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Chinesische Rattenplage

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iconDefinitionen

Mathias BinswangerWährend der Kolonialzeit hatten die Franzosen in Hanoi (Vietnam) mit einer Rattenplage zu kämpfen. Um deren Zahl zu reduzieren, beschlossen sie, den Bewohnern von Hanoi für jeden abgelieferten Rattenpelz eine Prämie zu bezahlen. Das Resultat dieses künstlich inszenierten Wettbewerbs: Die Bewohner von Hanoi begannen damit, Ratten zu züchten, was die Rattenplage wesentlich verschlimmerte. Mit andern Worten: der messbare Indikator (Zahl der abgelieferten Rattenpelze) stand bald einmal in einer negativen Korrelation zur tatsächlich erwünschten Leistung (Reduzierung der Zahl der Ratten), was zu einem perversen Anreiz führte.
Von Mathias Binswanger im Buch Sinnlose Wettbewerbe (2010) im Text Ein neues Gespenst geht um in Europa
Das wohl am häufigsten angeführte und immer noch sehr prägnante Beispiel für Fehlsteuerungsrisiken durch indikatorenbasierte Anreizsysteme ist die Rattenplage in Hanoi um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert (vgl. Binswanger 2010). Als die Ratten sich immer stärker vermehrten und durch die Kanalisation auch in die reicheren Wohnviertel vordrangen, entschieden sich die französischen Kolonialherren, eine Prämie für getötete Ratten auszuloben. Zunächst wurden nur professionelle Rattenfänger in die Rohrsysteme geschickt, um der Plage Herr zu werden. Als die Erfolge ausblieben und sich die Ratten weiterhin vermehrten, wurden auch gewöhnliche Bürger aufgefordert, sich an der Aktion zu beteiligen. Pro Rattenschwanz wurde eine fixe Summe ausgelobt, was nicht nur dazu führte, dass tatsächlich mehr Ratten gefangen und getötet wurden, sondern auch dazu, dass immer mehr Ratten ohne Schwanz in der Stadt herumliefen. Die Bürger fingen zudem an, die Tiere selbst zu züchten, um die Prämie zu kassieren.
Von Steffen Mau im Buch Das metrische Wir (2017) im Text Risiken und Nebenwirkungen

iconBemerkungen

Ein mustergültiges Beispiel dafür, dass sich Menschen auf ein bestimmtes Wertungs- und Belohnungssystem einstellen und versuchen, dabei das Beste für sich herauszuholen. Bloß inszenierte Leistungssteigerungen oder So-tun-als-ob-Verhalten sind in dieser Gemengelage nichts Ungewöhnliches.
Von Steffen Mau im Buch Das metrische Wir (2017) im Text Risiken und Nebenwirkungen

iconZitationsgraph

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