
Bisherige Forschung erachtet den Naturwissenschaftsunterricht als zentral für das fachbezogene Interesse und Fähigkeitsselbstkonzept. In dem Beitrag wird das Lernangebot in Naturwissenschaften aus der Schulperspektive betrachtet und der Frage nachgegangen, ob verschiedene Typen von Gymnasien anhand des naturwissenschaftlichen Lernangebots identifizierbar sind (
N = 412) und inwieweit das Lernangebot in Gymnasien mit dem mittleren Interesse und Fähigkeitsselbstkonzept aller Neuntklässlerinnen und Neuntklässler eines Gymnasiums zusammenhängt. Die Ergebnisse von latenten Klassenanalysen weisen darauf hin, dass zwischen dem Lernangebot verschiedener Gymnasien hauptsächlich Niveauunterschiede zu finden sind. Für die Höhe des Interesses und des Fähigkeitsselbstkonzeptes zeigten sich in latenten Zusammenhangsanalysen der Lebensweltbezug des Unterrichts und teilweise auch das Ausmaß an sozialem Diskurs als relevant. Verschiedene Arten des Experimentierens und Zusatzangebote in der Schule zeigten keinen substantiellen Zusammenhang mit dem Interesse und dem Fähigkeitsselbstkonzept.