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Beats Biblionetz - Aussagen

ICT in der Schule: Pädagogik vor Technik!

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconBemerkungen

These 1: Neue Technologien werden in der Schule meist in der umgekehrten Reihenfolge eingeführt. Erst der PC, das Internet, der Laptop etc., dann das Denken.
Von Herbert Schwetz im Buch Schule im Bannkreis der neuen Medien (2003) im Text Für einen D.ECDL, den didaktischen ECDL auf Seite  149
Many people make the mistake of thinking that the arrival of Computers in the classroom is in itself of prime importance. It is not. As Alan Kay says, "the music is not in the piano."
Von Bob Johnstone im Buch Never Mind the Laptops (2003) auf Seite  7
Eine der zentralen Aussagen der ausgewählten Regionen zur Integration neuer Medien ist, dass im Zentrum aller Strategien das Lehren und Lernen stehen muss, nicht die "technischen" Details der IT-Integration.
Von Oliver Vorndran, Gunhild Wiggenhorn Personenreihenfolge alphabetisch und evtl. nicht korrekt im Buch Computer in die Schule (2003) im Text Erfolgsfaktoren für regionale Medienintegration auf Seite  22
Beat Döbeli HoneggerMichael NäfBeim Einsatz von ICT in der Schule ist es wichtig, vor lauter Technik die Pädagogik nicht aus den Augen zu verlieren. Die Versuchung ist gross, sich durch technische Entwicklungen leiten zu lassen, statt nach der pädagogischen Begründung oder dem didaktischen Mehrwert zu fragen.
Von Beat Döbeli Honegger, Michael Näf in der Broschüre Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) in der Primarschule (2004)
Birgit EickelmannDabei ist für Grundschulen wichtig, dass das schulische IT-Ausstattungskonzept zu den pädagogischen Zielsetzungen der Schule passt und sich im Idealfall schulische Ausstattungskonzepte an den pädagogischen Bedürfn issen der Schule ausrichten und nicht umgekehrt (vgl. Pacher & Kern, 2005) .
Von Julia Gerick, Mario Vennemann, Ramona Lorenz, Birgit Eickelmann im Buch Grundschule in der digitalen Gesellschaft im Text Schulische Ausstattung mit digitalen Medien in der Grundschule (2014)
Thomas BaumannE-Learning per se jedoch ist nicht automatisch der Königsweg zu einem qualitativ hoch stehenden Lernangebot. Primär ist E-Learning nur eine neue mediale Form bzw. Technik, über welche Inhalte präsentiert werden; die Qualität der Inhalte und die didaktische Vermittlung ist damit nicht präjudiziert.
Von Thomas Baumann im Journal Lehren und Lernen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien I (2003) im Text E-Learning in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Die bisherigen Erfahrungen mit multimedialen Bildungsmedien in Schule und Unterricht lassen erkennen, dass diese dann und nur dann als hilfreich, effektiv und motivierend empfunden werden, wenn sie just den Konzeptionskriterien entsprechen, die auch schon für die traditionellen Bildungsmedien galten.
Von Gerhard E. Ortner im Buch Lehren und Lernen mit IKT II (2002) im Text Konzeption und Beurteilung multimedialer Lehr- und Lernmaterialien auf Seite  84
These 2: Der besonders enthusiastische Hinweis auf den Neuheits- und InnovationsCharakter von neuen Medien und Technologien und die sehr ausgeprägte Hardware- und Softwareorientierung stehen meist im umgekehrt proportionalen Zusammenhang zur Didaktisierung und Orientierung an konkreten Lehr- und Lernprozessen.
Von Herbert Schwetz im Buch Schule im Bannkreis der neuen Medien (2003) im Text Für einen D.ECDL, den didaktischen ECDL auf Seite  152
Peter A. BruckGuntram GeserBislang wurde oftmals der Fehler gemacht, dass die IKT-Einführung als rein technisches Projekt angegangen und daher den EDV-Spezialisten der Schule zugewiesen wird, die dann mit den vielfältigen Aufgaben alleingelassen werden. Die organisatorischen, didaktischen und gruppendynamischen Aspekte einer solchen Veranderung an der Schule werden immer noch unterschätzt, was zu vielen Schwierigkeiten führt.
Von Peter A. Bruck, Guntram Geser im Buch Schulen auf dem Weg in die Informationsgesellschaft (2000) im Text IKT-Projektmanagement auf Seite  115
Den »Primat der Pädagogik« ernst nehmen bedeutet, Technik als Werkzeug in den Dienst des Lernens (nicht der Kontrolle) von Kindern zu stellen. Medien im Unterricht sind kein Selbstzweck, sondern unterstützen die pädagogische und didaktische Arbeit der Lehrenden beim Vermitteln der jeweiligen Lerninhalte. Die im Unterricht eingesetzten Medien müssen altersgerecht und didaktisch und methodisch sinnvoll sein. So kann die Pädagogik Vorrang vor der Technik erhalten.
Von Ulrich Hecker im Text Digitale Lernwelten? (2019)
