Der ehemalige IBM-Chef Louis V. Gerstner hat diesen Zusammenhang als oft zitierte Business-Weisheit auf den Punkt gebracht: »People don't do what you expect, but what you inspect.«
Als reaktiv werden Messungen bezeichnet, bei der das untersuchte Objekt (meist Menschen) aufgrund der Messung sein Verhalten ändert. Die Beobachtung verändert dadurch das Beobachtete.
Das Phänomen der ungewünschten Rückwirkungen von Indikatoren ist unter dem Begriff der reaktiven Messungen (Campbell 1957) recht gut bekannt. Dabei geht es um die kontaminierenden Wirkungen bestimmter Messvorgänge, insbesondere wenn es sich um Settings handelt, in denen Menschen beobachtet und analysiert werden.
Dieses Verhalten wird in der angelsächsischen Literatur als „measure fixation“ (Smith, P. 1995, S. 284) bezeichnet und tritt vor allem dann auf, wenn eine komplexe Leistung mit Hilfe eines einfach messbaren Indikators beurteilt wird.