Verkürzen und VerknüpfenGeschichte als Netz narrativer Fragmente - Wie Jugendliche digitale Netzmedien für die Erstellung von Referaten im Geschichtsunterricht verwenden
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Zusammenfassungen
Wenn Schülerinnen und Schüler Geschichtsreferate für den Unterricht vorbereiten, nutzen sie selbstverständlich das Internet. Doch wie? Schreiben sie einfach aus Wikipedia ab?
Und falls ja, was hat das dann noch mit historischem Lernen zu tun? Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit diesen Fragen. Es wurden mit über vierzig Schülerinnen und Schülern Gespräche geführt und ihr Suchvorgehen am Computer wurde aufgezeichnet. Zudem wurden über hundert einzeln und gemeinsam erstellte Dokumente im Hypertext-Format ausgewertet. Es zeigt sich, dass die Jugendlichen das Internet als geschichtskulturellen Fundus verstehen. Sie wählen narrative Fragmente aus, die sie kombinieren und in die Lerngemeinschaft übertragen. Sie wenden dabei Strategien des Verkürzens und Verknüpfens an: Sie löschen Bezüge zu Herkunft und Kontext oder machen sie mit Hyperlinks sicht- und nutzbar.
Von Klappentext in der Dissertation Verkürzen und Verknüpfen (2013) Die vorliegende Untersuchung begann mit einer simplen Frage meiner 13-jährigen
Tochter: «Papa, kannst Du mir bei einem Vortrag für die Schule helfen?»
Meine Tochter hatte den Auftrag erhalten, über die Geschichte des Kantons Nidwalden
ein Referat zu halten. Die Informationen dazu, so die Lehrerin, solle sie
im Internet recherchieren.
Meine Tochter ist zwar eine Digital Native – eine Welt ohne Internet kennt sie nur vom Hörensagen. Zu Hause hat sie miterlebt, wie ihr Vater fast täglich mit dem Internet arbeitet. Und doch war es damals nicht ihre Wahl, bei dieser spezifischen Aufgabe das Internet in Anspruch zu nehmen. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit ihr in die nahe gelegene Universitätsbibliothek zu gehen und ihr dort zu zeigen, wie sie nach passenden Informationen suchen könne. Einige Zeit später berichtete sie auf meine Nachfrage, sie habe dann doch noch andere Informationen im Internet gefunden, die sie für die Erfüllung der Aufgabe besser habe brauchen können. Für ihr Referat erhielt sie eine gute Note.
Diese alltägliche Episode, ausgehend von einer Bitte meiner Tochter, die in ähnlicher Form wohl täglich landauf, landab von Kindern an ihre Eltern herangetragen wird, brachte mich ins Nachdenken. Welche Rolle spielt das Internet für diese Art schulischer Aufgaben? Um welche Art schulischer Aufgaben handelt es sich eigentlich, die ausserhalb der Schulzeit und der Strukturen der Schule zu erledigen sind? Und welche Bedeutung hat diese Form schulischer Betätigung für das Lernen von Geschichte? Diese Fragen begleiteten mich durch die folgenden Jahre, das Ergebnis der Suche nach Antworten lege ich hier vor.
Von Jan Hodel in der Dissertation Verkürzen und Verknüpfen (2013) Meine Tochter ist zwar eine Digital Native – eine Welt ohne Internet kennt sie nur vom Hörensagen. Zu Hause hat sie miterlebt, wie ihr Vater fast täglich mit dem Internet arbeitet. Und doch war es damals nicht ihre Wahl, bei dieser spezifischen Aufgabe das Internet in Anspruch zu nehmen. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit ihr in die nahe gelegene Universitätsbibliothek zu gehen und ihr dort zu zeigen, wie sie nach passenden Informationen suchen könne. Einige Zeit später berichtete sie auf meine Nachfrage, sie habe dann doch noch andere Informationen im Internet gefunden, die sie für die Erfüllung der Aufgabe besser habe brauchen können. Für ihr Referat erhielt sie eine gute Note.
Diese alltägliche Episode, ausgehend von einer Bitte meiner Tochter, die in ähnlicher Form wohl täglich landauf, landab von Kindern an ihre Eltern herangetragen wird, brachte mich ins Nachdenken. Welche Rolle spielt das Internet für diese Art schulischer Aufgaben? Um welche Art schulischer Aufgaben handelt es sich eigentlich, die ausserhalb der Schulzeit und der Strukturen der Schule zu erledigen sind? Und welche Bedeutung hat diese Form schulischer Betätigung für das Lernen von Geschichte? Diese Fragen begleiteten mich durch die folgenden Jahre, das Ergebnis der Suche nach Antworten lege ich hier vor.
