
Partizipation und Inklusion sind schon immer zum Programm von Massenmedien erhoben worden. Mode, Werbung, Kino und Fernsehen erheben den Protest zur Marke. Alle sind sich darin einig, dass sie sich gerne ausschließen oder ausgeschlossen werden. Out ist in. Das gehört zum Betriebssystem des modernen Medienindividualismus. Die Mediengeschichte zeigt sich fasziniert von Randgruppen, Ausgestoßenen, Insulanern, Freaks, wilden Tiermenschen und gibt diesen Mischwesen allererst eine Bühne. Medien inszenieren, skandalisieren, ja produzieren fortwährend die Differenz von Innen und Außen, Exklusion und Inklusion. Seit dem 17. Jahrhundert entsteht so eine Partizipationsmanie, die das Fremde pädagogisch und medial eingliedern will. Bildkünste, Schaustellungen, Film und Fernsehen treiben dieses Projekt einer Ent-Fremdung voran. Das Exzentrische wird kontrolliert und domestiziert, indem es populäres Programm wird. Am Ende bleibt offen, inwieweit die neuen netzbasierten Partizipationsideen weniger sozial und politisch begründet sind, als vielmehr diesem alten Medienmythos der Teilhabe folgen und ihn fortschreiben.