
Im vorangegangenen Kapitel wurde dargestellt, wie das Empfinden von Bedrohung durch
negative Stereotype Leistungen von Angehörigen stereotypisierter Minderheiten in der
Schule oder im Studium beeinträchtigen kann. Die schulische Leistung wird jedoch nicht
nur durch diese Bedenken und Besorgnisse der SchülerInnen beeinflusst, die von ihnen in
den Schulkontext hineintragen bzw. die durch das Umfeld Schule hervorgerufen werden.
Auch die InteraktionspartnerInnen in der Schule, also MitschülerInnen, LehrerInnen und
Eltern beeinflussen die schulischen Leistungen. Da LehrerInnen erheblichen Einfluss darauf
nehmen, was und vor allem wie die SchülerInnen lernen, liegt es nahe, dass ihr Einstellungen
und ihr Verhalten dazu beitragen können, Bildungsdiskrepanzen zwischen unterschiedlichen
Gruppen zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein zentraler Gegenstand entsprechender
Forschung sind die Leistungserwartungen, die Lehrer und Lehrerinnen den
Kindern und Jugendlichen entgegenbringen.