
Kürzlich war ich als Experte im OYM College im Kanton Zug in der Schweiz.
Die Sportschule ermöglicht Schüler:innen, anspruchsvolle Trainingseinheiten
und Unterricht im selben Gebäude zu absolvieren. Als ich in der Schule
ankam, hatte ich hohe Erwartungen, war aber trotzdem verblüfft: Im Untergeschoss
befindet sich ein Eisring, auf dem Eishockeyspieler trainieren.
Neben dem Empfang essen Schüler:innen in einer einladenden Mensa, in
der auf die Ernährungspläne der Sportler:innen abgestimmte Mahlzeiten
angeboten werden. Die jungen Menschen lernen auf Sofas und Sesseln,
die für kleine Gruppen ausgerichtet sind. Dort finden sie ein Angebot an Büchern,
Zeitschriften für Inspiration. Schulzimmer benutzen sie sporadisch,
diese werden durch Gruppenräume verschiedener Größe ergänzt.
Wer die Schule betritt, merkt, dass sie so konzipiert ist, dass Menschen
dort wirksam trainieren und lernen können. Die Infrastruktur ist für die
Schüler:innen und ihre Entwicklung konzipiert. Das OYM College profitiert
davon, dass Sport sich anders als Bildung auf wissenschaftlich erprobte
Methoden verlassen muss, weil letztlich die Ergebnisse zählen. Deshalb
können nur professionelle Bedingungen ein hohes Niveau garantieren –
Bedingungen, die auf die individuellen Bedürfnisse junger Menschen abgestimmt
sind.
Bei Schulen ist das nicht immer so. Gesellschaftliche Vorstellungen, die
sich oft an den Schulerfahrungen von Entscheidungsträger:innen orientieren,
hemmen die Umsetzung wirksamer Konzepte. Auch wenn viel Geld
für Bildung ausgegeben wird, können Schüler:innen an Schulen oft nicht
optimal lernen, weil die Infrastruktur nicht darauf abgestimmt ist.