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Beats Biblionetz - Begriffe

Klassengrösse

iconBemerkungen

Methodisch solide angelegte Studien zeigen, dass vor allem Kinder, die aus schwierigen Familienverhältnissen bzw. mit ungünstigen Lernvoraussetzungen in die Schule kommen, sehr von kleineren Lerngruppen profitieren – zumindest in der Grundschulzeit. Das gilt nicht nur für ihre fachlichen Leistungen bis in die Sekundarstufe hinein, sondern auch für den Berufs- und Lebenserfolg später.
Von Deutscher Grundschulverband im Buch Faktencheck Grundschule Mai 2018 (2018) im Text Vorurteil: «Kleine Klassen bringen nichts!»
Mittelt man die Befunde der vorliegenden Studien, findet sich der erhoffte Zusammenhang »je kleiner die Klasse, desto besser die Leistung« jedoch nicht (vgl. die Metaanalyse von Hattie 2013, 102). Allerdings machen solche Durchschnittswerte über verschiedene Fächer und Altersgruppen hinweg auch gar keinen Sinn – zumal wenn außerdem die Schwellenwerte für das Kriterium »klein(er)« zwischen den Studien erheblich schwanken und die Wirkungen unterschiedlich und teilweise nur sehr eingeschränkt erfasst werden
Von Deutscher Grundschulverband im Buch Faktencheck Grundschule Mai 2018 (2018) im Text Vorurteil: «Kleine Klassen bringen nichts!»
So waren die Auswirkung kleiner Klassen Gegenstand einer beispiellosen, aufwändigen Interventionsstudie in Tennessee (STAR-Projekt) und mehrerer Follow-up-Studien zu den langfristigen Effekten kleiner Klassen. Demnach hatte die Reduktion der Klassengröße in der Grundschule auf 13 bis 17 Schüler langfristig nachweisbare Effekte: Schüler aus den kleineren Klassen schaffen das Abitur deutlich häufiger als Schüler in normal großen Klassen (76 versus 64 Prozent), bekamen mehr Auszeichnungen (45 versus 29 Prozent), brachen weniger die Schule ab (15 versus 24 Prozent), und gingen eher aufs College (Finn et al., 2005). Addiert man die Gewinne aus diesen Auswirkungen, dann können kleinere Grundschulklassen auch ökonomisch Sinn machen. Für den Zugewinn an Lebensqualität für die dadurch geförderten Schülerinnen und Schüler sind sie ohnehin von unschätzbarem Wert.
Von Georg Lind im Text Meta-Analysen als Wegweiser? (2013)
In der Tat braucht man für eine Reduktion der Klassengröße auf 15 bis 20 Kinder mehr Personal, und das kostet viel Geld. Kleinere Klassen haben aber langfristig positive Wirkungen, die weit über eine bloße fachliche Verbesserung hinausgehen. Zum Beispiel machen die Schulkinder später bessere Abschlüsse und erzielen höhere Einkommen im Beruf. Der Bildungsökonom Alan Krueger kam 2002 sogar zu dem Schluss, dass der volkswirtschaftliche Nutzen den finanziellen Aufwand für kleinere Klassen überwiegt.ybr> Ganz zu schweigen von den sozialpolitischen Vorteilen. Denn von einer Verkleinerung der Gruppengröße profitieren vor allem Kinder aus armen Familien und aus Minderheitengruppen. Die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft schrumpft erheblich. Ein wichtiges Argument in Zeiten ökonomischer Spaltung der Gesellschaft und zusätzlich großer Flüchtlingsströme.
Von Deutscher Grundschulverband im Buch Faktencheck Grundschule Mai 2018 (2018) im Text Vorurteil: «Kleine Klassen bringen nichts!»

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