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Beats Biblionetz - Personen

Definitionen von Friedemann Schulz von Thun

Auf dieser Seite sind alle im Biblionetz vorhandenen Definitionen von Friedemann Schulz von Thun aufgelistet.

Aktives Zuhören
  • Beim aktiven Zuhören versuche ich mich in meinem Gegenüber einzufühlen, um ihm in meinen Worten wiederzugeben, was ich nicht nur sachlich, sondern auch emotional von ihm verstanden habe.
    von Friedemann Schulz von Thun, Johannes Ruppel, Roswita Stratmannim Buch Miteinander reden (2000) im Text Kompetenzen der Gesprächsführung auf Seite 70
Archetypen
Beziehung, komplementäre
  • Komplementär ist eine Beziehung dann, wenn A andere Verhaltensweisen zeigt als B, die beiden Verhaltensweisen sich aber ergänzen und gleichsam aufeinander zugeschnitten sind: Der eine fragt, der andere antwortet; der eine lehrt, der andere lernt; der eine befiehlt, der andere gehorcht. Meist impliziert die Unterschiedlichkeit eine Art von Überlegenheit und Unterlegenheit, der eine hat die Oberhand, der andere die Unterhand.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 181
Beziehung, metakomplementäre
  • Zunächst scheint es so, als könnte es nur symmetrische und komplementäre Beziehungen geben. Die Sache wird aber kompliziert, wenn wir an Situationen denken, in denen A seinen Partner B dazu bringt, über ihn zu verfügen oder ihn zu lenken oder ihm zu helfen. B hat damit die Oberhand; auf einer höheren Stufe jedoch hat A die Oberhand, indem er diese Art von komplementärer Beziehung herbeigeführt hat. Dies nennt Haley eine metakomplementäre Beziehung. Auch ist es denkbar (und häufig der Fall), dass A seinen Partner B veranlasst, ihm gegenüber als gleichwertig, gleichrangig aufzutreten, sich ihm gegenüber symmetrisch zu verhalten: Wenn also A seinem Partner eine symmetrische Beziehung erlaubt oder sie von ihm fordert. Dies ist eine paradoxe Situation in Partnerschaften, wenn z.B. der Mann von seiner Frau fordert, sie solle ihm gleichwertiger Partner sein und sich emanzipieren. Die Frau befindet sich in einem unheilvollen Dilemma, in einer Art Double-bind Situation.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 181
Beziehung, symmetrische
  • Symmetrisch ist eine Beziehung dann, wenn beide Partner dem anderen gegenüber das gleiche Verhalten zeigen können. Etwa wenn beide Vorschläge machen, den anderen kritisieren, ihm Ratschläge geben können.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 181
Beziehungsaspekt
  • Diese dritte Seite ist von ausserordentlich grosser Bedeutung in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Ich kann nicht Sachinhalte vermitteln, ohne gleichzeitig den anderen als Menschen in irgendeiner Weise zu behandeln (oder misshandeln).
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 156
Dauer
  • Die Sehnsucht nach Dauer und der Wunsch nach Verlässlichkeit und Ordnung aktivieren im Menschen Grundtendenzen, die mit folgenden Begriffen umrissen werden können: Planung, Vorsicht, Voraussicht, Ziel, Gesetz, Theorie, System, Macht, Wille und Kontrolle. Damit wird verdeutlicht, welche Grundstrebung gemeint ist: Das den Moment Überdauernde wird angestrebt, um durch Langfristigkeit Sicherheit zu erlangen. Die zeitliche Dimension lässt sich auf den zwischenmenschlichen Bereich übertragen: Hier gelten Verantwortung, Pflicht, Pünktlichkeit und Sparsamkeit, Achtung und Treue.
    von Friedemann Schulz von Thun, C. Thomannim Buch Klärungshilfe (1988) im Text Persönlichkeitsklärung auf Seite 176
Distanz
  • Hier äußert sich der Wunsch nach Abgrenzung von anderen Mensehen, um ein eigenständiges und unverwechselbares Individuum zu sein. Die Betonung liegt auf der Einmaligkeit, der Freiheit und Unabhängigkeit. Das Streben nach klarer Erkenntnis des Intellekts wird deutlich. Diese Tendenz beschreibt demnach jene Bedürfnisse im Menschen, die eher mit Distanz zu anderen zu tun haben.
