KI in der Bildung: von Abhängigkeit zu Handlungsfähigkeit!Künstliche Intelligenz und selbstreguliertes Lernen von Schüler:innen
Tim Fütterer, Rebekka Steinhäuser, Nina Udvardi-Lakos, Armin Fabian, Peter Gerjets, Florian Nuxoll, Christian Bock, Ulrich Trautwein
Publikationsdatum:
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Zusammenfassungen
Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere generative KI wie ChatGPT, wird zunehmend im schulischen Kontext eingesetzt und hat enormes Potenzial, den Wissens- und Kompetenzaufbau sowie das „Lernen des Lernens“, oft auch als Selbstregulation des Lernens bezeichnet, zu unterstützen. Allerdings wurden viele KI-Systeme nicht für Bildungszwecke entwickelt und ChatGPT und ähnliche Angebote werden von Schüler:innen bislang häufig genutzt, um schnell Informationen zu erhalten oder Aufgaben zu lösen, ohne eigene Anstrengung in den Lernprozess zu investieren.
Studien zeigen, dass eine solche Nutzung zwar kurzfristig die Performanz steigern kann, jedoch mit oberflächlichem Verständnis, dem Erwerb dysfunktionaler Lernstrategien und geringen langfristigen Lerneffekten verbunden ist. KI kann Lernprozesse unterstützen. Sie kann aber auch dazu führen, dass Lernende Lernprozesse an die KI auslagern. Dann erhalten sie zwar schneller Antworten auf der Inhaltsebene, entwickeln aber weniger Fähigkeiten auf der Lernebene – also beim Planen, Überwachen und Regulieren ihres eigenen Lernens. Dieser Gegensatz zwischen dem Potenzial des Einsatzes von KI und dem derzeit zu beobachtenden Nutzungsverhalten mit potenziell negativen Konsequenzen stellt eine zentrale bildungspolitische und didaktische Aufgabe dar: KI muss zum Lernen so eingesetzt werden, dass sie das Lernen und das Lernen des Lernens gleichzeitig fördert. Die Selbstregulation des Lernens ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Integration von KI in den Schulalltag.
Insgesamt steht das Bildungssystem vor der Aufgabe, KI in kluger Weise sowohl als Instrument zur Effizienzsteigerung als auch als Werkzeug zur Förderung der Selbstregulation und des nachhaltigen Kompetenzerwerbs zu nutzen. Konkret:
- Schüler:innen: Schüler:innen müssen in der Lage sein, KI für fachliches Lernen sowie für den Erwerb von Kompetenzen im selbstregulierten Lernen zu nutzen. Eine unreflektierte Nutzung generischer KI wie ChatGPT kann zu De-Skilling (Abbau bereits vorhandener Kompetenzen durch Auslagerung an KI) und Skill-Skipping (Nicht-Erwerb von Kompetenzen durch Auslagerung an KI) führen, wohingegen eine lernorientierte Nutzung das Up-Skilling (Erwerb neuer oder höherwertiger Fähigkeiten mithilfe von KI) zentraler Lernkompetenzen unterstützen kann. KI sollte Lernen unterstützen, nicht ersetzen.
- Lehrkräfte: Die Wirkung von KI hängt stark davon ab, wie sie im Unterricht eingesetzt wird. Lehrkräfte spielen eine zentrale Rolle dabei, KI so zu orchestrieren, dass fachliches Lernen und Kompetenzen des selbstregulierten Lernens gleichzeitig gefördert werden. Lehrkräftefortbildungen sollten den pädagogischen Einsatz von KI und die Förderung von Lernkompetenzen integrativ vermitteln. Der Mehrwert von KI entsteht durch einen pädagogisch reflektierten Einsatz.
- Institutioneller Rahmen: Ein lernwirksamer Einsatz von KI entsteht nicht allein im Klassenzimmer. Schulen benötigen geeignete Rahmenbedingungen, qualitätsgesicherte Tools und unterstützende Strukturen, damit KI verantwortungsvoll und lernförderlich integriert werden kann. Die Entwicklung von Bildungs-KI muss evidenzbasiert und kooperativ erfolgen.
Dieses Policy Paper beschreibt die pädagogischen Herausforderungen sowie Lösungsansätze und zeigt auf, welche Beiträge die zentralen Stakeholder – Bildungspolitik, Bildungsadministration, Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft – leisten müssen.
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![]() Personen KB IB clear | Lisa Bardach , Ashly Vivian Beresnitzky , Iris Braunstein , Yizhou Fan , Sarah Franke , Tim Fütterer , Dragan Gašević , Peter Gerjets , Eugene Hauptmann , Yves Karlen , Stefan Daniel Keller , Nataliya Kosmyna , Jochen Kuhn , Huixiao Le , Xinyu Li , Xian-Hao Liao , Leslie Loble , Jason M. Lodge , Pattie Maes , Shiri Melumad , Kejie Shen , Yuan Shen , Jessica Situ , Esther Spang , Vodafone Stiftung , Shufang Tan , Luzhen Tang , Ye Tong Yuan , Jin Ho Yun , Yueying Zhao | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Adaptives Intelligentes System (AIS)
, AI literacy
, Bildungeducation (Bildung)
, Bildungspolitikeducation politics
, Chat-GPT
, cognitive offloading
, Digitalisierung
, Generative Machine-Learning-Systeme (GMLS) computer-generated text
, GMLS & Bildung
, GMLS & Schule
, GMLS als Abkürzung
, GMLS als Lernbegleiter:in
, GMLS als Tutor:in
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, Kinder children
, Künstliche Intelligenz (KI / AI) artificial intelligence
, LehrerIn teacher
, Lernen learning
, Schule school
, Selbstreguliertes Lernen
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, Verantwortungresponsability
, Werkzeuge tool
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Adaptives Intelligentes System (AIS)
Chat-GPT
Digitalisierung
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GMLS als Abkürzung
GMLS als Lernbegleiter:in
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GMLS als Werkzeug
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Künstliche Intelligenz (KI / AI)
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Werkzeuge
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