
In diesem Aufsatz möchte ich einige Möglichkeiten darstellen, die der Einsatz
eines Computers mit einem HyperText- oder HyperMedia-Programm im Unterricht
bieten könnte. Die didaktischen Möglichkeiten, um die es mir geht, halte ich
deshalb für besonders interessant, weil sie von ganz anderer Art sind, als sie
gewöhnlich mit dem Computereinsatz assoziiert werden. Es geht um
- Verzicht auf Lernsteuerung und -kontrolle,
- freie Zugänge zu unstrukturierter Information,
- Ermöglichung von Lernen als in gewissem Sinne zielloser ,Reise' durch ein
Netz von Angeboten,
- Kooperationserfahrungen zwischen Lehrenden und Lernenden.
In seiner Grundstruktur ist das, was ich vorschlage, schon mit heute verfügbaren
und erschwinglichen Computersystemen realisierbar (vgl. den Beitrag von VAN
LÜCK). Zum Teil aber gehen meine Ausführungen über das derzeit Machbare hinaus,
indem ich didaktische Anwendungsformen eines Software-Typus erörtere,
dessen Entwicklung noch in den Anfängen steckt und dessen Möglichkeiten erst
mit seiner weiteren Entwicklung voll nutzbar werden dürften. Meine eigenen
Erfahrungen mit HyperMedia-Systemen beziehen sich auf das Programm HyperCard,
das zur Ausstattung jedes Apple-Macintosh®-Computers gehört. Vergleichbare
Software gibt es aber auch für MS-DOS-Rechner unter Windows~
Um das Besondere der von mir vorgeschlagenen Einsatzform des Mediums Computer
besser konturieren .zu können, möchte ich sie in Abgrenzung zum Unterrichtseinsatz
gängiger Software-Typen darstellen. Zwei Aspekte möchte ich dabei
beleuchten:
- die eher methodisch-didaktische Frage der Lernsteuerung und -kontrolle,
- die mehr inhaltlich-didaktische Frage der Wissensrepräsentation.