
Erfahrungen sowohl von Lehrkräften als auch von Dozentinnen und Dozenten im Erwachsenen- bzw. außerschulischen Bildungsbereich zeigen, daß Mädchen bzw. Frauen Bildungsangebote zum Themenbereich „neue Technologien“ dort, wo es sich um freiwillige Lernangebote im Bereich der außerschulischen Jugendbildung, im Wahl-(Pflicht)-bereich der Schulen oder im Bereich der Weiterbildung handelt, kaum wahrnehmen. Beispielsweise wählten in der Stadt Münster in der Jahrgangsstufe ll im Schuljahr 1985 / 86 62 % der Jungen und 42 % der Mädchen das Fach Informatik. In der Jahrgangsstufe 12 wählten nur noch 5 % der Schülerinnen und in der Jahrgangsstufe 13 nur noch 1 % dieses Fach. Zwar ging der Prozentsatz auch bei den Jungen, allerdings weniger stark, zurück (auf 18 % in der Jahrgangsstufe 12, auf 12 % in der 13. Klassenstsufe) (vgl. Sander 1986). Auch dort, wo neue Technologien bereits im Rahmen des Pflichtschulangebots eine Rolle spielen, zeigen sich Mädchen zurückhaltend, Jungen dominieren den Unterricht und erweisen sich als erfolgreicher (vgl. Brandes u.a. 1985). Diese Beobachtungen lassen zumindest auf eine Zurückhaltung von Mädchen bzw. Frauen beim Zugang zu den neuen Technologien schließen.