    von Friedemann Schulz von Thun, C. Thomannim Buch Klärungshilfe (1988) im Text Persönlichkeitsklärung auf Seite 176
Eltern-Ich
  • Im Eltern-Ich ist all das aufbewahrt, was die Eltern dem Kinde einst vermittelt haben: Hilfe und Behütung, Lebensweisheiten, aber auch Ermahnungen, Ge- und Verbote, Vorstellungen darüber, wie 'man' sein soll. [...] Das Eltern-Ich hat zwei Aspekte: Entweder zeigt es sich kritisch-verurteilend-moralisierend oder aber fürsorglich.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 169
Erwachsenen-Ich
  • Das Erwachsenen-Ich ist einem Computer vergleichbar, der die Tatsachen der Realität auswertet und die Impulse aus dem Eltern- und Kindheits-Ich auf Angemessenheit überprüft. Ein gut ausgebildetes Erwachsenen-Ich lässt nur die Normen und Wertsetzungen aus dem Eltern-Ich zu, die noch heute adäquat erscheinen, und lässt nur diejenigen Teile aus dem Kindheits-Ich zu, die situationsangemessen sind. Wenn das Erwachsenen-Ich aus uns heraustönt, klingt es sachlich, informierend, feststellend, analysierend, um Auskunft ersuchend - es macht einen durch und durch vernünftigen Eindruck und spricht den Partner auf gleicher Ebene an.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 171
Es (Freud)
  • Schon Freud hat die Seele als einen Kampfplatz dargestellt, auf dem eine naturnahe Triebinstanz (Es) und eine zivilisations- und kulturnahe Moralinstanz (Über-Ich) in ständiger Auseinandersetzung sind, unter Vermittlung einer realitätsnahen übergeordneten Instanz (Ich).
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 3 (1998) im Text Einführung in das Modell vom inneren Team auf Seite 49
Hamburger Verständlichkeitskonzept
  • Das Hamburger Verständlichkeitsmodell wurde von Langer, Schulz von Thun und Tausch (1974) entwickelt, um die Verständlichkeit von Texten und Vorträgen zu verbessern. Kernstück des Modells sind die vier Verständlichmacher: Einfachheit, Gliederung/Ordnung, Kürze/Prägnanz und Verlebendigung (ursprünglich «zusätzliche Stimulanz» genannt). In einem Forschungsprojekt fanden Langer etal. heraus, dass die Ausprägung dieser vier Komponenten ausschlaggebend für die Verständlichkeit von Texten ist.
    von Friedemann Schulz von Thun, Kathrin Zach, Karen Zollerim Buch Miteinander reden von A bis Z (2012)
Ich (Freud)
  • Schon Freud hat die Seele als einen Kampfplatz dargestellt, auf dem eine naturnahe Triebinstanz (Es) und eine zivilisations- und kulturnahe Moralinstanz (Über-Ich) in ständiger Auseinandersetzung sind, unter Vermittlung einer realitätsnahen übergeordneten Instanz (Ich).
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 3 (1998) im Text Einführung in das Modell vom inneren Team auf Seite 49
Kindheits-Ich
  • Im Kindheits-Ich stecken noch alle Gefühle und Reaktionen von damals. Jeder erwachsene Mensch, wie 'würdig', vernünftig und souverän er sich auch geben möchte, hat diesen 'Dreikäsehoch' noch in sich. Er kann sich in dreifacher Gestalt zu Wort melden: 1. Natürlich (ausgelassen, verspielt, spontan); 2. Angepasst (brav, unterwürfig) oder 3. Rebellisch (trotzig, patzig, wehleidig)
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 1 (1981) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht auf Seite 171
Mitglieder des inneren Teams
  • [Es sind] energiegeladene seelische Einheiten, die ein Anliegen enthalten und sich bei bestimmten Anlässen melden und inneren Raum einnehmen, die etwas zu sagen haben order auch Handlungsimpulse verwirklichen, das heisst direkt 'in Aktion treten'.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 3 (1998) im Text Einführung in das Modell vom inneren Team auf Seite 31
Nähe
  • Hier steht der Wunsch nach vertrautem Nahkontakt; die Sehnsucht, lieben zu können und geliebt zu werden. Eine Bindung wird zumeist angestrebt, das Bedürfnis nach Zwischenmenschlichem, sozialen Interessen, Geborgenheit, Zärtlichkeit, ebenso nach Bestätigung und Harmonie, Mitgefühl und Mitleid, Selbstaufgabe.
    von Friedemann Schulz von Thun, C. Thomannim Buch Klärungshilfe (1988) im Text Persönlichkeitsklärung auf Seite 176
Schatten
  • In C. G. Jungs Persönlichkeitslehre spielt der Begriff des 'Schattens' eine grosse Rolle. Das sind die Teile der Persönlichkeit, die zwar zum ganzen Menschen dazugehören, aber im Leben nie so richtig dabeisein dürfen - sei es, weil sie als moralisch minderwertig verdammt wurden, sei es, dass sie lebensgeschichtlich ohne Entwicklungschance waren und sich nun schüchtern im Hintergrund der inneren Bühne auf- und zurückhalten.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 3 (1998) im Text Einführung in das Modell vom inneren Team auf Seite 50
Transaktionsanalyse
  • Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass in jedem von uns drei Persönlichkeitsinstanzen vorhanden sind und sich (als jeweilige "Ich-Zustände") zu Worte melden können: Das Eltern-lch, das Kindheits-Ich und das Erwachsenen-Ich.
