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Beats Biblionetz - Begriffe

S-Kurven-Modell

iconDefinitionen

Hierbei handelt es sich um eine Aufzeichnung der Zunahme einer Technologieleistung in Abhängigkeit der Zeit bzw. der für die Technologieentwicklung eingesetzten, kumulierten Ressourcen. Diese modellhafte Vereinfachung veranschaulicht die Beobachtung, dass die Leistungssteigerung über die Zeit im allgemeinen nicht linear mit dem Einsatz von F&E-Ressourcen erfolgt und dass die erreichbare Technologieleistung sich schliesslich asymptotisch einem Grenzwert nähert.
Von Hugo Tschirky im Buch Technologie-Management - Idee und Praxis (1998) im Text Konzept und Aufgaben des Integrierten Technologie-Managements auf Seite 238
At the start of the curve we need to put in significant effort before we can expect to see results. Once the learning is done, we begin to make significant progress for very little expenditure of effort. That usually does not last too longperhaps a few years. At some point we begin to approach the limits of the technology and we start to run out of steam. Then the question is might there be another way to deliver the desired performance to customers. Solle new technology which, though still undeveloped, might eventually outperform the current one, which is increasingly resisting improvement?
Von R. N. Foster im Buch Innovation (1986) im Text The S-curve: A New Forecasting Tool auf Seite 101
Die S-Kurve ist eine graphische Darstellung, welche die Leistungsfähigkeit einer Technologie in Abhängigkeit zu den kumulierten F&E-Investitionen darstellt. Die Steigung der Kurve bezeichnet die F&E-Produktivität, d.h. den Gewinn an Leistungsfähigkeit bei einem zusätzlichen Mehreinsatz an F&E-Mitteln. S-förmig verläuft die Kurve, weil zu Beginn der Entwicklung einer Technologie eher geringe Fortschritte zu beobachten sind. Es folgt eine mittlere Phase mit hohen F&E-Erträgen pro investierte Einheit als Folge eines genügend hohen Grundlagenwissens. In der dritten Phase nähert sich die Technologie ihrer Grenze, über die hinaus keine Leistungsverbesserungen möglich sind. [...] Hat eine Technologie einmal ihre Grenzen erreicht, wird sie von einer neuen Technologie mit höheren Leistungsgrenzen abgelöst (S-Kurven-Sprung)
Von Margit Osterloh, Ivan von Wartburg Personenreihenfolge alphabetisch und evtl. nicht korrekt im Buch Technologie-Management - Idee und Praxis (1998) im Text Organisationales Lernen und Technologie-Management auf Seite 140

iconBemerkungen

Ascending an S-curve is something like driving up a hilI. Y ou often see caution signs saying 10 percent or 30 percent grade, depending on the hill's steepness. We can think of the slope of the graph just the way we can think about the slope of a hill. The higher the slope, the more productive we are. Thus, a convenient way to pinpoint where we are on our curve of results versus efforts is to talk about the sope or productivity of the technical effort.
Von R. N. Foster im Buch Innovation (1986) im Text The S-curve: A New Forecasting Tool auf Seite 101
Diese Darstellung der Technologieentwicklung über die Zeit ermöglicht zum einen eine Differenzierung nach unterschiedlichen Technologiestadien: Eine als attraktiv beurteilte Technologie [...] ist anfänglich eine Schrittmachertechnologie, deren Leistungsfortschritte [...] sich nur in kleinen Schritten realisieren lässt. Im Stadium der Schlüsseltechnologie [...] erfolgen die Leistungsschritte dann wesentlich rascher, während sich diese bei Basistechnologien [...] wiederum deutlich verlangsamen.
Von Hugo Tschirky im Buch Technologie-Management - Idee und Praxis (1998) im Text Konzept und Aufgaben des Integrierten Technologie-Managements
Das S-Kurven-Modell ist von der Wissenschaftstheorie inspiriert worden. Gemäss Thomas Kuhn gibt es in den Naturwissenschaften keine kontinuierliche Entwicklung von wissenschaftlichen Theorien. Vielmehr stellt sich ein Paradigmenwechsel ein, wenn einzelne Forschungsprogramme an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gelangt sind, d.h. wenn innerhalb ihres Theoriengerüstes keine neuen Probleme mehr gelöst werden können. Entsprechend hat Richard N. Foster, damals Berater bei McKinsey, Vorstellungen über die zyklischen Entwicklungsverläufe von Technologien in Anlehnung an die Idee des Paradigmenwechsels in Form von S-Kurven-Sprüngen visualisiert.
Von Margit Osterloh, Ivan von Wartburg Personenreihenfolge alphabetisch und evtl. nicht korrekt im Buch Technologie-Management - Idee und Praxis (1998) im Text Organisationales Lernen und Technologie-Management auf Seite 139
Kritik am S-Kurven-Modell: Sie macht geltend, dass das S-Kurven-Modell nur ein beschränktes Potential für strategische Handlungsalternativen bereitstellt. Zum ersten hält sich der tatsächliche Verlauf der Technologieentwicklung meist nicht an die S-Form. Insbesondere ist meist nicht prognostizierbar, wann das Ende der Leistungsfähigkeit einer Technologie tatsächlich erreicht ist. So hat sich gezeigt, dass eine alte Technologie bei sich abzeichnenden Technologiebrüchen vielfach noch einmal sprunghafte Leistungsverbesserungen erzielen kann. [...] Zum zweiten liefert das S-Kurven-Konzept neben der reinen Beschreibung des Kurvenverlaufes der technologischen Leistungsfähigkeit keine strategische Handlungsanleitung, wie man in welcher Situation agieren soll. Insbesondere wird kein Zusammenhang zwischen der Technologieentwicklung und den Marktchancen der Produkte hergestellt, in welche die Technologien eingehen. Dem Konzept muss deshalb technologischer Determinismus vorgeworfen werden.
Von Margit Osterloh, Ivan von Wartburg Personenreihenfolge alphabetisch und evtl. nicht korrekt im Buch Technologie-Management - Idee und Praxis (1998) im Text Organisationales Lernen und Technologie-Management auf Seite 141

iconVerwandte Objeke

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Verwandte Begriffe
(Cozitation)
Technologiemanagement, Phasenmodell von Nolan, Hype CycleHype Cycle, Schlüsseltechnologiekey technology, Moore's lawMoore's law

iconHäufig co-zitierte Personen

R. N. Foster R. N.
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