
„Dieses Spiel macht süchtig“ – das ist ein Satz, der von manchen Spieleherstellern als Werbeslogan verwendet wird. Vermutlich soll er ausdrücken, dass das Spielen, wenn man einmal begonnen hat, sich so gut anfühlt, dass man gar nicht mehr aufhören möchte. Selbstverständlich ist nicht jede Person süchtig, die leidenschaftlich gerne Computerspiele spielt. Und die meisten Personen nutzen in ihrem Alltag viele verschiedene Internetapplikationen, wie soziale Netzwerke und Shoppingseiten, ohne damit ein Problem zu haben. Ein Leben in Abstinenz, also gänzlich ohne das Nutzen von Internetanwendungen, ist wohl kaum vorstellbar. Dennoch ist inzwischen auch klar, dass Einzelne eine problematische bzw. suchtartige Nutzung verschiedener Internetapplikationen entwickeln und dadurch deutliche Schwierigkeiten im Alltag haben. Ist das Spiel daran schuld? Oder die Shoppingseite? Wohl kaum, denn die meisten Personen nutzen die Anwendungen funktional in den Alltag integriert und erleben die Nutzung als bereichernd. Gleichwohl sind es bestimmte Applikationen, die eher suchtartig genutzt werden als andere. Es sind insbesondere solche Anwendungen, die sehr effizient Belohnungsgefühle vermitteln können und auch genutzt werden, um Stress und negative Gefühle abzubauen. Was passiert bei den Betroffenen während der Interaktion mit den Applikationen im Verlauf einer Suchtentwicklung? Diese und weitere Fragen werden in diesem Kapitel adressiert.