/ en / Traditional / help

Beats Biblionetz - Begriffe

Palantir

iconBemerkungen

Die Firma wurde 2003 als Reaktion auf 9/11 gegründet – in der Absicht, avancierte Daten­verarbeitung in den Dienst des Kampfes gegen Terrorismus zu stellen.

Von Daniel Binswanger im Text Palantir, die Schweiz – und der Techno-Faschismus (2025)
Palantir hat nicht den Stein der Weisen gefunden, den sonst keiner entwickeln kann. Es braucht zwar Zeit, ein reifes Produkt zu entwickeln, aber es ist nicht unmöglich. Palantir ist nicht so alternativlos, wie es sich selbst darstellt.
Von Lena Ulbricht im Text Überwachungssoftware Palantir: «Es ist nicht zu spät, eine europäische Alternative zu entwickeln», sagt die Forscherin Lena Ulbricht (2025)
Aus den genannten Gründen empfehlen die Gutachter, auf Lösungen des Unternehmens Palantir Technologies Incorporated zu verzichten. Die Thematik der operativen Einsatzbereitschart wird 2025 imRahmen der spezifischen Kl-Strategie derArmee durch die Armeeplanung behandelt.
Von Schweizer Armee im Text Palantir Technologies Inc. (2024)
Man kann nicht sagen, dass Palantir an und für sich Überwachung fördert – da sind eher die Sicherheitsgesetze entscheidend. Palantir macht es nur sehr einfach, immer neue Datenquellen hinzuzufügen. Früher war das eine mühsame Arbeit, heute geht die Datenintegration viel einfacher.
Von Lena Ulbricht im Text Überwachungssoftware Palantir: «Es ist nicht zu spät, eine europäische Alternative zu entwickeln», sagt die Forscherin Lena Ulbricht (2025)
Adrienne FichterIn Zürich beschäftigt die Firma 60 Mitarbeiter. Einige Entwicklerinnen arbeiten hier an der Software Foundry, die auch im militärischen Bereich eingesetzt werden kann. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten prüft derzeit, ob diese Tätigkeit unter das Söldner­gesetz fällt und deshalb melde­pflichtig ist.
Von Adrienne Fichter, Marguerite Meyer, Lorenz Naegeli, Balz Oertli, Jennifer Steiner im Text Warum Palantir zum Risiko für die Schweiz wird (2025)
Adrienne FichterKaum ein Tech-Unternehmen ist weltweit so umstritten wie Palantir. Nicht nur wegen den Hetz­jagden auf Migrantinnen durch ICE-Agenten gerät die Firma regelmässig in die Schlag­zeilen. Sondern auch weil die Palantir-Mitgründer, der rechts­libertäre Milliardär Peter Thiel und der heutige CEO Alex Karp, keinen Hehl daraus machen, dass die Software als tödliche Kriegs­waffe genutzt wird.
Von Adrienne Fichter, Marguerite Meyer, Lorenz Naegeli, Balz Oertli, Jennifer Steiner im Text Wie hartnäckig Palantir die Schweiz umwarb (2025)
Adrienne FichterDie Firma trägt ihren Namen nach den «sehenden Steinen» (Palantíri) aus J. R. R. Tolkiens «Der Herr der Ringe», magische Kristall­kugeln, mit denen ihre Besitzer entfernte Orte sehen und Nachrichten empfangen können. Genau dasselbe Versprechen macht Palantir: eine Fernsicht über grosse Daten­mengen ermöglichen zu wollen – also Zusammen­hänge aufzudecken, die sonst verborgen bleiben würden.
Von Adrienne Fichter, Marguerite Meyer, Lorenz Naegeli, Balz Oertli, Jennifer Steiner im Text Wie hartnäckig Palantir die Schweiz umwarb (2025)
Adrienne FichterTatsächlich wird in Deutschland seit Monaten über den Einsatz von Palantir-Software durch Polizei­behörden diskutiert. Kritikerinnen befürchten, dass selbst Menschen, die nur eine Anzeige erstatten oder Opfer einer Straftat werden, wegen Palantir ins Visier der Behörden geraten könnten. Die Software durchsucht nämlich sämtliche Datensilos wie ein Staub­sauger und erstellt Profile, Muster und Analysen.
Von Adrienne Fichter, Marguerite Meyer, Lorenz Naegeli, Balz Oertli, Jennifer Steiner im Text Warum Palantir zum Risiko für die Schweiz wird (2025)
In Deutschland wird Palantir-Software derzeit von Polizeibehörden in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Die Bürgerrechtsorganisation Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hält das sowohl aus Sicherheitsgründen als auch verfassungsrechtlich für ein gewaltiges Problem: »Mit dem Einsatz der Software gehen schwere Grundrechtseingriffe, erhebliche Diskriminierungs- und Stigmatisierungsrisiken sowie Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und der allgemeinen Missbrauchsgefahr einher.«
Von Christian Stöcker im Text Eine äußerst miserable Idee (2025)
Die Risiken sind unterschiedlich gelagert. Armee und Geheimdienste müssen den Datenabfluss mehr fürchten. Bei der Polizei sehe ich das Problem eher in der Abhängigkeit von einer zentralen Infrastruktur. Wenn Polizeibeamte gewohnt sind, alles über Palantir zu machen, und die einzelnen Datenbanken gar nicht mehr kennen, aus denen die Informationen kommen, dann ist die Organisation gelähmt, wenn das System aus geopolitischen Gründen nicht mehr zuverlässig funktioniert. In einer Krisensituation ist das ein enormes Risiko.
Von Lena Ulbricht im Text Überwachungssoftware Palantir: «Es ist nicht zu spät, eine europäische Alternative zu entwickeln», sagt die Forscherin Lena Ulbricht (2025)
Thiels derzeit erfolgreichste und vor allem mächtigsteInvestition ist das Techunternehmen Palantir, das Programmeanbietet, die es autorisierten Nutzern ermöglichen, großeDatenmengen aus Quellen wie etwa Mobilfunkzellen oderSocial-Media-Posts zu kombinieren und zu analysieren. FürUnternehmen, Sicherheitsbehörden oder Militär machtPalantir dann Muster erkennbar. Palantir ist an der Börsederzeit knapp 280 Milliarden Euro wert. Dieser Wert hat sichseit der Wahl, die Donald Trump erneut zum Präsidenten undJD Vance zum Vizepräsidenten machte, fast verdreifacht.
Von Christian Stöcker im Text Eine äußerst miserable Idee (2025)
The Tech CoupIn 2009 he stunningly remarked that he no longer believed “that freedom and democracy are compatible.” The founding vision of PayPal, he continued, “centered on the creation of a new world currency, free from all government control and dilution— the end of monetary sovereignty, as it were.” In addition to PayPal, Thiel also cofounded the com pany Palantir, which provides data and intelligence software to governments around the world. While his first firm sought to replace a core function of government entirely, Palantir offered merely to do the government’s job for it.
Von Marietje Schaake im Buch The Tech Coup (2024) im Text The Code
Adrienne FichterFür Armeen liefert die Software von Palantir Informationen, die Tötungs­entscheidungen beeinflussen, der Polizei dient sie als Überwachungs­tool, und auch grosse Unternehmen nutzen Palantir für Prozess­optimierungen und als Entscheidungs­hilfe. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, seine Software treibe Massen­überwachung und automatisierte Kriegs­führung auf eine neue Stufe – begünstigt durch mangelnde Regulierung und unter Missachtung menschen­rechtlicher Prinzipien. Palantir selbst sagt offen, dass ihre Instrumente die Tötungs­kette von Soldaten optimieren sollen (siehe Infobox).
Von Adrienne Fichter, Marguerite Meyer, Lorenz Naegeli, Balz Oertli, Jennifer Steiner im Text Wie hartnäckig Palantir die Schweiz umwarb (2025)
Founded in 2004 by Peter Thiel and some fellow PayPal alumni, Palantir cut its teeth working for the Pentagon and the CIA in Afghanistan and Iraq. The company’s engineers and products don’t do any spying themselves; they’re more like a spy’s brain, collecting and analyzing information that’s fed in from the hands, eyes, nose, and ears. The software combs through disparate data sources—financial documents, airline reservations, cellphone records, social media postings—and searches for connections that human analysts might miss. It then presents the linkages in colorful, easy-to-interpret graphics that look like spider webs. U.S. spies and special forces loved it immediately; they deployed Palantir to synthesize and sort the blizzard of battlefield intelligence. It helped planners avoid roadside bombs, track insurgents for assassination, even hunt down Osama bin Laden. The military success led to federal contracts on the civilian side. The U.S. Department of Health and Human Services uses Palantir to detect Medicare fraud. The FBI uses it in criminal probes. The Department of Homeland Security deploys it to screen air travelers and keep tabs on immigrants.
Von Peter Waldman, Lizette Chapman, Jordan Robertson im Text Palantir Knows Everything About You (2018)

