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Kompetenzmessung als Wirksamkeitsnachweis von E-Learning
John Eppenbeck
Zu finden in: Handbuch E-Learning, 2002   
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iconZusammenfassungen

Jasmina HasanbegovicMit der Forderung nach anwendungs- und tranferorientierten, selbstgesteuerten und kollaborativen Lernumgebungen steht der Kompetenzbegriff und eine adäquate Kompetenzmessung im Mittelpunkt der Betrachtung. Erpenbeck klärt in diesem Beitrag grundlegende Begrifflichkeiten rund um die Kompetenzforschung und stellt insbesondere die Voraussetzungen von Kompetenzmessungen in Bezug auf E-Learning dar.
In einem ersten Schritt geht Erpenbeck auf die Unterschiede zwischen Qualifikation und Kompetenz ein. Qualifikation postuliert als Positionsbegriff beschreibbare Bildungspositionen, die über traditionelle Bildungsprozesse vermittelt und direkt gemessen und zertifiziert werden können. Qualifikation umfasst im Gegensatz zum Kompetenzbegriff nicht den gesamten Aktionsbereich des Berufsumfeldes und auch nicht dispositive Tätigkeiten. Die besonderen und schwer zu fassenden Charakteristiken von Kompetenz erschweren den Einsatz von eLearning. Wissenstests und Qualifikationsnachweise reichen als Nachweis der Handlungswirksamkeit nicht aus. Kompetenzen als Selbstorganisationsdispositonen des Handelns lassen sich nicht direkt messen. Nur über die Performanz, also über konkrete Handlungsausführungen, kann Kompetenz beobachtet und gemessen werden.
In einem zweiten Schritt erläutert der Autor vier Voraussetzungen für E-Learning bezogene Kompetenzmessung. Er plädiert für eine Kompetenzmessung ohne Berücksichtigung des Erwerbsweges, also unabhängig davon, ob die Kompetenzentwicklung durch traditionelle, formelle oder informelle Lernprozesse zustande kommt. In Bezug auf die Rolle von E-Learning für die Kompetenzentwicklung stellt sich die Frage, ob durch die Mixtur von E-Learning und traditionelleren Lehr-Lernformen sich qualitativ neue Formen des Kompetenzerwerbes ergeben. Erpenbeck stellt fest, dass der spezifische Anteil des E-Learning am Kompetenzerwerb nicht unabhängig ermittelt werden kann, sondern nur integral.
In einem dritten Schritt definiert Erpenbeck Kompetenz als Disposition selbst organisierten Handelns. Er betont die Bedeutung der Theorieeinbettung und eines Kompetenzmodells als Voraussetzung für eine Systematik der Kompetenzen und Kompetenzmessung. Neben der Einführung in Kompetenztypen und Kompetenzklassen erläutert Erpenbeck methodische Annäherungen in Form von Kompetenzgruppen und führt in zentrale, methodische Aspekte der Kompetenzforschung ein.
Weiterhin listet der Autor eine Reihe von fruchtbaren Off- und Online-Kompetenzmessverfahren aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum auf und belegt eine wissenschaftlich begründete und praktisch erfolgreiche Kompetenzmessung und -zertifizierung. Er schließt seinen Beitrag mit der Schlussfolgerung, dass eine Messung des Lerneffektes im Sinne einer Kompetenzmessung unerlässlich ist. Dabei muss aber genau differenziert werden, welche Kompetenzen in Form von E-Learning vermittelt werden können. Kompetenzmessung darf im Sinne eines Wirksamkeitsnachweises von E-Learning nur in Form einer Differenzmessung verstanden werden.
Eine E-Learning spezifische Reflexion der Kompetenzmessung ist für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine sehr wichtige Aufgabe. Um die Besonderheiten und Probleme der Kompetenzerfassung und -messung zu veranschaulichen, würde eine konkrete Darstellung eines Messverfahrens weitaus höhere Effekte erzielen als die Auflistung vieler Referenzverfahren. Denn eine Vielzahl von Beispielen für Kompetenzmessverfahren ist kein anschaulicher Nachweis für eine wissenschaftlich begründete und praktisch erfolgreiche Kompetenzmessung, vor allem nicht im Zuge der Kompetenz-Performanz-Diskussion. [von http://www.elearning-reviews.org]
Von Jasmina Hasanbegovic, erfasst im Biblionetz am 14.09.2004

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E-LearningE-Learning, Kompetenzcompetence

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