
Eine der großen Attraktionen des 18. Jahrhunderts war der von Wolfgang von Kempelen konstruierte und später von Johan Nepomuk
Maelzel betriebene so genannte Schachtürke', eine auf Jahrmärkten und in Salons gezeigte Maschine, die anscheinend nicht
einmal schlecht Schach spielen konnte (Krotz 2005; Völker 2003). Wie wir heute wissen, handelte es sich um einen Trick: In
Wahrheit saß ein Kleinwüchsiger in dem Apparat, der den Schachtürken bediente. Es blieb damals noch dabei, dass nur der Mensch
auf rationale Weise denken und komplexe Spiele spielen konnte, auch wenn Charles Babbage in jener Zeit bereits das Prinzip
des Computers entwickelte (Hörisch 2004, 318 f.). Schachspielen blieb noch einige Jahrhunderte eine Art der emotional motivierten,
aber zugleich nach abstrakten und analytischen Prinzipien geführten Kommunikation zwischen Menschen, die auf einem Spielfeld
und nach strengen Spielregeln stattfand.