/ en / Traditional / help

Beats Biblionetz - Begriffe

Generationen

iconBiblioMap Dies ist der Versuch, gewisse Zusammenhänge im Biblionetz graphisch darzustellen. Könnte noch besser werden, aber immerhin ein Anfang!

Diese Grafik ist nur im SVG-Format verfügbar. Dieses Format wird vom verwendeteten Browser offenbar nicht unterstützt.

Diese Grafik fensterfüllend anzeigen (SVG)

iconSynonyme

Generationen, generations

iconDefinitionen

Was hat Bill Gates mit Corona zu tun?Generation beschreibt eine bestimmte Gruppe von Menschen, die aufgrund ihres Alters durch bestimmte gesellschaftliche Ereignisse in ihren Wertvorstellungen im Jugendalter geprägt wurden. Jede Generation hat somit bestimmte Erfahrungen im Laufe ihres Lebens gemacht, die sie in ihren Verhaltensweisen und Sichtweisen auf die Welt prägen. Wirtschaftliche, kulturelle, soziale und ökologische Ereignisse spielen in dieser Art der Prägung eine entscheidende Rolle.
Von Rüdiger Maas im Buch Was hat Bill Gates mit Corona zu tun?

iconBemerkungen

Forschung & Lehre 1/2024Ein weiterer Grund, warum wir unbedingt an Generationen glauben wollen, ist, dass Menschen andere Menschen gerne in Gruppen einteilen. Denn dann können wir unsere eigene Gruppe aufwerten, indem wir andere Gruppen abwerten, was sich gut anfühlt.
Von Martin Schröder in der Zeitschrift Forschung & Lehre 1/2024 (2024) im Text X,Y oder Z?
Forschung & Lehre 1/2024Der letzte Grund, weswegen wir im eklatanten Gegensatz zur aktuellen Forschungsliteratur immer noch davon ausgehen, dass es Generationen gibt, lautet, dass Menschen mit dieser Behauptung Geld verdienen. Selbsternannte Jugendforscher und Generationenversteher müssen ihnen zuwiderlaufende wissenschaftliche Evidenz ignorieren. Denn ihr Einkommen hängt davon ab, trotz besseren Wissens weiterhin generationssensible Coachings, Bücher und Key Note Speeches zu verkaufen, die – wenn man den Daten glaubt – eigentlich keinen Sinn machen.
Von Martin Schröder in der Zeitschrift Forschung & Lehre 1/2024 (2024) im Text X,Y oder Z?
Forschung & Lehre 1/2024Zudem ist der intuitive Eindruck richtig, dass beispielweise „junge Menschen heute weniger arbeiten wollen.“ Junge Menschen wollten allerdings schon immer weniger arbeiten als mittelalte und alle Menschen (gleich welchen Alters und Geburtsjahres) halten Erwerbsarbeit heute für weniger wichtig als früher. Wer eine niedrigere Arbeitsmotivation mit der Generationenzugehörigkeit erklärt, muss davon ausgehen, dass eine bestimmte Generation und nur diese Generation weniger motiviert ist zu arbeiten. Wer allerdings einen Periodeneffekt als Grund ausmacht, der weiß: Die gesamte Belegschaft ist heute weniger motiviert als früher.
Von Martin Schröder in der Zeitschrift Forschung & Lehre 1/2024 (2024) im Text X,Y oder Z?
Forschung & Lehre 1/2024Wir sehen Generationenunterschiede, weil wir teils selbst nach Kontrolle von Periodeneffekten durchaus sehr schwache Generationenunterschiede erkennen können. So stimmt es, dass Erfolg im Beruf auch nach Kontrolle des Periodeneffekts mit jeder Geburtenkohorte seit den 1955 Geborenen unwichtiger wurde. Ebenso sinken die Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation mit jeder seit 1990 geborenen Kohorte. Will man diese minimalen Generationenunterschiede thematisieren, muss man sich jedoch im Klaren sein, dass Periodeneffekte (wir alle denken heute anders als früher) oft zu einer Veränderung von einem ganzen Skalenpunkt auf den Einstellungsskalen zwischen 1 bis 3 oder 1 bis 4 führen, wohingegen Generationen fast nie Unterschiede von mehr als 0,1 erklären. Einstellungsveränderungen, die wir gemeinsam durchmachen (Periodeneffekte) sind also oft circa zehnmal wichtiger als Unterschiede zwischen Generationen.
Von Martin Schröder in der Zeitschrift Forschung & Lehre 1/2024 (2024) im Text X,Y oder Z?
Forschung & Lehre 1/2024Metastudien zeigen, dass es empirisch keine Generationen gibt. Sie sind ein Mythos. Klassischerweise bedeutet die Aussage, dass es Generationen gibt, dass man die Einstellungen von Menschen durch ihr Geburtsjahr erklären kann, unabhängig davon, wie alt sie gerade sind (denn das wäre kein Generationen-, sondern ein Alterseffekt) und wann man sie fragt (denn das wäre ebenfalls kein Generationen-, sondern ein Periodeneffekt). Doch stellt man diese letzteren beiden Alters- und Periodeneffekte in Rechnung, bleiben kaum Generationeneffekte übrig. Man kann also Einstellungen von Menschen mit ihrem Alter erklären und man kann Einstellungen von Menschen damit erklären, wann sie befragt wurden. Aber man kann Einstellungen von Menschen kaum mit deren Geburtsjahr erklären. Internationale Umfrage-Institute lassen Generationenunterscheidungen deshalb mittlerweile fallen. Die Forschungsliteratur fragt nicht mehr, ob es Generationen gibt, sondern wieso wir immer noch an Generationen glauben, obwohl jeder, der ernsthaft versucht, Einstellungen durch Generationenzugehörigkeit zu erklären, keine entsprechenden Effekte findet.
Von Martin Schröder in der Zeitschrift Forschung & Lehre 1/2024 (2024) im Text X,Y oder Z?

iconVerwandte Objeke

icon
Verwandte Begriffe
(co-word occurance)
Generation Z / iGen(0.16), Generation X(0.14), Generation Y / Millenials(0.13), Babyboomer(0.1), quiet quitting(0.03)

iconHäufig co-zitierte Personen

Tobias Moorstedt Tobias
Moorstedt
Sonja Ganguin Sonja
Ganguin
Markus Arens Markus
Arens
Frederic Laloux Frederic
Laloux

iconStatistisches Begriffsnetz  Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

iconZitationsgraph

Diese Grafik ist nur im SVG-Format verfügbar. Dieses Format wird vom verwendeteten Browser offenbar nicht unterstützt.

Diese Grafik fensterfüllend anzeigen (SVG)

iconZeitleiste

icon35 Erwähnungen  Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconAnderswo suchen  Auch im Biblionetz finden Sie nicht alles. Aus diesem Grund bietet das Biblionetz bereits ausgefüllte Suchformulare für verschiedene Suchdienste an. Biblionetztreffer werden dabei ausgeschlossen.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.