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Beats Biblionetz - Texte

Smartphone statt Schulbuch

Lehrmittel werden multimedial und sind zunehmend von Firmen und Verbänden gesponsert
Beat Grossrieder
Erstpublikation in: NZZ, 8.11.2010
Publikationsdatum:
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iconZusammenfassungen

Pro Fach ein einheitliches Schulbuch - das war einmal. Heute ist die Auswahl an Lehrmitteln und digitalen Zusätzen riesig, immer öfter treten Firmen und Verbände als Sponsoren auf. Für die Qualität der Inhalte kann das problematisch sein.
Von Klappentext im Text Smartphone statt Schulbuch (2010)

iconBemerkungen

Man braucht kein Digital-Muffel zu sein, um erstaunt festzustellen, dass einerseits über ein Handy-Verbot in den Schulen gesprochen wird, andererseits die Apple-iPhones als Lehrmittel eingesetzt werden. Seit einigen Jahren sind unsere Schulen mit unsinnigen Versuchen überhäuft und die Lehrer verständlicherweise überfordert mit dem steten Wechsel des Lehrstoffes und der Lernziele. Nun soll das iPhone unsere Kids das Lesen, Schreiben, Rechnen und Kommunizieren lehren – eine Herausforderung weniger für die Schüler denn für die Lehrpersonen, ist doch unsere Jugend mit dem digitalen Netz bestens vertraut. Sponsoring in den Schulen ist ein gefährlicher Schritt, öffnen wir doch damit die Türen einem Wettbewerb, der mit Sicherheit dem Sponsor, nicht aber dem Schüler zugutekommt. Wenn das Grundwissen fehlt, wird uns auch das Smartphone mit all seinen lehrreichen Apps keine zukünftige smarte Bevölkerung bescheren.
Quelle: NZZ vom 13.11.2010, S. 26
Von Antoinette Stern, erfasst im Biblionetz am 18.11.2010
Es ist schon klar, dass es für uns Lehrer bequemer ist, wenn die Schüler im Sprachunterricht mit dem Surfen auf elektronischen Geräten beschäftigt sind, als wenn sie ihre Grammatik und ihre Vokabeln aus dem Buch lernen sollten. Aber als Pädagogen kommen wir nicht an der Tatsache vorbei, dass alle Technologie, und sei sie noch so «modern», die anstrengende Tätigkeit des konzentrierten Lernens, des Übens und Wiederholens nicht ersetzen kann.
Das im Artikel (NZZ 8. 11. 10) erwähnte Beispiel des Schülers, der im Duden unter «F» das Wort «Philosophie» nicht findet und deshalb «frustriert» sei, sehe ich aus meiner Erfahrung als Berufsschullehrerin ganz anders: Der Schüler wendet sich an den Lehrer, dieser überlegt mit ihm zusammen, warum er wohl das Wort nicht findet, usw. Die Korrektur und schliessliche Entdeckung des Wortes unter «P», das Notieren und Einprägen des richtig geschriebenen Begriffs ergeben eine positive Lernerfahrung, die mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit haften bleibt als das Herumklicken im Lernprogramm, das Fehler von selbst verbessert. Pädagogische Hochschulen und Sponsoren aus der Wirtschaft, die unsere Kinder immer mehr der selbständigen Beschäftigung mit elektronischen Lernprogrammen überlassen wollen, tragen die Verantwortung für die Zunahme sogenannter Schulversager: Fähig zum eigenständigen Lernen ist nämlich in erster Linie die Minderheit der Kinder, die zu Hause gut gefördert wird und schon lernfähig in die Schule kommt. Wer den Beitrag der Schule zur Chancengleichheit verbessern will, tut gut daran, diese fatale Entwicklung noch einmal zu überdenken.
Quelle: NZZ vom 13.11.2010, S. 26.
Von Marianne Wüthrich, erfasst im Biblionetz am 18.11.2010

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Personen
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Christian Neff

Aussagen
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Die Schule ist ein lukrativer Markt

Begriffe
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iPhone, iPhone-Projekt Goldau, Multimediamultimedia, Projektschule Goldau, Schulbuchschoolbook, Sponsoring in der BildungSponsoring in education

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