
Das Lernen mit Multimedia ist einer der zurzeit wohl am intensivsten
beforschten Bereiche beim Lernen mit digitalen Medien. Basierend auf primär
kognitionswissenschaftlichen Modellen ist hier die Untersuchung der
Wechselwirkung zwischen Text, Audio, statischen und dynamischen Bildmedien
ein zentrales Feld. Verschiedene Effekte, die sich in diesem Zusammenhang
nachweisen lassen (z. B. der Split-Attention-Effekt oder der Modalitätseffekt),
werden dabei primär auf die eingeschränkten Funktionen unseres
Arbeitsgedächtnisses und die darauf aufbauende Cognitive Load Theory
bezogen. Gerade neuere theoretische wie auch empirische Entwicklungen
deuten jedoch darauf hin, dass die einseitige Ausrichtung auf kognitionspsychologische
Aspekte und die damit einhergehende Vernachlässigung motivationaler
Prozesse problematisch sind. Auch die Interpretation kognitionswissenschaftlicher
Modelle wird mittlerweile infrage gestellt, wie zum Beispiel
beim Modalitätseffekt. So sind neuere theoretische Konzeptionen und Weiterentwicklungen,
wie etwa bei der Cognitive Load Theory, abzuwarten, um
etwaige Befunde besser oder unter einer anderen Perspektive interpretieren
zu können.