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Definition
Medienkritiker wie beispielsweise Hartmut von Hentig und Clifford Stoll beklagen den Verlust der Primärerfahrungen bei Kindern im Informationszeitalter und warnen vor Ersatzmedienwelten - Kinder sollten die Welt lieber mit Händen und Füßen und der Vorstellungskraft erforschen und nicht mit dem Computer.
Bemerkungen
Ein Kind sollte seine
Umwelt nicht zuerst über Tablet und Smartphone
ansehen, sondern sie selbst begreifen, fühlen, erleben
und handeln.
Nor does it seem likely that machines will have the effect of dehumanizing learning any more than books dehumanize learning. A books dehumanize learning.
Warum, fragen ausgemachte Computergegner, soll sich ein Kind einen Bauernhof auf CD-ROM ansehen? Ein Besuch auf einem richtigen Bauernhof sei viel schöner und interessanter. Das stimmt. Aber warum nicht beides? Keine Software der Welt möchte irgendetwas ersetzen.
im Buch Was macht der Computer mit dem Kind? (2002) im Text Computer-Kids wollen Eltern
In einer Welt, in der ursprüngliche Erfahrung immer knapper wird, in einer Welt, in der es gilt, den Menschen gegen das überwältigende Aggregat der Sachen zu ermutigen, in einer Gehäusewelt, die sich nicht mehr selbst erklärt, hole ich [den Computer] nicht ohne Not ins Klassenzimmer.
Computer liefern im Überfluss abstrakte Symbole, aber
sie vermitteln nur dürftige Erfahrungen. Brauchen unsere
Kinder noch mehr Icons, Markenzeichen und ausgefeilte
Schrifttypen - oder sollten sie mehr klettern, herumrennen
oder herausfinden, wie man miteinander gut auskommen
kann?
Wie jeder weiß, sind die Jahre zwischen dreiders formend. Hier brauchen sie Bestätigungserlebnisse und vor allem den Kontakt mit Gleichaltrigen, um ihre Stellung in der Gemeinschaft zu finden. Hierzu Bedarfes realer Kontakte, nicht der Begegnung mit abzuschießenden Monstern aus dem All im virtuellen Raum.
Sicher: Wenn die Kinder erwachsen sind, werden sie am Computer sitzen und mit der Tastatur schreiben müssen. Das ist aber noch kein Grund, sie im Kindergarten schon an den PC zu setzen, statt sie mit ihren Händen und Fingern Bilder malen zu lassen. Im Gegenteil: Die Welt ist voller Computer, Kinder kriegen das nebenbei problemlos mit. Die Schule sollte sich viel mehr um die Welterfahrung der Kinder sorgen. Denn Frösche und Lehm, den Balzruf des Rotkehlchens und das Klopfen eines Spechts, das kriegen viele Kinder nicht mehr mit.
Wie das Fernsehen auch liefern Computer eine flache, verarmte Realität, insbesondere dann, wenn der Benutzer die wirkliche Realität noch nicht kennt und sie beim Betrachten eines Bildschirms also noch nicht ergänzen kann. Damit sind Computer für die ganz Kleinen besonders schädlich. Computer trainieren ebenso wenig das, was man in der Schule brauchen kann, weswegen sie auch in der Schule nicht angebracht sind. Dass Kinder und Jugendliche dann später von den Bildschirmen vor allem Gewalt lernen, wurde sehr ausführlich diskutiert. Aus all dem folgt: Wer glaubt, er tue seinen Kindern mit einem Computer etwas Gutes, der denke noch einmal genau nach.
Wer also gerade erst dabei ist, sich die Welt anzueignen, der sollte sich unbedingt der realen Welt zuwenden. Wenn ich Sachverhalte am Computer lerne, werden sie m meinem Gehirn schwächer repräsentiert als bei handelndem Umgang. Wir wisgekoppelt ist. Mentale Schnelligkeit deutet auf einen hohen Intelligenzquotienten. Man kann sogar Reaktionszeit-Unterschiede in IQ-Punkte umrechnen. Würde man dies mit den hier vorgestellten Daten tun, so ergäbe sich ein sehr großer Unterschied (in der Größenordnung: Einstein versus Idiot — ich übertreibe nicht!). Somit führt die digitale Welterschließune nachweislich zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Gehirnbildüng, und was dies für den geistigen Abstieg bedeutet, wurde bereits dargelegt.
Primärerfahrungen, der körperliche und unvermittelt sinnliche Umgang mit Dingen und Menschen, sind die Basis dafür, dass wir uns angesichts der Ausbreitung der semiotischen Maschinen auf die menschlichen Stärken besinnen und sie zur Geltung bringen können. Das Implizite, das sich nur „erfahren" lässt und sich im intuitiven Wissen des Körpers ausdrücken kann, ist sogar im Umgang mit den Digitalen Medien selbst erforderlich und gefragt. Es besteht die Gefahr, dass das "stille" Wissen verloren geht, wenn uns die unvermittelte Erfahrung fehlt. Es hat daher seinen Sinn, wenn Pädagogik Unmittelbarkeit fordert, wenn Erfahrungen mit dem eigenen Körper, mit Menschen, Pflanzen, Tieren und Gegenständen, mit den materiellen und sozialen Prozessen und Produktionen, die Kinder und Jugendliche in ihrer alltäglichen "verstellten" Umwelt nicht mehr machen können, in die Schule geholt werden bzw. wenn aus der Schule heraus gezielt Orte aufgesucht werden, wo diese Erfahrungen möglich sind.
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