
Die Förderung einer positiven Selbstwahrnehmung von Schülerinnen und Schülern ist ein wichtiges Ziel schulischer Bildung. Die Stärkung fachbezogener Selbstkonzepte wird allerdings dadurch erschwert, dass Schülerinnen und Schüler sich zur Bildung ihrer Selbsteinschätzungen sozial vergleichen und so klassenbezogene Bezugsgruppeneffekte auftreten (Big-Fish-Little-Pond Effekt; BFLPE). Der vorliegende Beitrag untersucht einerseits den Zusammenhang von sieben Unterrichtsmerkmalen mit dem mathematischen Selbstkonzept und andererseits, inwieweit diese Merkmale den BFLPE moderieren. Auf Grundlage der repräsentativen IQB-Ländervergleichsstudie 2012, an der über 40.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe teilnahmen, wurden diese Zusammenhänge mithilfe von Mehrebenen-Strukturgleichungsmodellen untersucht. Mehrere Unterrichtsmerkmale zeigten auf der Klassenebene positive Haupteffekte auf das mathematische Selbstkonzepts. Darüber hinaus moderieren die Skalen Kognitive Aktivierung und Alltagsbezug den BFLPE, wobei erstere den BFLPE abschwächt, letztere ihn verstärkt. Beide Moderationseffekte zeigten allerdings nur geringe Effektstärken. Die Analysen geben damit Hinweise auf die Bedeutung von Unterrichtsmerkmalen bei der Konstitution des Selbstkonzepts und auf die Generalisierbarkeit des BFLPE.