Peter A. BruckGuntram GeserBei der Bestimmung der Zielsetzungen und der Planung des Einsatzes von IKT in der Schule sollte die Technik eine nur untergeordnete Rolle spielen. Bezugspunkt der Implementierung müssen vielmehr die Lehr- und Lernanforderungen, also die Perspektiven der Nutzerlnnen sein. Wenn die neuen Lerntechnologien diesen keinen Mehrwert gegenüber herkömmlichen Medien bringen bzw. gar nicht angenommen und verwendet werden, ist die Implementierung ein Fehlschlag, so technisch brillant sie auch realisiert wurde.
Von Peter A. Bruck, Guntram Geser im Buch Schulen auf dem Weg in die Informationsgesellschaft (2000) im Text IKT-Projektmanagement auf Seite  115
Digitale Medien sind kein Selbstzweck, sondern ein Instrument von vielen. Das Primat der Pädagogik muss gewahrt bleiben und darf nicht durch Computerprogramme (Lernmanagementsoftware, Learning Analytics, u. a.) eingeschränkt oder ausgehebelt werden. Insbesondere die vorgeschriebene Nutzung eines bestimmten Mediums sowie von Regelmäßigkeit und/oder Dauer sind kritisch zu betrachten. Didaktische und methodische Konzepte dürfen insbesondere weder unmittelbar noch mittelbar von Konzernen vorgegeben oder beeinflusst werden.
Von GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Text Aktivitäten der Digitalindustrie im Bildungsbereich (2019)
Rolf SchulmeisterOb E-Learning-Initiativen nachhaltig sind, ist keine Frage der Technologie. Technologien ändern sich bekanntlich – manchmal sogar rasant. Ausschlaggebend für die Nachhaltigkeit ist das pädagogische Konzept für den Einsatz von Technologien im Bildungswesen. Zwar ändern sich auch die pädagogischen Konzepte – sie entwickeln sich weiter – doch ist das Tempo bei weitem nicht so hoch wie bei der Technologie. Folglich kann der SVC-Elan nicht durch ein technisches Zentrum, sondern durch ein Lehr-/Lernzentrum mit kompetenten Technikern aufrechterhalten werden.
Von Friedrich W. Hesse, Robin Mason, Rolf Schulmeister im Buch Evaluation Virtueller Campus Schweiz im Text Rapport des experts / Expertenbericht (2008) auf Seite  23
Michael KerresAus heutiger Kenntnis muss für Projekte, von denen eine nachhaltige Wirkung auf die Bildungsarbeit erhofft wird, sogar tendenziell eher ein low tech-Ansatz gefordert werden: Es sollten vorrangig etablierte Technologien, die marktgängig und zuverlässig in Funktionalität und Bedienbarkeit sind, als Plattform für die Durchführung herangezogen werden. Die Technik sollte im Bewusstsein der Beteiligten in den Hintergrund rücken und weitgehend selbstverständlich ihren Dienst verrichten. Lernende und Lehrende, ebenso wie Entwickler und Betreuer, sollten möglichst wenig über Charakteristika der Technik stolpern.
Von Michael Kerres im Buch Multimediale und telemediale Lernumgebungen (2001) im Text Mehrwert digitaler Medien auf Seite  87
Martin WellerHowever, there seems to be such an anxiety about being labelled a ‘technological determinist’ that many people in education seek to deny the signifi cance of technology in any discussion. ‘Technology isn’t important’, ‘pedagogy comes first’, ‘we should be talking about learning, not the technology’ are all common refrains in conferences and workshops. While there is undoubtedly some truth in these, the suggestion that technology isn’t playing a signifi cant role in how people are communicating, working, constructing knowledge and socialising is to ignore a major influencing factor in a complex equation.
Von Martin Weller im Buch The Digital Scholar (2011) auf Seite  11
Axel KrommerWer die These vertritt, dass Technik dem Menschen zu dienen habe (und nicht umgekehrt) erntet rasch und kommod breite Zustimmung. Doch diese Zustimmung hat einen hohen Preis. Denn de facto gibt es keinen einzigen Pädagogen und keine einzige Pädagogin, der bzw. die ernsthaft und explizit die These vertreten würde, dass der Mensch der Technik zu dienen habe. Und eine Aussage, deren Negation so absurd ist, dass ihr niemand zustimmen würde, ist inhaltlich schlicht trivial. Die Zierer-Lesart des Grundsatzes „Pädagogik vor Technik“ ist daher keine gehaltvolle These, sondern eine semantische Seifenblase.
Von Axel Krommer im Buch Routenplaner #Digitale Bildung (2019) im Text Warum der Grundsatz «Pädagogik vor Technik» bestenfalls trivial ist
Alan KayYou don't need technology to learn science and math. You just absolutely don't need it. What you need to have are the right conditions. In music, if you've got the right conditions and you've got music happening, then the instruments amplify what you've got like mad. The best thing a teacher can do is to set up the best conditions for each kid to learn. Once you have that, then the computer can help immeasurably. Conversely, just putting computers in the schools without creating a rich learning environment is useless -- worse than useless, because it's a red herring. There's a sense something good is happening, when nothing real is happening at all. [http://www.honco.net/os/kay.html]
