
Das Überhandnehmen und Intensivieren von Evaluationen der Forschungsinstitute und Bildungsanstalten in beinahe allen westeuropäischen
Ländern bringt eine immer schwerere Bürde für die erfahrenen Forscher mit sich. Von ihnen werden Beiträge zum Funktionieren
des Evaluationssystems verlangt, und zwar auf den unterschiedlichsten Niveaus: Sie sind nicht nur für den Entwurf und die
Leitung von Forschungsprojekten und deren Berichterstattung verantwortlich, sondern zugleich für deren Beurteilung, wenn auch
meist auf eher abstrakter Ebene. Darüber hinaus sind sie häufig auch in die institutionelle Leitung eingebunden und gegenüber
Evaluationskommissionen rechenschaftspflichtig, von denen sie aber nicht selten aufgefordert werden, dort selbst einen Sitz
einzunehmen. Diese Proliferation von Beurteilungsprozessen führt dazu, dass die nationale und internationale wissenschaftliche
Landschaft zusehends einem Jahrmarkt gleicht, auf dem die Akteure in schöner Regelmäßigkeit von einem Karussell aufs nächste
wechseln, um bei diesem Spiel fortwährend den immer selben Personen zu begegnen.