
Um - im besten kantschen Sinne - den Mut aufbringen zu können, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, ist es notwendig, so gut wie irgendwie möglich die Rahmenbedingungen der eigenen Existenz zu durchschauen. Die Vermittlung entsprechender Informationen im Kontext des Diskurses um die Bildungsgesellschaft stellte eines der Hauptziele aller vorangehenden Ausführungen dar. Dabei wurde jedoch absichtlich nicht auf die aktuellsten in Bezug auf dieses Thema relevanten Ereignisse eingegangen, um sie hier in komprimierter Form zu behandeln - auf die direkten Auslöser und v. a. Implikationen der derzeitigen Weltwirtschaftskrise. Letztere ist als Folge sämtlicher vorhin dargelegter Entwicklungen zu betrachten, weswegen ihre Untersuchung nicht unbedingt völlig neue Erkenntnisse zutage fördert. Jedoch lässt sie bisherige oft in einem neuen Licht erscheinen. Und zwar erstens, weil sich oben angesprochene Probleme erst vor ihrem Hintergrund in aller Deutlichkeit (und Hässlichkeit) offenbaren und zweitens, weil im Zuge ihrer Aufarbeitung der Zusammenhang zwischen dem Konzept des informationellen Kapitalismus und der Idee der Bildungsgesellschaft genauso offensichtlich wird, wie der Zusammenbruch beider Vorstellungen.