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Beats Biblionetz - Begriffe

digitaler Schereneffekt

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iconSynonyme

digitaler Schereneffekt, Schereneffekt, digitaler

iconDefinitionen

Beat Döbeli HoneggerDigitalisierung erhöht die Leistungs-Heterogenität zwischen Schüler:innen. Einerseits ziehen bessere Schüler:innen aus digitalen Werkzeugen und Medien mehr Nutzen als schlechtere Schüler:innen. Andererseits lassen sich kognitiv einfachere Aufgaben durch Digitalisierung automatisieren, so dass das allgemeine Anspruchsniveau an menschliche Tätigkeiten steigt, was wiederum schwächere Schüler:innen stärkt heraus- bzw. überfordert als bessere Schüler:innen.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 02.01.2023

iconBemerkungen

Beat Döbeli HoneggerDer Schereneffekt ist nicht linear - insbesondere Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen können von digitalen Werkzeugen und Medien überproportional profitieren.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 22.12.2022
Beat Döbeli HoneggerSolange auch die schlechteren Schüler:innen von digitalen Werkzeugen und Medien profitieren (d.h. besser arbeiten und lernen können als ohne) ist der Schereneffekt kein Argument gegen Digitales in der Schule - die grössere Heterogenität muss einfach aufgefangen werden.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 22.12.2022
Beat Döbeli HoneggerBezüglich Heterogenität sind Adaptivität und individuelles Lerntempo zweischneidige Schwerter. Zwar erlauben sie, besser auf die bereits vorhandenen Voraussetzungen der Lernenden einzugehen, doch letztlich profitieren die besseren Schülerinnen und Schüler stärker davon als die schwächeren, sodass sich die Heterogenität verstärken kann.
Von Beat Döbeli Honegger im Buch Mehr als 0 und 1 (2016) im Text Warum gehört das Digitale in die Schule?
Bardo HerzigJe geringer das Vorwissen von Schülerinnen und Schülern ist und je weniger ausgeprägt ihre Fähigkeiten zur Steuerung der eigenen Lernprozesse und ihre grundsätzlichen kognitiven bzw. intellektuellen Fähigkeiten (z. B. in Bezug auf komplexes Denken) sind, desto weniger profitieren sie von spezifischen Medienangeboten, insbesondere wenn diese außerhalb von formalen Lehr- und Lernprozessen zum Einsatz kommen.
Von Bardo Herzig im Text Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht? (2014)
Bezüglich heterogener Gruppen zeigen Studien, dass das fachliche und das medienspezifische Vorwissen der Lernenden die stärksten Prädiktoren für den digitalen Lernerfolg sind (Herzig, 2014). Lernende mit Fähigkeit zur Selbststeuerung und zur Anwendung von Lernstrategien haben nicht nur einen größeren Lernerfolg (Herzig, 2014), sie können auch stärker von digitalen Medien profitieren. Daraus lässt sich die Folgerung ableiten, dass Lernende mit Defiziten in diesen Bereichen weniger von digitalen Medien profitieren können.
Von Mirjam Pfister, Roland Stähli im Text Digitale Medien an Berufsfachschulen - Wo steht die Schweiz? (2019)
Bardo HerzigEine weitere wichtige Einflussvariable sind Fähigkeiten der Selbststeuerung bzw. Lernstrategien, über die Schülerinnen und Schüler verfügen. Sind diese Fähigkeiten in ausgeprägterer Weise vorhanden, können Schülerinnen und Schüler von digitalen Lernangeboten stärker profitieren als andere. Das hängt u. a. damit zusammen, dass je nach Medienangebot unterschiedlich starke Voraussetzungen in Bezug auf die Selbststeuerung von Lernprozessen, d. h. auf motivationale, volitionale und metakognitive Fähigkeiten, erforderlich sind.
Von Bardo Herzig im Text Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht? (2014)
Es droht eine Kompetenzschere. Die Erfahrungen über die Jahre haben gezeigt, dass gute Schülerinnen und Schüler mit neuen Technologien schneller und besser zurechtkommen, sei es bei den ersten PCs im Schulzimmer oder den heutigen Mobilgeräten. Die Schülerschaft mit tieferen Noten hat eher Mühe, frische digitale Werkzeuge zu ihrem eigenen Nutzen einzusetzen. Beat Döbeli Honegger: «Dies hat bereits in der Vergangenheit zu einer Vergrösserung des Leistungsspektrums geführt.» Bei Text-Robotern dürfte das nicht anders sein.
Von Geri Holdener im Text Professor der PH Schwyz testet Textroboter und gibt Tipps für Schulen (2023)
