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Beats Biblionetz - Fragen

Warum wird ICT in der Bildung nicht stärker genutzt?

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iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

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iconDefinitionen

Beat Döbeli HoneggerStaatliche Stellen werden nicht müde, die Einführung eben dieser » neuen Medien « in die Schule zu vermelden. In jedem Schulhaus steht ein Computer, jedes Schulhaus ist ans Internet angeschlossen, interaktive digitale Wandtafeln machen Schule, Notebookklassen sind erfolgreich usw. Doch diese Erfolgsmeldungen sind trügerisch. Einerseits hinken sie der technischen Entwicklung stets hinterher, andererseits will die reale Situation vor Ort meist nicht zu den staatlichen Erfolgsmeldungen passen. Im Gegenteil: Seit bald 30 Jahren wird konstatiert, der Zeitpunkt zur verbindlichen und flächendeckenden Integration des Digitalen in der Schule sei nun gekommen – und trotzdem ist seither vergleichsweise wenig passiert. Woran liegt es, dass die Thematik zwar als relevant eingestuft wird, die Schulpraxis aber der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung hinterher hinkt und insbesondere von Schülerinnen und Schülern zunehmend als anachronistisch wahrgenommen wird?
Von Beat Döbeli Honegger im Buch Mehr als 0 und 1 (2016) im Text Wie kommt das Digitale in die Schule?