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander reden (2000) im Text Die Beziehungsseite der Nachricht
Über-Ich (Freud)
  • Schon Freud hat die Seele als einen Kampfplatz dargestellt, auf dem eine naturnahe Triebinstanz (Es) und eine zivilisations- und kulturnahe Moralinstanz (Über-Ich) in ständiger Auseinandersetzung sind, unter Vermittlung einer realitätsnahen übergeordneten Instanz (Ich).
    von Friedemann Schulz von Thunim Buch Miteinander Reden 3 (1998) im Text Einführung in das Modell vom inneren Team auf Seite 49
Verständlichkeit:Einfachheit
  • Einfachheit bezieht sich auf die Wortwahl und den Satzbau, also auf die sprachliche Formulierung: geläufige, anschauliche Wörter sind zu kürzen, einfachen Sätzen zusammengefügt. Treten schwierige Wörter auf (Fremdwörter, Fachausdrücke), so werden sie erklärt. Dabei kann der dargestellte Sachverhalt selbst einfach oder schwierig sein - es geht nur um die Art der Darstellung.
    von Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tauschim Buch Sich verständlich ausdrücken (1974) im Text Grundlagen und Übungen auf Seite 16
Verständlichkeit:Gliederung/Ordnung
  • Dieses Merkmal bezieht sich auf die innere Ordnung und die äußere Gliederung eines Textes.
    • Innere Ordnung: Die Sätze stehen nicht beziehungslos nebeneinander, sondern sind folgerichtig aufeinander bezogen. Die Informationen werden in einer sinnvollen Reihenfolge dargeboten.
    • Äußere Gliederung: Der Aufbau des Textes wird sichtbar gemacht. Zusammengehörige Teile sind übersichtlich gruppiert, z. B. durch überschriftete Absätze. Vor- und Zwischenbemerkungen gliedern den Text. Wesentliches wird von weniger Wichtigem sichtbar unterschieden, z. B. durch Hervorhebungen oder durch Zusammenfassungen.
    von Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tauschim Buch Sich verständlich ausdrücken (1974) im Text Grundlagen und Übungen auf Seite 18
Verständlichkeit:Kürze/Prägnanz
  • Bei diesem Merkmal geht es um die Frage: Steht die Länge des Textes in einem angemessenen Verhältnis zum Informationsziel? Eine knappe, gedrängte Ausdrucksweise bildet das eine Extrem, eine ausführliche und weitschweifige das andere. Solche Weitschweifigkeit beruht z.B. auf: Darstellung unnötiger Einzelheiten, überflüssige Erläuterungen, breites Ausholen, Abschweifen vom Thema, umständliche Ausdrucksweise, Wiederholungen, Füllwörter und leere Phrasen.
    von Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tauschim Buch Sich verständlich ausdrücken (1974) im Text Grundlagen und Übungen auf Seite 20
Verständlichkeit:Stimulanz
  • Dieses Merkmal bezieht sich auf anregende „Zutaten", mit denen ein Schreiber oder Redner bei seinem Publikum Interesse, Anteilnahme, Lust am Lesen oder Zuhören hervorrufen will. Zum Beispiel: Ausrufe, wörtliche Rede, rhetorische Fragen zum „Mitdenken", lebensnahe Beispiele, direktes Ansprechen des Lesers, Auftretenlassen von Menschen, Reizwörter, witzige Formulierungen, Einbettung der Information in eine Geschichte.
    von Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tauschim Buch Sich verständlich ausdrücken (1974) im Text Grundlagen und Übungen auf Seite 22
Wechsel
  • Diese Tendenz beschreibt den Wunsch nach dem Zauber des Neuen, dem Reiz des Unbekannten, von Wagnissen und des Abenteuers; den Rahmen sprengen, den Augenblick erleben. Das Bedürfnis nach Spontaneität und Leidenschaft, Höhepunkten und Ekstase, Charme und Suggestion, nach Temperament, Genuss, Phantasie, Verspieltheit, Begehren und Begehrtwerden wird deutlich. Diese Worte beschreiben das Grundbedürfhis nach Abwechselung, nach Wechsel.
    von Friedemann Schulz von Thun, C. Thomannim Buch Klärungshilfe (1988) im Text Persönlichkeitsklärung auf Seite 177