
Der folgende Artikel möchte eine grundlegende Skizze der Dynamik zwischen kollektiven Wissensbeständen und sozialen Netzwerken
zeichnen. Die im Text geschilderten Beispiele sind qualitativen Forschungen zur Pluralisierung und Globalisierung der deutschen
religiösen Gegenwartslandschaft entnommen. In diesen Projekten, die in ihrer theoretischen Perspektive wissenssoziologisch
konzipiert waren, stießen wir quasi nebenbei auf den Erklärungswert, den die Ebene der sozialen Netzwerke auch für eine
wissenssoziologische Perspektive hat. Das hatte zur Folge, dass wir uns der Frage zuwandten, wie Wissensbestände in religiösen
Netzwerken verwaltet, weitergegeben oder zurückgewiesen werden. Da die Projekte durchwegs auf das Phänomen des Austauschs
zwischen unterschiedlichen Netzwerken (und Wissensbeständen) fokussiert waren, standen noch zwei weitere Themen auf unserem
Programm: Zum einen die Frage nach der Verbreitung von Wissenselementen und ihrer Integration in neue Wissensbestände
und somit auch in neue Netzwerke und zum anderen die Frage nach der kreativen Vermittlungs- und Deutungsleistung der individuellen und kollektiven
Akteure"zwischen" den Netzwerken.