Von Alan Kay, erfasst im Biblionetz am 27.01.2004
Wie auf KMK-Ebene gilt auch in Baden-Württemberg bei der Digitalisierung im Schulbereich der Grundsatz: Die Technik muss der Pädagogik folgen. Nur mit guten pädagogischen Konzepten und entsprechend qualifizierten Lehrkräften kann die digi-tale Technik ihr Potenzial im Unterricht voll entfalten. Gleichzeitig können aktuelle digitale Technologien zahlreiche neue pädagogische Chancen und Ansatzmöglichkei-ten bieten, um Unterricht stärker zu individualisieren und didaktisch wirksamer zu gestalten. Daher zählen die inhaltliche Verankerung in den Bildungsplänen sowie die konkrete methodisch-didaktische Umsetzung im Unterricht zu den zentralen Heraus-forderungen auf dem Weg in die digitale Zukunft der Schulen. Hier gilt es die einzel-nen Schulen bei der Entwicklung entsprechender Konzepte bestmöglich zu unterstüt-zen. Die Bereitstellung digitaler Bildungsmedien, die das methodisch-didaktische Po-tenzial der digitalen Technik ausnutzen, ist in diesem Zusammenhang von großer Be-deutung.
Von Michael Zieher im Buch Digitale Medien und Unterricht: Eine Kontroverse (2019) im Text Auf dem Weg in die digitale Zukunft der Schulen
Reinhard KeilDie Forderung: "Es gilt das Primat der Didaktik", anders formuliert: "Technik muss sich der Pädagogik unterordnen", soll helfen, negative Formen einer Technik-Zentrierung zu vermeiden. So berechtigt sie ist, so problematisch erweist sie sich in einer stringenten Auslegung für eine nachhaltige interdisziplinäre Zusammenarbeit von Informatikern und Pädagogen. Ein Techniker muss sich getreu dem Leitspruch "Schuster bleib bei deinem Leisten" auf sein Metier konzentrieren, und das ist nun mal die Informationstechnik. Genauso müssen sich Pädagogen zu Recht auf ihre Pädagogik konzentrieren. Soll sich nun Technikentwicklung strikt der Pädagogik unterordnen, begibt sie sich in ein reines Auftragsverhältnis. Dadurch wird ihr jegliche Innovationskraft für dieses Feld abgesprochen, denn ein Auftragsverhältnis unterstellt, dass sich technische Lösungen gradlinig aus Anforderungen ableiten lassen und nur noch umgesetzt werden müssen. Es entzieht damit Informatikforschern den Boden unter den Füßen, denn mit der Umsetzung vorgegebener Anforderungen sind sie weder gleichberechtigte KooperationsPartner, noch können sie sich mit entsprechenden innovativen Beiträgen in und gegenüber der eigenen Wissenschaftlergemeinschaft profilieren.
Von Reinhard Keil im Buch Wirkungen und Wirksamkeit neuer Medien (2003) im Text Technik als Denkzeug
Erstens, im Mittelpunkt des staatlichen Bildungsauftrags muss auch in Zeiten des digitalen Wandels der Mensch stehen, der Lehrende und der Lernende. Dabei gilt das Primat der Pädagogik; sie muss den Einsatz digitaler Technik bestimmen, nicht umgekehrt. Ohne passende Inhalte und Konzepte wird digitale Bildung nicht das leisten können, was wir zu Recht von ihr erwarten. Das Entscheidende ist, pädagogische Ziele und Standards in der digitalen Bildung festzulegen Dieser Bedarf, Bildungsinhalte und Kompetenzen zu vernetzen, spiegelt sich in den Lehrplänen der Länder, in der Ausbildung der Lehrkräfte und auch in der infrastrukturellen Ausstattung von Schulen in Deutschland oft noch nicht hinreichend wider. So erklärt sich auch das nur durchschnittliche Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler in der Schulleistungsstudie ICILS 2013. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert zahlreiche Projekte, Initiativen und Wettbewerbe zur Stärkung der digitalen und MINT-orientierten Kompetenzen. Dies kann aber die Vermittlung dieses Wissens im Schulunterricht nur ergänzen, nicht ersetzen. Unbestritten ist, dass digitale Technologien, Anwendungen und Programme Wege für einen flexiblen, zeit- und ortsunabhängigen Bildungserwerb eröffnen. Sie können individualisiertes und kooperatives Lernen erleichtern und helfen, Inklusion zu verwirklichen. Angesichts der oft wenig erprobten Vielfalt an Angeboten und Möglichkeiten bedürfen sie aber einer intensiven Begleitung und Evaluierung. Es muss sichergestellt sein, dass die Lehrenden und ihre Bildungseinrichtungen ihre Zeit, ihre Ressourcen, ihr Engagement und ihre Kreativität für eine digitale und die Lehrkräfte dahingehend zu qualifizieren, dass sie einen modernen Unterricht mit digitalen Medien gestalten können.
Von BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Broschüre Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft (2016) auf Seite  3

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Begriffe
ICTICT, Schuleschool, Technik

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