
Das Ziel nationalsozialistischer Erziehung war kein sich selbst bestimmendes, eigenwilliges Individuum, sondern ein Wesen, das sich der nationalsozialistischen Ideologie bedingungslos unterwirft. Diesem Ziel folgte auch der Einsatz von Medien im Dritten Reich. Der größte Teil der Medienlandschaft wurde von Hitler dem Reichsministerium für Volkaufklärung und Propaganda unter der Leitung von Joseph Goebbels unterstellt. Dabei hatte das Propagandaministerium den Auftrag
alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation (vgl. Klingler
1983, S. 75) zu übernehmen. Lediglich Unterrichtsfilme wurden zunächst von der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm und später von der Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) produziert. Pädagogische Ansätze, die auf die Förderung des Individuums zu einem kompetenzfördernden Umgang mit Medien abzielten, wie ihn Adolf Reichwein und Bertolt Brecht in den 30er-Jahren vorstellten, waren zwar bekannt, wurden aber von den nationalsozialistischen Machthabern massiv unterdrückt.