
Esther Ziegler und Elsbeth Stern konnten in zwei Untersuchungen zum Algebra-Unterricht zeigen, dass mit Vergleichen und Kontrastierungen das Verständnis von Additions- und Multiplikationsproblemen besonders lernwirksam und nachhaltig gefördert werden kann (Ziegler und Stern 2014, 2016). Ausgangspunkt beider Untersuchungen ist die Beobachtung, dass es Schülerinnen und Schülern im Allgemeinen schwerfällt, die Regeln für die Lösung von Additions- und Multiplikationsproblemen in der Algebra auseinander zu halten. Es wurde vermutet, dass diese Schwierigkeit dadurch begünstigt wird, dass üblicherweise beide Arten von Regeln separat nacheinander unterrichtet werden. Daher wurde die Forschungshypothese aufgestellt, dass es lernwirksamer ist und die Häufigkeit von Verwechslungen reduziert, wenn die Schülerinnen und Schüler beide Arten von Regeln nicht nacheinander, sondern gleichzeitig kennenlernen. Denn unter dieser Bedingung haben die Lernenden mehr Gelegenheiten, die verschiedenen Regeln miteinander zu vergleichen und zu kontrastieren, um so auf ihre Unterschiede aufmerksam zu werden (◘ Tab. 3.1).