iconBemerkungen

In the top-down process of advocating and implementing technology, teachers were rarely consulted, though it was mainly their job to make it work in the classroom.
Von David Tyack, Larry Cuban im Buch Tinkering Towards Utopia (1995) im Text Reinventing Schooling auf Seite 121
Zwei Drittel der Schulen der Sekundarstufe II geben an, dass die mangelnde Qualifikation der Lehrkräfte ein Hindernis für die Nutzung der IKT im Unterricht darstellt.
Von Wayra Caballero Liardet, Michele Egloff im Buch Schulen und Bildungswege der Sekundarstufe II in der Schweiz (2004) auf Seite 94
Etwas weniger als die Hälfte der Schulleiterinnen und -leiter unterstreicht das mangelnde Interesse und den fehlenden Willen der Lehrkräfte, den Computer zu benutzen, sowie die ungenügende Anzahl Computer, die den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen;
Von Wayra Caballero Liardet, Michele Egloff im Buch Schulen und Bildungswege der Sekundarstufe II in der Schweiz (2004) auf Seite 94
Fast 70% der Schulleitungen sagen aus, die Lehrkräfte hätten nicht genug Zeit, um Lektionen mit Integration der IKT zu planen oder die Möglichkeiten von Internet zu erforschen; es fehle ihnen auch an Wissen und Fertigkeiten, um diese neuen Technologien für Unterrichtszwecke einzusetzen, und sie hätten Schwierigkeiten, sie in die Unterrichtspraxis in der Klasse zu integrieren.
Von Michele Egloff, Wayra Caballero Liardet im Buch Schulen und Bildungswege der Sekundarstufe II in der Schweiz (2004) auf Seite 97
Karl FreyRuedi NiedererDie Hauptursache scheint bei der fehlenden Ausbildung der Lehrer zu liegen. Erst an zweiter Stelle wird mangelnde Ausrüstung genannt. Es gibt kaum grundsätzliche Argumente gegen den Einsatz. Überlegungen, dass Computer für das Alter der Schüler nicht geeignet seien oder dass die Beschäftigung mit Computern nicht den allgemeinen Bildungszielen entspräche, spielen kaum eine Rolle.
Von Karl Frey, Ruedi Niederer im Text Mangelnde Durchdringung der elektronischen Medien im schweizerischen Bildungswesen (1990)
Whom to blame? The obvious scapegoat was the teacher unwilling to climb onto the new bandwagon. Whatever the audiovisual reformers might have hoped, behind the classroom door teachers remained the key influence on instruction. By and large, they used the technologies that fit familiar routines and classroom procedures-in other words, that helped them solve their problems of instruction. The rest they mostly ignored.
Von David Tyack, Larry Cuban im Buch Tinkering Towards Utopia (1995) im Text Reinventing Schooling auf Seite 122
Aus [...] Sicht [der Lehrpersonen] besteht das grösste Problem darin, dass zu wenige Laptops zur Verfügung stehen, um ihre Unterrichtsideen umsetzen zu können. Dieser Aussage stimmten 73% der Befragten mit "ja" zu. Eine hohe Zustimmung (67%) erhielt auch die Aussage, sehr viel Zeit einplanen zu müssen, damit alle Schüler am Computer arbeiten können. Weiter wurde die Organisation des Computereinsatzes im Unterricht als anspruchsvoll wahrgenommen (61% Zustimmung).
Von Markus Roos, Laura Bossard im Buch ICT-Konzeptumsetzung an den 5./6. Klassen der Stadtschulen Solothurn (2008) im Text Ergebnisse der standardisierten Erhebung auf Seite 61
Renate Schulz-ZanderAuf die Frage, welche Gründe die breitere Nutzung von digitalen Medien im Unterricht hemmen (vgl. Tabelle 45), äußert ein Drittel der Medienbeauftragten, dass nicht genügend Computer für den Unterricht vorhanden sind. Nahezu 40 Prozent geben an, dass nicht genügend Unterrichtssoftware vorhanden ist. Mehr als ein Viertel stuft die vorhandenen Computer als veraltet ein. Nur etwa ein Achtel bewertet die Internet-Verbindung als zu langsam; knapp ein Fünftel sieht es als problematisch an, dass nicht genügend Computer mit dem Internet verbunden sind.
Von Renate Schulz-Zander, Peter Schmialek, Thomas Stolz im Buch Evaluation zur Umsetzung der Medienentwicklungsplanung der Stadt Dortmund (2007) auf Seite 47
Renate Schulz-ZanderDie Schulleitung sieht die Problemfelder ebenfalls vor allem in der fehlenden Unterrichtssoftware, veralteten Computern und einer unzureichenden Anzahl von Computern (vgl. Tabelle 46). Den Computermangel für den Unterricht benennen fast zwei Fünftel; das Alter der Computer kritisieren sogar über zwei Fünftel der Schulleiter. Dasselbe gilt für den Mangel an Unterrichtssoftware. Die Internet- Anschlüsse halten fast 30 Prozent der Schulleiter für zu langsam. Etwas mehr als ein Viertel gibt auch an, dass nicht ausreichend Computer mit dem Internet verbunden sind.
Von Renate Schulz-Zander, Peter Schmialek, Thomas Stolz im Buch Evaluation zur Umsetzung der Medienentwicklungsplanung der Stadt Dortmund (2007) auf Seite 48