Die vorliegende Arbeit interessiert sich für die Auswirkungen des digitalen Medienwandels
auf die Praxis des «historischen Lernens»1. Dabei legt sie den Fokus
auf jenen spezifischen Teil dieses Lernens, der sich ausserhalb der Unterrichtszeit,
aber im Rahmen des schulischen Geschichtsunterrichts abspielt. Dieser umfasst
allgemein die Erledigung von schulischen Aufgaben für das Fach Geschichte und
speziell die Vorbereitung von Präsentationen und Referaten zu historischen Sachverhalten.
In diesem Übergangsbereich zwischen Schule und Freizeit, zwischen
institutionellen und privaten Regeln – so die Annahme – dürfte der Einfluss des
digitalen Medienwandels besonders deutlich sein und geprägt durch die Vermischung
von schulischen Anforderungen und privaten Nutzungsgewohnheiten.
Die Untersuchung interessiert sich folglich für ein spezifisches Handlungsfeld: jenen Tätigkeitsbereich, in dem Jugendliche ausserhalb des Schulunterrichts Aufgaben für ebenjenen Schulunterricht erledigen. Spezifischer noch richtet sich das Interesse auf jenen Teil dieses Tätigkeitsbereichs, in dem das Internet als Hilfsmittel genutzt wird. Hierbei liegt die Aufmerksamkeit vor allem auf jener Praxis, bei der die Jugendlichen in der Art der Nutzung frei sind, sie also nicht mit ausgewählten Tools (E-Learning-Plattformen oder Online-Kursmodulen) oder mit vorgegebenen Inhalten (ausgewählten Internet-Adressen im Sinne von Webquests) arbeiten. Konkret: Die Studie interessiert sich für die Art und Weise, wie Jugendliche im Internet-Zeitalter Referate vorbereiten. Mit Referaten sind dabei sowohl mündliche als auch schriftliche Präsentationen gemeint, die von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht eingebracht werden. Referate sind Ausdruck eines Lernverständnisses, bei dem Jugendliche selbstständig und eigenverantwortlich Fähigkeiten entwickeln und sich Kenntnisse aneignen. Dieser Ansatz ist durch die digitalen Netzmedien in verschiedener Hinsicht herausgefordert und zu einem Problemfeld gemacht worden. Stichworte hierzu sind die schwierige Orientierung in der Informationsflut, die mangelnde Qualitätssicherung der vorliegenden Informationen und die verbreitete Praxis des Plagiats.
Von Jan Hodel in der Dissertation Verkürzen und Verknüpfen (2013) Die Untersuchung interessiert sich folglich für ein spezifisches Handlungsfeld: jenen Tätigkeitsbereich, in dem Jugendliche ausserhalb des Schulunterrichts Aufgaben für ebenjenen Schulunterricht erledigen. Spezifischer noch richtet sich das Interesse auf jenen Teil dieses Tätigkeitsbereichs, in dem das Internet als Hilfsmittel genutzt wird. Hierbei liegt die Aufmerksamkeit vor allem auf jener Praxis, bei der die Jugendlichen in der Art der Nutzung frei sind, sie also nicht mit ausgewählten Tools (E-Learning-Plattformen oder Online-Kursmodulen) oder mit vorgegebenen Inhalten (ausgewählten Internet-Adressen im Sinne von Webquests) arbeiten. Konkret: Die Studie interessiert sich für die Art und Weise, wie Jugendliche im Internet-Zeitalter Referate vorbereiten. Mit Referaten sind dabei sowohl mündliche als auch schriftliche Präsentationen gemeint, die von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht eingebracht werden. Referate sind Ausdruck eines Lernverständnisses, bei dem Jugendliche selbstständig und eigenverantwortlich Fähigkeiten entwickeln und sich Kenntnisse aneignen. Dieser Ansatz ist durch die digitalen Netzmedien in verschiedener Hinsicht herausgefordert und zu einem Problemfeld gemacht worden. Stichworte hierzu sind die schwierige Orientierung in der Informationsflut, die mangelnde Qualitätssicherung der vorliegenden Informationen und die verbreitete Praxis des Plagiats.
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- ICT-Professionalisierung und ICT-Beliefs - Professionalisierung angehender Lehrpersonen in der digitalen Transformation und ihre berufsbezogenen Überzeugungen über digitale Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) (Robin Schmidt) (2020)
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Bibliographisches
Beat und diese Dissertation
Beat hat diese Dissertation während seiner Zeit am Institut für Medien und Schule (IMS) ins Biblionetz aufgenommen. Beat besitzt weder ein physisches noch ein digitales Exemplar. Es gibt bisher nur wenige Objekte im Biblionetz, die dieses Werk zitieren.