
Was Goethe in diesem Zitat beklagt, gilt in gewisser
Form auch für den klassischen Physikunterricht. Das
physikalische Phänomen geht nur allzu leicht in einem
Gewirr aus Fahrbahngestänge, Lichtschranken, Formeln
und Zahlenkolonnen unter. Dagegen gilt es, die
,,Phänomene zu erhaschen, sie in Versuchen zu fixieren,
die Erfahrungen zu ordnen und die Vorstellungsarten
darüber kennenzulernen, [ . . . ] dazu gehört [auch]
eine Durcharbeitung seines lieben Ichs" (Benn, 1949, s. 40).
Als Hauptursache für die Lernschwierigkeiten wird
das Fehlen adäquater Modellbilder für physikalische
Phänomene in den Köpfen unserer Schülerinnen und
Schüler gesehen. Keinesfalls genügt es, einen einfachen
Fahrbahnversuch mit Hilfe der Bewegungsgleichung
mathematisch zu beschreiben und vielleicht noch ein
bis zwei formale Aufgaben zu rechnen. Oft „fällt der
Groschen" erst bei anwendungsbezogenen Aufgaben,
Freihandversuchen oder Medieneinsatz in der Phase,
die Goethe „eine Durcharbeitung seinen lieben Ichs"
nannte.
Medieneinsatz bedeutet auch die Verwendung eines
Computers. Gerade einem Multimedia-Computer
schenken Schülerinnen und Schüler ganz andere Aufmerksamkeit
als unseren klassischen Experimenten.