
Im vorliegenden Beitrag untersuchen wir die Bedeutung einer motivationsförderlichen Unterrichtsgestaltung für das subjektive Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern in Mathematik. Befragt wurden
N = 767 Jugendliche (
n = 361 weiblich; Alter:
M = 14.07 Jahre,
SD = 0.92) aus 33 Klassen von zwei Gesamtschulen und zwei Gymnasien, die Angaben zur Bezugsnormorientierung in der Klasse sowie unterschiedlichen Klassenzielorientierungen (Lernziele, Annäherungs- und Vermeidungs-Leistungsziele) machten. Darüber hinaus wurden die Bezugsnormorientierungen der Mathematik-Lehrkräfte (
N = 33) erfasst. Mehrebenenanalysen ergaben, dass die Schülerinnen und Schüler ein höheres Wohlbefinden in Mathematik schilderten, wenn die selbst wahrgenommene individuelle Bezugsnormorientierung, Lernzielorientierung und Annäherungs-Leistungszielorientierung höher ausgeprägt waren. Auf der Klassenebene waren vor allem die von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommenen Unterrichtsvariablen (vor allem Lernziele) und nicht die von den Lehrkräften eingeschätzte Bezugsnormorientierung für das Wohlbefinden relevant. Die Befunde werden im Hinblick auf die Effekte einer motivationsförderlichen Unterrichtsgestaltung für das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schüler diskutiert.