iconVerwandte Objeke

icon
Verwandte Begriffe
(co-word occurance)
Immigration and Customs Enforcement (ICE)(0.03)

iconHäufig erwähnende Personen

iconHäufig co-zitierte Personen

Peter Thiel Peter
Thiel
Alex Karp Alex
Karp
Elon Musk Elon
Musk
Beth Simone Noveck Beth Simone
Noveck
Judy Wajcman Judy
Wajcman
Johnny Ryan Johnny
Ryan
Klaus Uhrig Klaus
Uhrig
Jasmin Körber Jasmin
Körber
Jeff Bezos Jeff
Bezos
Fritz Espenlaub Fritz
Espenlaub
Vint Cerf Vint
Cerf
J. D. Vance J. D.
Vance
Curtis Yarvin Curtis
Yarvin
Steven Levy Steven
Levy
Nick Srnicek Nick
Srnicek

iconStatistisches Begriffsnetz  Dies ist eine graphische Darstellung derjenigen Begriffe, die häufig gleichzeitig mit dem Hauptbegriff erwähnt werden (Cozitation).

iconZitationsgraph

Diese Grafik ist nur im SVG-Format verfügbar. Dieses Format wird vom verwendeteten Browser offenbar nicht unterstützt.

Diese SVG-Grafik fensterfüllend anzeigen

iconZitationsgraph (Beta-Test mit vis.js)

iconZeitleiste

icon63 Erwähnungen  Dies ist eine nach Erscheinungsjahr geordnete Liste aller im Biblionetz vorhandenen Werke, die das ausgewählte Thema behandeln.

iconAnderswo suchen  Auch im Biblionetz finden Sie nicht alles. Aus diesem Grund bietet das Biblionetz bereits ausgefüllte Suchformulare für verschiedene Suchdienste an. Biblionetztreffer werden dabei ausgeschlossen.

iconBiblionetz-History Dies ist eine graphische Darstellung, wann wie viele Verweise von und zu diesem Objekt ins Biblionetz eingetragen wurden und wie oft die Seite abgerufen wurde.