
Im Rahmen der UNO-Dekade (2005–2014) einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) wird mit einem auf Partizipation und Verhandlung setzenden Governance-Konzept (UNESCO-Implementation-Scheme) versucht, über Bildungsprozesse gesellschaftliche Veränderungen im Zusammenspiel von Ökonomie, Ökologie und Sozialem (die klassische Trias der BNE) zu bewirken. Das aus dem UNESCO-Implementation-Scheme resultierende Implementationsprogramm folgt allerdings nicht nur neuen zivilgesellschaftlichen Vorstellungen von Partizipation und Verhandlung. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie in dem angesichts von Ressourcennöten und Legitimationszwängen einer ökonomistischen Evaluationslogik folgenden Bildungsprogramm Partizipation und Kontrolle zusammengebracht werden. Infrage steht damit, inwieweit die Implementationsinstrumente für das zu implementierende Bildungsprogramm relevant werden bzw. ob der zu implementierende Gegenstand davon unberührt bleibt.