Die übrigen Aussagen wurden von den Befragten nicht als Problemfelder eingeschätzt. So waren zum Beispiel 80% der Befragten der Meinung, dass sich die Schüler bei Internetrecherchen an die Anwei-sungen der Lehrpersonen halten. Weiter verneinten 75% der Befragten, dass die Kinder die anfängli-che Freude am Computer bereits verloren hätten. 87% der Befragten hielt die Software für die Kinder für ausreichend bedienerfreundlich. Auch waren 80% der Befragten der Meinung, dass sie sich trotz vieler anderer Schulreformen auf den Einsatz des Computers im Unterricht einlassen könnten.
Von Markus Roos, Laura Bossard im Buch ICT-Konzeptumsetzung an den 5./6. Klassen der Stadtschulen Solothurn (2008) im Text Ergebnisse der standardisierten Erhebung auf Seite 61
Auch Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Schweizer Lehrer, ortet das Hauptproblem in den Kompetenzen und der Motivation. «Es gilt auch in der ICT die didaktische Regel: Unterrichte nie etwas, das du selber nicht vollständig verstanden und geistig durchdrungen hast.» Ein grosser Teil der Lehrpersonen ist noch ohne Computer und Internet in der Schule aufgewachsen. Doch auch bei den Jüngeren klafft eine informatische Bildungslücke. Die vermeintlichen Digital Natives, also Eingeborenen der digitalen Welt, sind oft ebenso digital ungebildet wie ihre älteren Kollegen. Sie gehen vielleicht spielerischer mit den Geräten um, doch die meisten verstehen ihre Funktionsweise ebenfalls nicht.
Von René Donzé in der Zeitschrift Digital gefordert (2012) im Text Was Schüler am Computer lernen, ist Glückssache
Joachim WedekindDazu zählen Anzahl und Aktualität der vorhandenen Computer sowie die Verfügbarkeit von Peripheriegeräten, Software und Internetanschlüssen (hier liegt Deutschland nach wie vor auf einem hinteren Platz). So verhindert z.B. die Konzentration der Computer auf spezielle Fachräume spontane, sich aus dem Unterrichtsverlauf ergebende Zugriffe auf die Informationstechnologien. Zu den immateriellen Hemmfaktoren zählen die (oftmals fehlende) Unterstützung durch die Schulleitung, die fehlende professionelle Betreuung der technischen Systeme und die deshalb hohe zeitliche Belastung IT-kompetenter Lehrpersonen. Hinzu kommen auf Seiten der Lehrenden ein Mangel an Computerwissen und computerbezogenen Fertigkeiten, fehlende pädagogische Konzepte und fehlende Zeit zur Vorbereitung bei gleichzeitig unzureichenden Qualifizierungsangeboten.
Von Joachim Wedekind im Text Ganz oder gar nicht
Renate Schulz-ZanderFür Lehrpersonen liegen die wichtigsten Hinderungsgründe im Bereich der infrastrukturellen Voraussetzungen. Fehlende Peripheriegeräte (41 %), die fehlende spontane Einsetzbarkeit von Präsentationseinheiten (41 %), zu wenig Computer (37 %) und nicht spontan lösbare technische Probleme (37 %) sind die am häufigsten genannten Faktoren, die eine Nutzung der digitalen Medien im Unterricht verhindern oder erschweren (vgl. Tabelle 36). Dicht darauf folgt die hohe zeitliche Belastung durch andere Aufgaben, dies äußert noch nahezu ein Drittel der Lehrpersonen. Mehr als ein Viertel nennen den hohen Zeitanteil für die Vorbereitung des Unterrichts sowie den organisatorischen Aufwand zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht und nahezu ein Viertel ihre fehlende pädagogische und didaktische Kompetenz zur sinnvollen Nutzung digitaler Medien im Unterricht.
Von Renate Schulz-Zander, Peter Schmialek, Thomas Stolz im Buch Evaluation zur Umsetzung der Medienentwicklungsplanung der Stadt Detmold (2013)
Jean-Luc BarrasDominik PetkoDie Schulverantwortlichen wurden zu möglichen Hindernissen der ICT-Integration befragt. Die dabei eingesetzte Methode ist identisch mit derjenigen von Egloff et al. (2004). Folgende Hindernisse werden besonders häufig genannt:
  • 70,5% sehen ein Hindernis bei mangelnden Kenntnissen und Fertigkeiten der Lehrpersonen für den Einsatz von Computern im Unterricht (D-CH: 70,5%, F-CH: 77%).
  • 63,8% bezeichnen die ungenügende Anzahl Computer für Lernende als Hindernis (D-CH: 60,5%, F-CH: 72,5%).
  • 59,3% sehen ein Problem beim Zeitmangel der Lehrpersonen zur Vorbereitung von Lektionen, in denen Computer eingesetzt werden (D-CH: 56,3%, F-CH: 67,3%) oder zur Erkundung von Anwendungsmöglichkeiten für das Internet (Total: 58,7%, D-CH: 63,1%, F-CH: 48%).
  • 57,5% sehen bei der Motivation der Lehrkräfte hinsichtlich des Einsatzes von Computern ein Problem (D-CH: 55,2%; F-CH: 63,7%).
Andere mögliche Hindernisse werden nur noch von weniger als der Hälfte der befragten ICT-Verantwortlichen als Problem angesehen.
Von Jean-Luc Barras, Dominik Petko im Buch ICT und Bildung: Hype oder Umbruch? im Text Computer und Internet in Schweizer Schulen (2007) auf Seite 109

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iconEinträge in Beats Blog

iconZitationsgraph

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