



Das Wissen um Konzepte, die Lernende zu einem Unterrichtsthema mitbringen, trägt
zu Unterrichtsqualität und Lernerfolg bei. Die vorliegende Studie untersucht erstmalig,
welche Daten Kinder als schützenswert erachten und wem sie diese mitteilen oder verschweigen
würden. Und wir prüfen, wie genau angehende Lehrpersonen die Vorstellungen
der Schülerinnen und Schüler einschätzen. Kinder der fünften Primarstufe gaben
an, welche potenziell schützenswerten Daten sie mit wem teilen würden. 92 Studierende
im Abschlussjahr der Ausbildung zur Primarlehrperson führten dieselbe Befragung aus
Kinder-Perspektive durch. Durch den Vergleich der beiden Datensätze wurden jene Kategorien
identifiziert, in denen die Vorstellungen der Lehrpersonen über das Verhalten der
Schülerinnen und Schüler signifikant von den tatsächlichen Antworten der Schülerinnen
und Schüler abwichen. Wir bestätigen, dass Eltern und Peers für Kinder wichtige Vertrauenspersonen
für sensible Daten sind. Neu zeigen wir, dass angehende Lehrpersonen gut
abschätzen können, mit wem Schülerinnen und Schüler welche Daten teilen. Die offene
Beziehung zu den Eltern, die Zurückhaltung bei der Kommunikation mit der ganzen Klasse
und unvertrauten Menschen sowie die Offenheit der Kommunikation mit besten Freundinnen
und Freunden wird jedoch unterschätzt. Die Ergebnisse sprechen dafür, in den
Unterricht zum Thema Datenschutz nicht nur die Definition schützenswerter Daten und
technische Datensicherheit, sondern stufengerecht auch Aspekte wie unterschiedliche
Situationen im Austausch schützenswerter Daten, Übertragungsart (Gespräch, schriftlich,
etc.), involvierte Akteure und Art der Informationen einzubeziehen. Damit entsteht ein
Spannungsfeld für wertvolle Lernszenarien im Unterricht unter Einbezug der gezeigten
Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler.