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Beats Biblionetz - Bücher

Wir amüsieren uns zu Tode

Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie
Buchcover

iconZusammenfassungen

Neil PostmanMein Buch handelt davon, wie unser eigener Stamm einen tiefgreifenden, gefahrvollen Wandel von der Magie des Schreibens hin zur Magie der Elektronik durchläuft. Ich möchte zeigen, daß sich mit der Einführung einer neuen Technik, etwa des Schreibens oder der Uhr, in einer Gesellschaft nicht nur die Fähigkeit der Menschen, die Zeit festzuhalten, erweitert, daß sich mit ihr vielmehr auch ihre Denkweise und natürlich der Inhalt ihrer Kultur umformt. Das meine ich, wenn ich das Medium als Metapher bezeichne.
Von Neil Postman im Buch Wir amüsieren uns zu Tode (1985) im Text Das Medium ist die Metapher
The Sirens' CallEin Klassiker dieses Genres ist Neil Postmans im Jahr 1985 erschienenes Buch Wir amüsieren uns zu Tode. Darin argumentiert Postman, die Unterhaltung habe sich von einem Randbereich des amerikanischen Lebens zum dominierenden Rahmen der gesamten Gesellschaft entwickelt ‒ mit dem Effekt, dass komplexes Denken und Argumentieren, wie sie eine liberale Demokratie erfordert, kaum noch möglich seien. »Politik, Religion, Nachrichten, Sport, Erziehungswesen und Wirtschaft haben sich in kongeniale Anhängsel des Showgeschäfts verwandelt, weitgehend ohne Protest und ohne dass die Öffentlichkeit auch nur Notiz davon genommen hätte«, schrieb er. »Das Ergebnis ist, dass wir zu einem Volk geworden sind, das im Begriff ist, sich zu Tode zu amüsieren.«
Von Chris Hayes im Buch The Sirens' Call (2025) im Text Die Wurzel des Übels
Neil PostmanUm es klar und deutlich zu sagen: Ich untersuche und ich beklage in diesem Buch die einschneidendste Veränderung, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts innerhalb der amerikanischen Kultur vollzogen hat: den Niedergang des Buchdruck-Zeitalters und den Anbruch des Fernseh-Zeitalters. Dieser Umbruch hat zu einer dramatischen, unwiderruflichen Verschiebung im Inhalt und in der Bedeutung des öffentlichen Diskurses geführt, denn zwei so unterschiedliche Medien können nicht die gleichen Ideen in sich aufnehmen. In dem Maße, wie der Einfluß des Buchdrucks schwindet, müssen sich die Inhalte der Politik, der Religion, der Bildung und anderer öffentlicher Bereiche verändern und in eine Form gebracht werden, die dem Fernsehen angemessen ist.
Von Neil Postman im Buch Wir amüsieren uns zu Tode (1985) im Text Das Medium ist die Metapher

iconBemerkungen zu diesem Buch

The Sirens' Call

Postman entwickelte seine Argumentation ursprünglich, als er an einem Essay über zwei dystopische Zukunftsvisionen arbeitete, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts entworfen wurden: Aldous Huxleys Schöne neue Welt und George Orwells 1984. Postman erkannte, dass diese beiden Bücher, obwohl sie oft in einem Zusammenhang erwähnt werden, im Kern gegensätzliche Vorstellungen von einer Informationsdystopie entwerfen.17 In Orwells Vision werden sämtliche Informationen streng vom Staat kontrolliert, und die Menschen haben nur Zugang zu einer engen Auswahl an brutaler Propaganda, die ihnen aufgezwungen wird: »Zwei Minuten Hass«, »KRIEG IST FRIEDEN« und so weiter. Orwell orientierte sich dabei erkennbar an den streng kontrollierten Informationslandschaften totalitärer Regime, insbesondere der UdSSR unter Stalin.

Huxleys Vision war das Gegenteil. In Schöne neue Welt liegt das Problem nicht im Mangel an Informationen, sondern im Überfluss, oder zumindest in einer Überfülle an Unterhaltung und Ablenkung. Die Bevölkerung wird durch einen ständigen Strom hedonistischer Genüsse und geistbetäubender Vergnügungen ruhiggestellt und gefügig gemacht. »Orwell fürchtete jene, die Bücher verbieten würden«, schreibt Postman. »Huxley befürchtete, dass es keinen Grund mehr geben würde, ein Buch zu verbieten, weil keiner mehr da ist, der eines lesen will. Orwell fürchtete jene, die uns Informationen vorenthalten. Huxley fürchtete jene, die uns so viele Informationen geben, dass wir auf Passivität und Egoismus reduziert werden würden. Orwell befürchtete, dass die Wahrheit vor uns verheimlicht werden würde. Huxley befürchtete, dass die Wahrheit in einem Meer von Belanglosigkeiten untergehen würde.«
Die zentrale Erkenntnis von Postmans mittlerweile klassischem Werk (1984 geschrieben) lautet: Huxley hat die Zukunft weit treffender beschrieben als Orwell. Besonders im Westen steuerten wir auf Huxleys Vision einer Dystopie zu, nicht auf Orwells

Von Chris Hayes im Buch The Sirens' Call (2025) im Text Öffentliche Aufmerksamkeit

iconKapitel  Unter den anklickbaren Kapiteln finden Sie Informationen über einzelne Teile des gewählten Werks.

