
Netzwerke sind ubiquitär. Es gibt keinen Bereich in der Gesellschaft, in dem Netzwerke keine Rolle spielen. Sie reichen von
Nachbarschaftsnetzwerken, Wirtschaftsförderungsnetzwerken über Wissenschafts- oder Gesundheitsnetzwerke, Frauennetzwerke,
Antidiskriminierungsnetzwerke bis zu solchen Netzwerken, die gemeinhin als problematisch gelten, wie Schleuser- und kriminelle
Beschaffungsnetzwerke. An einer solchen Liste fällt auf, dass es zum einen Netzwerke gibt, die positiv konnotiert sind und
politisch, ökonomisch, rechtlich, aber auch wissenschaftlich als förderungswilrdig gelten, deren Aufbau also nicht lediglich
sozial geschieht, sondern wiederkehrend zum Zweck erklärt wird. Zum anderen werden Netzwerke beobachtet, die als problematisch
gelten und deren Verhinderung oder Zerstörung daher zum Ziel wird. Gleichgültig aber, ob positiv oder negativ bewertet, ob
Wissenschaftler- oder Schleusernetzwerk, infrage steht meistens nicht, ob es sich um Netzwerke handelt. Worin besteht aber
die Gemeinsamkeit von Wirtschaftsförderungsnetzwerken und kriminellen Beschaffungsnetzwerken? Namensgebungen für Typen' helfen
nicht weiter, verdecken vielmehr erhebliche Unklarheiten. Man vermeidet dann anzugeben, was Netzwerke generell ausmacht und
ob ihre Merkmale verallgemeinerbar sind.