Die Erforschung des Lehrens und Lernens von Mathematik ist Gegenstand des wissenschaftlichen Diskurses in der Mathematikdidaktik. Als selbstständige Disziplin mit vielfältigen Bezügen, welche eine Positionierung im Spannungsfeld zwischen der Fachwissenschaft und Bezugsdisziplinen ermöglicht, werden für alle Jahrgangsstufen vor-, außer- und schulischer Bildung sowohl inhalts- als auch prozessbezogene Lehr- und Lernziele beschrieben, implementiert und evaluiert. Die Mathematikdidaktik versteht sich im Kontext der Schulforschung als inter- und transdisziplinäres Fach und eigenständige Profession, die sich einem nationalen, internationalen, disziplinären und interdisziplinären Diskurs verpflichtet hat.
Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung der Mathematikdidaktik, ausgehend von zentralen Meilensteinen – basierend auf der historischen Entwicklung einer zunächst stoffdidaktisch geprägten Disziplin hin zu einer auch empirisch orientierten Wissenschaft – dargestellt. Andere Einflüsse, wie die Nutzung digitaler Medien und Werkzeuge oder die Gestaltung von Lernumgebungen, und deren nachhaltige Wirkung auf Unterricht werden anhand evidenzbasierter Erkenntnisse aufgegriffen. Konkretisiert wird dies anhand von Beispielen, in denen ein bestimmtes aktuelles Thema der mathematikdidaktischen Forschung fokussiert und konkretisiert wird.
From Regina Bruder, Esther Brunner, Hans-Stefan Siller im Buch Handbuch Schulforschung (2021) in the text Unterrichtsforschung unter fachlichen Perspektiven – Mathematik