  • 1. Das Medium ist die Metapher local 
  • 2. Medien als Epistemologie local 
  • 3. Amerika im Zeitalter des Buchdrucks
  • 4. Leserverstand
  • 5. Die Guckguck-Welt
  • 6. Das Zeitalter des Showbusiness local 
  • 7. Und jetzt ... local 
  • 8. Im Wiegeschritt nach Bethlehem
  • 9. Sie haben die freie Wahl
  • 10. Unterricht als Unterhaltung
  • 11. Huxleys Warnung local 

iconDieses Buch erwähnt ...


Personen
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Aristoteles , Jerome S. Bruner , Sigmund Freud , Galileo Galilei , Aldous Huxley , Claude Lévi-Strauss , Karl Marx , Marshall McLuhan , Walter Ong , George Orwell , Jean Piaget , Platon , Sokrates

Fragen
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Lässt sich Intelligenz messen?Can we measure intelligence?

Aussagen
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Sprache prägt das Denken
Werkzeuge formen unser Denkentools are influencing our thinking

Begriffe
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Anthropologie , Bildungeducation (Bildung) , Buchbook , Buchdruckprinting press , Buchkultur / typographische Gesellschaft , Epistemologie (Erkenntnistheorie)epistemology , Fernsehentelevision , Geist / mindmind , Gottgod , Intelligenzintelligence , Intelligenztest / IQ , Kapitalismus , Kommunikationcommunication , Kulturculture , Massenmedien , Mathematikmathematics , Medienmedia , Metaphermetaphor , Psychoanalyse , Qualität-Quantitätquality - quantity , Schrift , Seelesoul , Sprachelanguage , Technik , Technologietechnology , Wahrheittruth , Watergate-Skandal , Wissenschaftscience
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Bücher
Jahr  Umschlag Titel Abrufe IBOBKBLB
Die Farm der Tiere (George Orwell) 2 0 0 0
Schöne neue Welt (Aldous Huxley) 6 0 0 0
1948 1984 (George Orwell) 5, 5, 4, 4, 5, 7, 3, 6, 13, 24, 28, 14 63 3 14 760
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Zitate
The medium is the message. (Marshall McLuhan)

iconDieses Buch erwähnt vermutlich nicht ... Eine statistisch erstelle Liste von nicht erwähnten (oder zumindest nicht erfassten) Begriffen, die aufgrund der erwähnten Begriffe eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, erwähnt zu werden.

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Nicht erwähnte Begriffe
Radio, Schulbuch / Lehrmittel

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iconZeitleiste

icon93 Erwähnungen  Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconCo-zitierte Bücher

Buchcover

Das wilde Denken

(Claude Lévi-Strauss)
Buchcover

Die Schule neu denken

Eine Übung in praktischer Vernunft

(Hartmut von Hentig) (1993)

Oralität und Literalität

(Walter Ong)

Schöne neue Welt

(Aldous Huxley)

Medienpädagogik im Informationszeitalter

(Ludwig J. Issing) (1987)

Mittelmass und Wahn

(Hans Magnus Enzensberger) (1988)

Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web

Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum

(Ansgar Zerfaß, Martin Welker, Jan Schmidt) (2008) Bei amazon.de anschauen
Buchcover

The Religion of Technology

The Divinity of Man and the Spirit of Invention

(David F. Noble) (1999) local 
Buchcover

Progress without People

new technology, unemployment, and the message of resistance

(David F. Noble) (1995) local 

iconVolltext dieses Dokuments

Wir amüsieren uns zu Tode: Gesamtes Buch als Volltext (lokal: 3271 kByte)
Wir amüsieren uns zu Tode: Gesamtes Buch als Volltext (lokal: PDF, 7774 kByte)
Medien als Epistemologie: Artikel als Volltext (lokal: 35 kByte)
Das Medium ist die Metapher: Artikel als Volltext (lokal: 30 kByte)
Huxleys Warnung: Artikel als Volltext (lokal: 20 kByte)
Und jetzt ...: Artikel als Volltext (lokal: 36 kByte)
Das Zeitalter des Showbusiness: Artikel als Volltext (lokal: 37 kByte)

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Titel   Format Bez. Aufl. Jahr ISBN          
Amusing Ourselves to Death E Paperback - 0 1996 0140094385 Swissbib Worldcat Bestellen bei Amazon.de Buy it now!
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iconBeat und dieses Buch

Beat hat dieses Buch während seiner Assistenzzeit an der ETH Zürich ins Biblionetz aufgenommen. Die bisher letzte Bearbeitung erfolgte während seiner Zeit am Institut für Medien und Schule. Beat besitzt kein physisches, aber ein digitales Exemplar. (das er aber aus Urheberrechtsgründen nicht einfach weitergeben darf). Es wird häufig von anderen Objekten im Biblionetz zitiert.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.