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Die vermessene Einsamkeit

Warum die Epidemie-Rhetorik mehr verspricht, als die Daten halten
Sebastian Tillmann
Publikationsdatum:
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Es gibt eine Zahl, die in fast jedem Zeitungsartikel, jeder Talkshow und jedem politischen Strategiepapier zur Einsamkeit auftaucht: Einsamkeit sei so schädlich wie das Rauchen von fünfzehn Zigaretten am Tag. Die Zahl ist eingängig, sie ist alarmierend, und sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Regierungen weltweit die Einsamkeit als gesundheitspolitisches Handlungsfeld entdeckt haben.
Sie hat nur einen Schönheitsfehler. Die Forscherin, auf deren Arbeit sie zurückgeht, Julianne Holt-Lunstad, hat sich von ihr inzwischen selbst distanziert. Die ursprüngliche Metaanalyse von 2010 untersuchte nicht Einsamkeit, sondern soziale Beziehungen insgesamt, und die Übertragung auf “fünfzehn Zigaretten” überdehnt die Evidenz auf eine Weise, die Holt-Lunstad und Kollegen 2023 in einer ausdrücklichen Klarstellung als Vereinfachung kritisierten, die das Risiko überzeichnet.
Das ist kein nebensächliches Detail. Es ist das Muster des gesamten Feldes im Kleinen: Eine Forschungslage, die nuancierter, schwächer und widersprüchlicher ist, als ihre öffentliche Rezeption suggeriert. Dieser Artikel geht drei Fragen nach. Erstens: Was ist Einsamkeit überhaupt? Zweitens: Haben wir tatsächlich eine Epidemie? Und drittens: Funktionieren die Interventionen, in die nun öffentliche Mittel fließen?
Von Sebastian Tillmann im Text Die vermessene Einsamkeit (2026)

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Begriffe
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Datendata , Einsamkeit , Epidemie , Gesundheithealth , Metaanalysemeta-analysis , Musterpattern

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