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Beats Biblionetz - Fragen

Wie soll die Schule auf den Leitmedienwechsel reagieren?

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Dies ist eine der zentralen Fragen im Buch:
Beat Döbeli Honegger
Mehr als 0 und 1
Schule in einer digitalisierten Welt
 
Erscheinungsdatum: 15. März 2016

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconBemerkungen

Der Leitmedienwechsel erfordert und ermöglicht ein neues Verständnis sowohl von dem, was zu lernen, als auch gleichzeitig von dem, wie es zu lernen ist.
Von Lisa Rosa im Buch Bildungskanon heute (2012) im Text Ein Bildungskanon für die glokale Welt?
Nando StöcklinWir stoßen im jetzigen Bildungssystem offensichtlich an die Grenzen des Machbaren. Es sind Lösungsansätze gefragt, die sich gedanklich vom Bildungssystem der Buchkultur lösen. Das würde die Erkenntnis aus der Geschichte bestätigen, dass jedes Leitmedium zu seinem eigenen Bildungssystem führt. Die Schule war das Bildungssystem der Buchkultur, gefragt ist nun ein Bildungssystem für die ICT-Kultur.
Von Nando Stöcklin im Buch Zukunft des Lernens (2012) im Text Von analog zu digital
Nando StöcklinEs ist anzunehmen, dass sich das neue Bildungssystem am offenen, kaum kontrollierbaren Charakter des Internets orientieren wird, so wie sich das bisherige Bildungssystem am Charakter des Buches orientiert hat. Nebst der Offenheit ist das Internet geprägt durch Eigenschaften wie multimedial, interaktiv, vernetzt, dezentral, omnipräsent, multikulturell, heterogen, interdisziplinär, individuell, schnell und flexibel. Entlang dieser Eigenschaften lassen sich nun Bildungssysteme ausdenken, die den Anforderungen an die ICT-Kultur gerecht werden.
Von Nando Stöcklin im Buch Zukunft des Lernens (2012) im Text Von analog zu digital
Heinz MoserDie Pädagogik sollte sich deshalb nicht als Kritikerin des Computerzeitalters fühlen, sondern als Wächterin, die dafür besorgt ist, daß der Mensch seine Mitte nicht verliert. Als Anwalt des Kindes ist die Aufgabe sogar zweiseitig (mancher findet darin schon fast einen Widerspruch): auf der einen Seite hat diese Pädagogik ein Interesse an der Informatik festzustellen, weil diese einen wesentlichen Teil des Lebens der Menschen im nächsten Jahrhundert bestimmen wird. Wer auf ein solches Zeitalter jedoch nur reaktiv vorbereitet ist, wird unfähig sein, in ihm zu bestehen und es aktiv zu gestalten' Deshalb §ilt es.auf der anderen Seite gegenüber ungebrochenen Ansprüchen von Seiten der Informationstechnik die Aspekte der Bildung mdenMitt^punkt zu stellen, wie sie aus der Tradition überliefert sind - zumBie^pieI als.integrlerte Bildung von Kopf, Herz und Hand, wie sie schon Johann Heinrich Pestalozzi definierte.
Von Heinz Moser im Buch Der Computer vor der Schultür (1986) im Text Computer gehören zur Allgemeinbildung
Heinz MoserDie Pädagogik sollte sich deshalb nicht als Kritikerin des Computerzeitalters fühlen , sondern als Wächterin , die dafür besorgt ist, daß der Mensch seine Mitte nicht verliert. Als Anwalt des Kindes ist die Aufgabe sogar zweiseitig (mancher findet darin schon fast einen Widerspruch) : auf der einen Seite hat diese Pädagogik ein Interesse an der Informatik festzustellen , weil diese einen wesentlichen Teil des Lebens der Menschen im nächsten Jahrhundert bestimmen wird . Wer auf ein solches Zeitalter jedoch nur reaktiv vorbereitet ist, wird unfähig sein, in ihm zu bestehen und es aktiv zu gestalten. Deshalb gilt es auf der anderen Seite gegenüber ungebrochenen Ansprüchen von Seiten der Informationstechnik die Aspekte der Bildung in den Mittelpunkt zu stellen, wie sie aus der Tradition überliefert sind - zum Beispiel als integrierte Bildung von Kopf, Herz und Hand, wie sie schon Johann Heinrich Pestalozzi definierte.
