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Bemerkungen
Most children related that they find it easier and more enjoyable to write by computer than by hand, and teachers commented that students write at greater length on laptops.
Befürchtungen wie: die Kinder würden, verwöhnt durch bequemes Tippen, nicht mehr lernen wollen, mit der Hand zu schreiben; die Handschrift würde unter dem Tippen leiden; die Kinder würden schließlich das Schreiben meiden, wenn ihnen kein Computer verfügbar ist - solche Befürchtungen wurden in der Praxis nicht bestätigt. Auch nicht in England, wo die Kinder in einigen Klassen die Tastatur benutzen, bevor sie mit der Hand schreiben lernen.
Als Schreibwerkzeug gehört der Computer in jede Grundschulklasse, von der Eingangsstufe bzw. vom ersten Schuljahr an - allerdings im Rahmen eines entfaltenden Schreibunterrichts, der als schriftkulturelles Beziehungsgeflecht für selbstbestimmtes Schreiben organisiert wird. - Eine bloße Hereinnahme des Computers, womöglich als "Lernmaschine", in didaktisch ohnehin untaugliche Unterrichtskonzepte wäre ein Rückschritt, insofern der Computer dabei veraltete "lehrende" Unterrichtsformen - unter dem Anschein der Neuerung - verschleiern und verfestigen, statt entlarven und lockern würde.
Oft wird gegen das maschinenschriftliche Schreiben (in der Grundschule) eingewendet, daß die Handschrift als Persönlichkeitsausdruck viel wertvoller ist. Richtig! Aber: Bislang hat die Schule diesen Wert alles andere als respektiert. Normeinhaltung und eine von Erwachsenen bestimmte Ästhetik sind vielfach die Maßstäbe, nach denen Kinderhandschriften (auch in Form von Zensuren) kritisiert werden - ohne Respekt vor der Persönlichkeit, die sich in einer jeden (also auch in einer "schlechten") Handschrift ausdrückt. Die Maschinenschrift bietet - so gesehen - den Kindern eine Möglichkeit, sich Diskriminierungen ihrer Handschrift (und damit ihrer Person) zu entziehen.
Als Schreibwerkzeug bietet der Computer die Möglichkeit, das Wechselspiel zwischen sozialem, geistigem und technischem Schreibprozeß so erheblich zu verändern, daß wir von Veränderung, wenn nicht von Revolution der Schriftkultur sprechen können. Nach meinen Darlegungen liefe diese Veränderung aber nicht auf das befürchtete "Ende der Schriftkultur" hinaus. Viel wahrscheinlicher ist, daß "Microcomputer zur Verbreitung von Literalität in einem heute noch unvorstellbaren Maße" beitragen (Smith, 1983, S. 146). Die Art und das Ausmaß der Veränderung hängen aber nicht allein von den Möglichkeiten ab, die das Werkzeug bietet, sondern vor allem davon, ob und wie diese Möglichkeiten von den Menschen genutzt werden.
Der Computer ermöglicht als Schreibwerkzeug ein radikal anderes Verhältnis zwischen dem geistigen und dem technischen Prozeß: Er erlaubt, den technischen Prozeß an die geistige Flatterhaftigkeit anzupassen. Am Computer muß der Schreiber das lineare Produkt nicht auf entsprechend Lineare Weise produzieren. Dadurch können die Interaktionen zwischen den Komponenten des Schreibens intensiviert werden. Der Text läßt sich am Monitor jederzeit "kneten". Deshalb kann der Schreiber Hemmungen überwinden und vorläufig, auch bruchstückhaft, drauflosschreiben. Der vorläufige Text fordert zum kritischen Lesen heraus und unterstützt so das allmähliche Verfertigen der Gedanken beim, ja durch Schreiben. Die Flexibilität des Textes auf dem Monitor erlaubt auch ein Entzerren einzelner Schreibkomponenten in ein zeitliches Nacheinander. Beispielsweise kann sich der Schreiber zunächst auf den Inhalt, in einem späteren Durchgang auf die Formulierungen konzentrieren; Rechtschreibfragen kann er noch später klären; über die Plazierung des Textes auf der Seite und dessen optische Gestaltung ("Layout") braucht er ganz zum Schluß zu befinden. Alles bleibt revidierbar - bis der Schreiber mit dem Ergebnis einverstanden ist.
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