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BiblioMap zu "Fördert Mediengewalt ..." 
Wie bei den Auswirkungen der Gewalt im Fernsehen wird auch im Hinblick auf die Gewalt durch Video- und Computerspiele immer wieder bestritten, dass es hier überhaupt einen Zusammenhang gibt. Dem ist entgegenzuhalten: Es gibt genügend Studien, deren Ergehnisse klar genug sind, um Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Forschungsergebnisse zum Thema "Gewalt" und Fernsehen ergeben insgesamt ein komplexes Bild; damit verbietet es sich inbesonders, direkt und grobschlächtig kausale Zusammenhänge zu behaupten. Problematisch ist schon die Tatsache, dass die empirische Forschung oft lediglich Korrelationen zwischen Variablen ermittelt, während diese dann in der pädagogischen Interpretation allzu schnell als Ursachen erscheinen.
Seit 1950 wurden in Amerika mehr als 3.500 Forschungsstudien über die Wirkung von Mediengewalt auf die Bevölkerung durchgeführt. Eine Analyse von fast 1.000 zufällig ausgewählten Studien ergab, dass alle außer 18 (von denen 12 von der Fernsehindustrie finanziert wurden) eine greifbare Korrelation zwischen gewaltverherrlichender Unterhaltung und gewaltverherrlichendem Verhalten aufzeigen. Warum hören wir hier nicht einfach auf und akzeptieren das?
Die Debatte sollte mittlerweile zu Ende sein. Eine überwältigende Menge wissenschaftlicher Beweise belegt, dass Mediengewalt ein wichtiger und signifikanter Faktor für die reale Gewalt in unserer Gesellschaft ist - und wir werden das in diesem Kapitel beweisen. Es ist sehr viel auf einmal - die Ergebnisse der wichtigsten Studien der letzten fünfzig Jahre -, aber es ist ungeheuer wichtig, dass Menschen tatsächlich verstehen, wie viele handfeste Beweise zu diesem Thema existieren.
Ich habe gelesen, dass es mehr als 2000 Studien gab, die die Korrelation von Horrorangucken und Gewalttätigkeit untersuchten. Alle versuchten sich am Beweis, dass Videos die Ursache für Gewalt seien. Es ist bis heute nicht gelungen, man muss wohl noch ein paar tausend Studien mehr anstellen. Jede ist mit einem Doktorstipendium auf drei Jahre verbunden, kostet also - sagen wir - 200 000 Euro. Mal 2000 ergibt 400 000 000 Euro. Verstehen Sie, warum ich so giftig mit dem Wort "dumm" bin?
Die Gewaltwirkung, der ein Kind durch den Fernseher ausgesetzt ist, ist also schon hoch
genug. Dennoch wird dieser Einfluss durch die Wirkung der Computerspiele noch übertroffen.
Selbst Matthias Horx erwähnt in seinem ansonsten unglaublich unkritischen Artikel »Hoppla,
hier kommt mein zweites Ich!« die Computerspiel-Industrie, die die negative Wirkung des
Fernsehens noch mal drastisch steigert.
In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts trugen Tausende und Abertausende deutscher Jugendlicher 9 mm-Pistolen, Mauser, Luger, Walther, aber nie beging irgendein deutscher Jugendlicher ein Verbrechen wie in Erfurt. Obwohl also die Schusswaffen seit über einem Jahrhundert vorhanden waren, verübte niemals in der menschlichen Geschichte irgendein Jugendlicher ein Verbrechen wie das in Jonesboro, Littleton und Erfurt. Wir dürfen die Schusswaffen als Faktor in der Gleichung nie außer Acht lassen, aber die eine Frage müssen wir uns immer stellen: "Was ist der neue Faktor?" Und die Antwort wurde uns durch alle bedeutenderen wissenschaftlichen und medizinischen Gremien gegeben, die nicht von der Gewaltindustrie «gekauft» sind. Die Antwort lautet, dass unsere Gewaltdarstellungen in Fernsehen, Filmen und Videospielen unseren Kindern das Töten beibringen.

) (1994)
) (2004)
) (2006)
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