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Beats Biblionetz - Bücher

Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung Nr. 49

Juni 2002
E. Nuissl, Ch. Schiersmann, Horst Siebert ,
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iconZusammenfassungen

„Kompetenzentwicklung“ ist offenbar zum „Begriff des Jahres 2001“ in der Erwachsenenbildung avanciert und hat den bisher so populären Begriff „Schlüsselqualifikation“ abgelöst. Das Register des „Wörterbuch Erwachsenenpädagogik“ von Rolf Arnold, Sigrid Nolda und Ekkehard Nuissl weist 54 Belegstellen für „Kompetenz“ und nur noch 18 für „Schlüsselqualifikation“ aus. Jürgen Habermas hat in den 1960er Jahren – mit Bezug auf Noam Chomsky – auf den Unterschied zwischen Kompetenz und Performanz hingewiesen – eine Differenzierung, die inzwischen wieder in Vergessenheit geraten ist. Die Renaissance des Kompetenzbegriffs hängt mit aktuellen bildungsökonomischen und erwachsenenpädagogischen Zielkonflikten und Friktionen zusammen: Das Konzept Kompetenzentwicklung verspricht eine Verknüpfung von wirtschaftlichen und pädagogischen Maßstäben, von Alltagslernen und institutionalisierter Weiterbildung, von Erfahrungswissen und wissenschaftlichem Wissen, von Kennen und Können, von Bedarfen und Bedürfnissen. Kompetenz – mit den bekannten Unterbegriffen personale, soziale, methodische und fachliche Kompetenz –, gelegentlich ergänzt durch (Selbst-)Lernkompetenz – scheint den umstrittenen und unpräzisen Bildungsbegriff zu ersetzen. Oder doch nicht? Immerhin wird „Bildung“ in dem Wörterbuch an 75 Stellen erörtert. Enthält der Begriff „soziale Kompetenz“ andere, instrumentellere Konnotationen und Denotationen als der Begriff „soziale Bildung“, der eher an Solidarität und Verständigungsbereitschaft erinnert?
In unserer „scientific community“ scheint auf den ersten Blick die Forderung nach lebenslanger Kompetenzentwicklung unstrittig zu sein. Doch bei näherer Betrachtung der Beiträge werden unterschiedliche Standpunkte, Perspektiven und Akzente sichtbar. Fast alle Autoren und Autorinnen machen deutlich, dass es sich keineswegs um eine rein akademische Debatte, um einen „Streit um Worte“ handelt, sondern um einen bildungspolitisch und didaktisch höchst folgenreichen Diskurs. Dabei geht es nicht um endgültige Klärungen und Antworten, sondern um eine geschärfte Wahrnehmung der Perspektivenvielfalt und Vielschichtigkeit der Erwachsenenbildung.
Von E. Nuissl, Ch. Schiersmann, Horst Siebert in der Zeitschrift Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung Nr. 49 (2002)

iconKapitel Unter den anklickbaren Kapiteln finden Sie Informationen über einzelne Teile des gewählten Werks.

  • Lebenslang lernen - und wo bleibt die «Bildung»? (Seite 6 - 14) (Günther Dohmen)
  • Verteidigung von Bildung gegen die Gebildeten unter ihren Verächtern (Seite 15 - 25) (Peter Faulstich)
  • Von der Bildung zur Kompetenzentwicklung - Anmerkungen zu einem erwachsenenpädagogischen Perspektivwechsel (Seite 26 - 38) ()
  • Relationierungen zur Kompetenzdebatte (Seite 39) (Rainer Brödel)

iconDiese Zeitschrift erwähnt...


Personen
KB IB clear
Günther Dohmen, Hartmut von Hentig, Wolfgang Klafki, Ferdinand Messner, Horst Siebert

Begriffe
KB IB clear
Bildungeducation (Bildung), Erwachsenenbildung, informal learninginformal learning, Kompetenzcompetence, Lebenslanges Lernenlifelong learning, Lernenlearning, Pädagogik / Erziehungswissenschaft, Wissenschaftscience
icon
Bücher
Jahr UmschlagTitelAbrufeIBOBKBLB
Selbstgesteuertes Lernen und Lernberatung (Horst Siebert) 2, 3, 3, 3, 5, 1, 3, 4, 3, 8, 3, 662061280
1985   Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik (Wolfgang Klafki) 2, 1, 3, 3, 4, 2, 4, 4, 4, 8, 9, 20681420753
1996Bildung (Hartmut von Hentig) 1, 1, 1, 2, 1, 2, 2, 3, 2, 4, 3, 617163390
2001    Das informelle Lernen (Günther Dohmen) 1, 5, 1, 3, 1, 2, 4, 4, 3, 4, 9, 61376509
2002Konstruktivistische Erwachsenenbildung (Ferdinand Messner) 5, 13, 11, 6, 5, 7, 5, 5, 6, 20, 6, 147120142097

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Nicht erwähnte Begriffe
formal learning, Schule, Unterricht

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