing personally meaningful things.
Im Wesentlichen basiert die Grafik auf einer naiven Summierungstheorie (Ballstaedt, 1990) der Beteiligung von Sinneskanälen (Hören 20%, Sehen 30%, Hören und Sehen 20%+30%=50%). Gleichzeitig lässt sich eine historisch weiter zurückreichende einfache Realismustheorie erkennen, die pädagogische Annahme von der Höherwertigkeit des realen Gegenstandes gegenüber seiner symbolischen Darstellung.
[Im Gehirn] prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt (vgl. Lewkowicz & Kraebel 2004). Wird etwas gesehen und zugleich gehört, bemerken wir es schneller und reagieren darauf rascher und genauer; auch lernen wir dasjenige besser, was über mehrere Inputmodalitäten in uns gelangt, denn es bleibt eher im Gedächtnis hängen, weil mehr und tiefere Spuren angelegt werden.
[Es] ist die Annahme verbreitet, das Ansprechen mehrerer Sinneskanäle der menschlichen Wahrnehmung wäre der "einkanaligen" Präsentation (etwa über Augen oder Ohren) überlegen. Die Vermutung, "je mehr, desto besser" ist intuitiv offensichtlich äußerst stimmig und in der öffentlichen Diskussion überraschend präsent, wenn man bedenkt, dass diese so genannte "naive Summationshypothese" (Weidenmann, 1995) gerade aus kognitions- und medienpsychologischer Sicht heftig kritisiert wird.
Die oft zitierte Vorstellung - meist noch grafisch aufbereitet -, dass man beim Lesen nur 10% behält, beim hören 20%, beim sehen 30%, beim Hören und Sehen 50% und beim Tun 90% behalten wird, ist eine naive Annahme und in dieser einfachen Kumulation durch keine seriöse wissenschaftliche Untersuchung gestützt. Denn viele Faktoren spielen beim Lernen mit neuen Lernen eine Rolle, so dass eine Reduzierung auf eine solche einfache Lerntheorie der Wirklichkeit des Lernens nicht gerecht wird.
Man könnte diesen Unsinn auch als Heidis "Brain-Based Murks" bezeichnen. Dieses seit über zehn Jahren anonym durch die Literatur geisternde Schlichtmodell einer kumulativen Lerneffektivität durch simple Addition der Sinneskanäle, das Weidenmann (1995) als "naive Summierungstheorie der Sinneskanäle" (S. 65) bezeichnet hat, ist längst widerlegt worden. Weidenmann betrachtet dieses verbreitete und vielzitierte kumulative Modell der Sinneskanäle als "die wohl populärste [Darstellung] in der gesamten Medien- und Instruktionspsychologie" (S. 68) und zählt sie zu den Ansätzen einer "historisch weiter zurückreichenden einfachen Realismustheorie", die den pädagogischen Wert des realen Objekts als Lerngegenstand hochhalten.(resignierend?) hinzu: "Eine wissenschaftliche Quelle wird man allerdings vergebens suchen."

) (1998)
) (2000)

Mythos beim E-Learning: Widerlegung der naiven Summationstheorie der Sinneskanäle
( : 2009-10-28)
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