Mark WarschauerThe lack of concrete conclusion may partially be due to the inherent difficulty of causal inference – that is, to prove access and usage of technology causes the change of students’ learning outcomes. Additionally, the majority of existing literature concerned with outcomes is based on nonrepresentative small samples and tests the effect of a specific kind of technology/ intervention. The mixed findings are thus highly contextualized and noncomparable. Future research is needed to offer deeper understanding of the relationship of technology and equity.
Von Mark Warschauer, Ying Xu im Buch Second Handbook of Information Technology in Primary and Secondary Education (2018) im Text Technology and Equity in Education
Beat Döbeli HoneggerIch befürchte, dass sich der Schereneffekt schwerlich mit einer sauberen empirischen Studie wird nachweisen oder widerlegen lassen.. Einerseits wird es schwierig sein, "schwächere SchülerInnen" zu operationalisieren, andererseits dürfte vor allem die nicht schulische Computernutzung schwer kontrollierbar / erfassbar sein.
Am ehesten wäre für mich der Schereneffekt in einer grossen Längsschnittstudie wie PISA erkennbar, wo sich evtl. die gemessenen Leistungen von Schülerinnen und Schülern auseinanderbewegen. Bei einer solchen Untersuchung wird es dann aber schwierig, Kausalitäten herzustellen.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 09.01.2023
Zu Chancen und Herausforderungen digitaler Medien befragt, äußerten sich die Lehrpersonen positiv zu neuen Möglichkeiten wie Lern-Apps, Vertonung von PowerPoint-Präsentationen und vermehrter Nutzung von Internetseiten. Aufgefallen sind den Lehrpersonen einerseits die großen Unterschiede bezüglich Medienkompetenz. Andererseits konnten sie auch beobachten, dass sich durch den Einsatz digitaler Lehrmittel die Kluft zwischen leistungsstarken und leistungsschwächeren Lernenden vergrößerte. So bedienten einige Lernenden die Software intuitiv, während andere bereits mit dem Notebook und dem Verfassen von E-Mails Schwierigkeiten hatten. Deshalb muss die Medienkompetenz der Lernenden von der Berufsfachschule so gefördert werden, dass alle vom Einsatz digitaler Medien profitieren können. Die Auswirkung digitaler Medien auf die Leistungsheterogenität an Berufsfachschulen bedarf weiterer Untersuchungen.
Von Mirjam Pfister, Roland Stähli im Text Digitale Medien an Berufsfachschulen - Wo steht die Schweiz? (2019)
Bardo HerzigDie Frage, welche Schülergruppen vom Einsatz digitaler Medien am stärksten profitieren, lässt sich pauschal nicht mit gruppenspezifischen Merkmalen beantworten. Unterschiede im Bereich individueller Wirkungen, insbesondere beim Lernerfolg, lassen sich allerdings durch einzelne Faktoren aufklären (vgl. z. B. Weidenmann 1993; Büchter et al. 2003; Conradty 2011). Den bedeutendsten Faktor für die Vorhersage von Lernerfolg (sogenannter Prädiktor) stellt das thematische und medienbezogene Vorwissen dar. Dies bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler, die bereits über ein stärkeres Vorwissen verfügen, von digitalen Medienangeboten auch am stärksten profitieren können. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass neue Wissensbestände auf breiteres Vorwissen treffen und damit besser angedockt und verankert werden können. Vorwissen als stärkster Prädiktor für Lernerfolg gilt im Übrigen generell, d. h. nicht nur in Bezug auf Lernerfolg im Zusammenhang mit digitalen Medien.
Von Bardo Herzig im Text Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht? (2014)
Mark WarschauerAnother important question is whether the use of laptops by diverse learners helps bridge the achievement gaps among student groups. The positive impact of school technological programs on disadvantaged students was identified in a number of studies (see, e.g., Warschauer et al. 2014). However, these positive goals for at-risk learners are not achieved in all programs. For example, a study in the USA explores the impact of one-to-one computing on student achievement in Ohio high schools as measured by performance on the Ohio Graduation Test (Williams and Larwin 2016). The sample included 24 treatment schools that were individually paired with a similar control school. Overall, examining the full sample, student performance and content-specific achievement in math, reading, science, social studies, and writing were not significantly affected by the introduction of the one-to-one program. However, when broken down into demographic groups, the results show that Black students in the treatment group performed lower than their peers in control groups.
Von Mark Warschauer, Ying Xu im Buch Second Handbook of Information Technology in Primary and Secondary Education (2018) im Text Technology and Equity in Education

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