Von Heinz Moser im Buch Der Computer vor der Schultür (1986) im Text Computer gehören zur Allgemeinbildung auf Seite 22
Beat Döbeli HoneggerWie aber könnte ein neues Bildungswesen jenseits der Krise aussehen? Es erscheint hier sinnvoll, einen ersten Einblick in die Stoßrichtung zu geben, in der neue Ziele und Aufgaben des Bildungswesens nach Bewältigung der neuen Krise zu suchen sind. Thesenartig kann man die Vorstellungen wie folgt zusammenfassen:
  • Das neue Bildungswesen rnuß den Menschen sehr viel stärker als bisher als soziales Wesen entfalten.
  • Die starke Betonung der reinen Wissensvermittlung muß deutlich zurückgehen.
  • Berufliche Lernziele, die Bereiche treffen, deren Automatisierung bevorsteht, müssen aus den Curricula entfernt und durch zukunftsorientierte und menschliche Ziele ersetzt werden.
  • Der Ausbildung derjenigen, die hohe kognitive Leistungen erbringen können, muß hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sie werden - bei annähernd gleicher Verfügbarkeit der Informationstechnik in allen Industrienationen - insbesondere für die rohstoffund energiearme Bundesrepublik eine große Bedeutung haben. Hieraus wird sich wahrscheinlich eine Zergliederung des jetzt relativ einheitlichen Bildungsangebots eines Jahrgangs ergeben; die Gesamtschule z. B. wird wieder zerfallen, da sie z. Z. Gefahr läuft, die Ausbildung der notwendigen geistigen Elite zu vernachlässigen. (Die in jüngster Zeit in den USA entflammte Diskussion um die Auflösung der dort ja seit langem praktizierten Gesamtschule weist in die gleiche Richtung.)
  • Der Zugang zur Informationstechnik muß im Schul- und Hochschulalltag zur Selbstverständlichkeit gehören.
  • Der Lehrer muß stärker aus der Rolle des Informationsvermittlers in die Rolle des Betreuers und Erziehers überwechseln.
  • Dem Weiterbildungsbereich werden zahlreiche soziale, beschäftigungspolitische und psychologische Aufgaben zuwachsen, weil Notwendigkeit der Neugestaltung Weiterbildung im engeren Sinne und "Bildungs-Beschäftigung" als Sozialmaßnahme ineinander übergehen werden.
  • Das Bildungswesen muß eine neue Begründung seiner hohen Aufwendungen darin finden, daß es sich zum einen stärker als Sozialsystem versteht, welches dem Menschen in den verschiedensten Lagen hilft, zum anderen muß sich das Bildungswesen intensiv eines neuen Typs von "Auszubildenden" annehmen : es muß informationstechnische Systeme mit Inhalten füllen und dem Bürger als Problemlösungssysteme an die Hand zu geben suchen. (Bei der Komplexität zukünftiger Informationssysteme werden deren Konzeption und Programmierung Schwierigkeiten machen, die denen, die das Bildungswesen bisher zu meistern gesucht hatte, nicht nachstehen.)
  • Angesichts einer zunehmenden Integration menschlicher und technischer Informationsverarbeitung in vielen Bereichen werden sich mittelfristig einerseits die Programmierung eines Informationssystems und andererseits die Ausbildung von Menschen, die dies benutzen wollen, kaum mehr trennen lassen. So wie heute Hardware und Software ineinanderfließen, so werden am Ende der nächsten Dekade auch menschliche und technische Informnationsverarbeitung in vielen Bereichen untrennbar miteinander verwoben sein. Dem muß das Bildungswesen Rechnung tragen.
    Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 04.01.2016

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    icon2 Einträge in Beats Blog

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