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Campbells Gesetz

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iconSynonyme

Campells Gesetz, Campbell`s Law

iconDefinitionen

Besonders einflussreich ist in diesem Zusammenhang ein Aufsatz des US-amerikanischen Psychologen Donald T. Campbell geworden, der das nach ihm benannte »Campbell's Law« formuliert hat: »Je mehr ein quantitativer Indikator für soziale Entscheidungen herangezogen wird, desto stärker ist der korrumpierende Druck auf ihn und desto stärker verzerrt und korrumpiert er die sozialen Prozesse, die er eigentlich beobachten soll.« (Campbell 1979: 85).
Von Steffen Mau im Buch Das metrische Wir (2017) im Text Risiken und Nebenwirkungen auf Seite  215
Mathias BinswangerDiese Tatsache ist seit langer Zeit als „Campbell’s Law“ bekannt, das auf den Sozialpsychologen D. Campbell zurückgeht. Dieser schrieb im Jahr 1976 (S. 49): „Je stärker ein einzelner quantitativer sozialer Faktor dazu benutzt wird, soziale Entscheidungen zu begründen, desto stärker ist er verzerrenden Einflüssen ausgesetzt und desto mehr führt er selbst dazu, die sozialen Prozesse zu verzerren und zu verfälschen, die eigentlich untersucht und verbessert werden sollen“ (Campbell 1976, S. 49).
Von Mathias Binswanger im Buch Sinnlose Wettbewerbe (2010) im Text Die Messbarkeitsillusion
Beat Döbeli HoneggerCampells Gesetz: Jedes Kriterium, das zur Systemsteuerung verwendet wird, verliert seinen Wert als Indikator.
Von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 03.07.2018

iconBemerkungen

Campbell schaute nicht auf Ratten, sondern illustrierte seine Überlegungen an folgendem Beispiel: In der ersten Phase des Vietnamkriegs verfügte man nur über sehr ungenaue Informationen zur Zahl der getöteten Gegner, weshalb sich die US-Army bemühte, besser überprüfbare und konservativere Angaben zu erhalten. Dazu wurde ein »body count« eingeführt, der sich nur noch auf die tatsächlich in der Kampfzone aufgefundenen Leichen beziehen sollte. In einem zweiten Schritt wurden diese Angaben dann zur Evaluation der Effektivität bestimmter Kampfeinheiten genutzt, so dass die Zahl der Toten zu einem eigenständigen Maß für die »Performanz« wurde. Daraus ergab sich nicht nur ein zusätzlicher Druck, möglichst viele Gegner zu töten, es wurden auch zunehmend Zivilisten umgebracht und in die Zählung einbezogen. Der Indikator besaß von vornherein einen bestimmten Grad an Unschärfe, weil sich in einem Guerillakrieg nicht immer klar zwischen Soldaten und Zivilisten unterscheiden lässt. Durch die Nutzung des Indikators zur Messung von Performanz wurde jedoch ein Anreiz gesetzt, diese Unschärfe in eine bestimmte Richtung auszudeuten: nämlich möglichst viele Personen als Militärs und somit – aus der Sicht der Armee – »tötbar« zu klassifizieren. Die Folge war eine Pervertierung des Indikators und – schwerwiegender – eine erhöhte Korrumpierbarkeit von Offizieren und Soldaten im Einsatz.
Von Steffen Mau im Buch Das metrische Wir (2017) im Text Risiken und Nebenwirkungen auf Seite  215

iconVerwandte Objeke

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Verwandte Begriffe
(Cozitation)
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iconHäufig co-zitierte Personen

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iconZitationsgraph

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